{"id":173,"date":"2006-08-31T11:03:26","date_gmt":"2006-08-31T11:03:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/?p=173"},"modified":"2006-08-31T11:03:26","modified_gmt":"2006-08-31T11:03:26","slug":"8-v-209106-a-geldsegen-fuer-gelaendewagenfahrer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/?p=173","title":{"rendered":"8 V 2091\/06 A = Geldsegen f\u00fcr Gel\u00e4ndewagenfahrer?"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Unter dem Aktenzeichen 8 V 2091\/06 A (Verk) hat das Finanzgericht D&uuml;sseldorf die seit Mai 2005 geltende Besteuerung nach Hubraum f&uuml;r nicht mit dem EU-Recht vereinbar beurteilt und setzte die Volziehung eines Kraftfahrzeugbescheids ab F&auml;lligkeit aus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"5\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"justify\">Im konkreten Fall hatte sich der Besitzer eines Land Rover Defender gegen die h&ouml;here Steuer zur Wehr gesetzt. Die Richter gew&auml;hrten ihm die Aussetzung der Vollziehung des h&ouml;heren Steuerbescheides. Auch vor anderen Finanzgerichten hatten sich in der Vergangenheit Besitzer schwergewichtiger Gel&auml;ndewagen gewehrt. Ein Urteil ist damit zwar noch nicht vorhanden aber die Finanzamtsbarikade br&ouml;ckelt und das letzte Wort hat nun wohl der Bundesfinanzhof.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hier der komplette Bescheid (quelle http:\/\/www.justiz.nrw.de\/) :<\/p>\n<h3>Finanzgericht D&uuml;sseldorf, 8 V 2091\/06 A (Verk)<\/h3>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Datum:<\/th>\n<td>29.06.2006<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Gericht:         <\/th>\n<td>Finanzgericht D&uuml;sseldorf<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Spruchk&ouml;rper:<\/th>\n<td>8. Senat<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Entscheidungsart:<\/th>\n<td>Beschluss<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Aktenzeichen:<\/th>\n<td>8 V 2091\/06 A (Verk)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\">                                         <\/table>\n<table border=\"0\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tenor:<\/th>\n<td>\n<p>Die Vollziehung des Kraftfahrzeugsteuerbescheids vom 20.03.2006 wird ab F&auml;lligkeit bis einen Monat nach Bestandskraft einer Entscheidung &uuml;ber den hiergegen eingelegten Einspruch mit der Ma&szlig;gabe ausgesetzt, dass die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r das Fahrzeug mit dem amtlichen Kennzeichen weiterhin nach dem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht bemessen wird. Die Berechnung des auszusetzenden Betrages wird dem Antragsgegner &uuml;bertragen.<\/p>\n<p>Der Antragsgegner tr&auml;gt die Kosten des Verfahrens.<\/p>\n<p>Die Beschwerde wird zugelassen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<p><strong><u>Gr&uuml;nde:<\/u><\/strong><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Aussetzung der Vollziehung eines Kraftfahrzeugsteuerbescheides.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Antragstellerin betreibt eine Autovermietung. Sie ist Halterin eines Kraftfahrzeuges vom Typ Land Rover Defender mit einem Leergewicht von 2.055 kg und einem zul&auml;ssigen Gesamtgewicht von 2.950 kg. Bei dem Wagen handelt es sich lt. Fahrzeugbrief um einen geschlossenen Pkw mit Dieselantrieb, der einschl. F&uuml;hrersitz &uuml;ber 5 Sitzpl&auml;tze verf&uuml;gt. Er wurde zun&auml;chst als Lastkraftwagen nach Gewicht besteuert. Mit gem. &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes -KraftStG- ge&auml;ndertem Bescheid vom 20.03.2006 stufte der Antragsgegner den Land Rover ab dem 01.05.2005 als Pkw ein und besteuerte ihn gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 1 KraftStG nach Hubraum und Schadstoffaussto&szlig;. Den Wechsel der Fahrzeugart begr&uuml;ndete er mit dem Wegfall des &sect; 23 Abs. 6a der Stra&szlig;enverkehrszulassungsordnung -StVZO-. &Uuml;ber den gegen den Kraftfahrzeugsteuerbescheid eingelegten Einspruch hat er noch nicht entschieden, sondern das Verfahren zum Ruhen gebracht. Den Antrag auf Aussetzung der Vollziehung hat er abgelehnt.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Antragstellerin hat daraufhin das Gericht mit der Bitte um vorl&auml;ufigen Rechtsschutz angerufen.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Sie tr&auml;gt vor:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Besteuerung des Fahrzeugs h&auml;tte gem. &sect; 8 Abs. 2 KraftStG wie bisher nach Gewicht erfolgen m&uuml;ssen, weil es sich um ein &quot;anderes Fahrzeug&quot; im Sinne dieser Vorschrift handele. Die im Kraftfahrzeugsteuergesetz verwendeten Begriffe des Verkehrsrechts richteten sich nach den jeweils geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften. An die Stelle des ersatzlos gestrichenen &sect; 23 Abs. 6a StVZO seien Bestimmungen des gemeinschaftlichen Verkehrsrechts getreten. Der Antragsgegner h&auml;tte auf die EU-Richtlinie 70\/156\/EWG vom 06.02.1970 in der Fassung der Richtlinie 2001\/116\/EG vom 20.12.2001 zur&uuml;ckgreifen m&uuml;ssen, die die Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Betriebserlaubnis f&uuml;r Fahrzeuge regele.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Lt. Anhang II Gliederungspunkt C Nr. 1 werde nicht als Fahrzeug der Klasse M 1 (Pkw) angesehen ein &quot;AF-Mehrzweckfahrzeug&quot; (Kraftfahrzeuge zur Bef&ouml;rderung von Fahrg&auml;sten und deren Gep&auml;ck oder von G&uuml;tern in einem einzigen Innenraum), wenn es au&szlig;er dem Fahrersitz nicht mehr als 6 Sitzpl&auml;tze habe und au&szlig;erdem die Voraussetzungen der &quot;Bedingung P .\/. (M + N x 68) gr&ouml;&szlig;er als N x 68&quot; erf&uuml;lle. Dies tr&auml;fe auf den Land Rover Defender zu.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Wegen des weitergehenden Vorbringens der Antragstellerin wird auf die Einspruchsbegr&uuml;ndung vom 26.04.2006 und die Antragsschrift vom 15.05.2006 verwiesen.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Antragstellerin beantragt,<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\">\t1. die Vollziehung des Bescheides vom 20.03.2006 auszusetzen, soweit die Steuer h&ouml;her als 172,31 EUR festgesetzt ist,<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\"> 2. soweit Aussetzung der Vollziehung gew&auml;hrt wird, die Verwirkung von S&auml;umniszuschl&auml;gen bis zum Ergehen der gerichtlichen Entscheidung &uuml;ber den Aussetzungsantrag aufzuheben,<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\">\thilfsweise, die Beschwerde zuzulassen.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\">Der Antragsgegner beantragt,<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">13<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\">\tden Antrag abzulehnen,<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\">\thilfsweise, die Beschwerde zuzulassen.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Er tr&auml;gt vor, die Anwendbarkeit der Lastenformel f&uuml;r M 1 AF-Fahrzeuge k&ouml;nne den vorliegenden pr&auml;senten Unterlagen nicht entnommen werden. Die Anzahl der Sitzpl&auml;tze gehe aus der Kopie des Fahrzeugbriefes, soweit sie lesbar sei, ebenso wenig hervor wie die Angabe zur Masse in fahrbereitem Zustand (2.055 kg statt 2.020 kg). Auch wenn die EU-Richtlinien seit dem 01.07.2002 von den Mitgliedstaaten verbindlich anzuwenden seien und sich deshalb gem. &sect; 2 Abs. 2 Satz 1 KraftStG eine Bindung f&uuml;r die Einstufung von Kraftfahrzeugen erg&auml;be, habe der Antragsteller nicht nachgewiesen, dass der Land Rover Defender ein AF-Mehrzweckfahrzeug und insbesondere keine AC-Kombi-Limousine sei. Nach Anhang II A Nr. 1 der Richtlinie 2001\/116\/EG handele es sich bei f&uuml;r die Personenbef&ouml;rderung ausgelegten und gebauten Kraftfahrzeugen mit h&ouml;chstens 8 Sitzpl&auml;tzen au&szlig;er dem Fahrersitz um Personenkraftwagen der Klasse M 1, und zwar unabh&auml;ngig von der Aufbauart.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">16<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Der Antrag ist begr&uuml;ndet.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">17<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. &sect; 69 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung -FGO- kann das Gericht die Aussetzung oder Aufhebung der Vollziehung eines Verwaltungsakts ganz oder teilweise anordnen, wenn ernstliche Zweifel an seiner Rechtm&auml;&szlig;igkeit bestehen. Ernstliche Zweifel sind zu bejahen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage neben f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige, gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Umst&auml;nde zu Tage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung der Tatfragen bewirken (vgl. BFH-Beschluss vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BStBl III 1967, 182; st&auml;ndige Rechtsprechung).<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">18<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Diese Voraussetzungen sind im Streitfall gegeben. Bei summarischer Pr&uuml;fung ist es ernstlich zweifelhaft, ob der Antragsgegner gem. &sect; 12 Abs. 2 Nr. 1 KraftStG berechtigt war, die Kraftfahrzeugsteuer durch den angefochtenen Bescheid zu &auml;ndern. Eine Neufestsetzung der Kraftfahrzeugsteuer ist danach nur m&ouml;glich, wenn sich die Bemessungsgrundlage oder der Steuersatz ge&auml;ndert haben. Die von der urspr&uuml;nglichen Besteuerung als Lkw abweichende Besteuerung als Pkw nach &sect; 8 Abs. 1 KraftStG begegnet erheblichen rechtlichen Bedenken. Es sprechen gewichtige Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass trotz der ersatzlosen Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO durch die 27. Verordnung zur &Auml;nderung der StVZO vom 02.11.2004 mit Wirkung ab 01.05.2005, der die Einstufung des Fahrzeugs als Lkw wegen des zul&auml;ssigen Gesamtgewichts von mehr als 2,8 t erm&ouml;glichte, der Land Rover Defender weiterhin als anderes Fahrzeug i.S.d. &sect; 8 Abs. 2 KraftStG zu besteuern ist.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">19<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>An die Eintragung im Fahrzeugbrief &quot;Pkw geschlossen&quot; ist der Antragsgegner nicht gebunden. Die verkehrsbeh&ouml;rdliche Zulassung ist kein Grundlagenbescheid i.S.d. &sect; 171 Abs. 10 AO (st&auml;ndige h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteil vom 26. August 1997 VII R 60\/97, BStBl II 1997, 744). Auch ist der Begriff &quot;Pkw&quot; im KraftStG nicht definiert. Jedoch richten sich die im Gesetz verwendeten Begriffe des Verkehrsrechts gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Satz 1 KraftStG nach den jeweils geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften. Auf Grund dieser ausdr&uuml;cklichen Anbindung an das Verkehrsrecht ist die Frage, was ein Pkw ist, nach Verkehrsrecht zu bestimmen (vgl. FG K&ouml;ln, Beschluss vom 28.11.2005 6 V 3715\/05, EFG 2006, 444).<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">20<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>In diesem Sinne hat der BFH auch in s&auml;mtlichen Entscheidungen, in denen es um die Abgrenzung Pkw oder Lkw ging, stets auf die verkehrsrechtliche Vorschrift des &sect; 23 Abs. 6a StVZO zur&uuml;ckgegriffen und hieraus seine &quot;Pkw-Definition&quot; entwickelt.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">21<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Trotz des Wegfalls dieser Vorschrift ist f&uuml;r die Abgrenzung kein definitionsfreier Beurteilungsspielraum entstanden. Denn verkehrsrechtliche Vorschriften k&ouml;nnen auch im europ&auml;ischen Gemeinschaftsrecht verankert sein, auf die beim Fehlen nationaler Bestimmungen zur&uuml;ckzugreifen ist. Einschl&auml;gig ist im Streitfall die EU-Richtlinie 70\/156\/EWG vom 06.02.1970 (Amtsblatt-Abl-L 42 vom 23. Februar 1970, S. 1) i.d.F. der Richtlinie 2001\/116\/EG vom 20.12.2001 (Abl-EG L 18\/1 vom 21.01.2002, S. 39). Dies war auch die Zielsetzung des Gesetzgebers bei der Aufhebung des &sect; 23 Abs. 6a StVZO. Zur Begr&uuml;ndung hei&szlig;t es n&auml;mlich (BR-Drucksache 600\/04):<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">22<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\"> &quot;Der Regelungsinhalt des &sect; 23 Abs. 6a StVZO ist nicht mit den in der Richtlinie 70\/156\/EWG vorgegebenen und von den Mitgliedsstaaten verbindlich anzuwendenden Begriffsbestimmungen f&uuml;r Fahrzeugklassen und Fahrzeugtypen f&uuml;r Fahrzeuge der Klasse M 1 (Personenkraftwagen) vereinbar. &#8230;.. Die Bestimmung soll daher aufgehoben werden.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">23<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\"> Durch die Aufhebung dieses Absatzes werden die Vorschriften der StVZO an das EG-Recht, und zwar an die Richtlinie 70\/156\/EWG angepasst. Dieses sieht bei der Definition der Fahrzeugklassen eine Begrenzung der zul&auml;ssigen Gesamtmasse f&uuml;r Kraftfahrzeuge der Klasse M 1 (f&uuml;r die Personenbef&ouml;rderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit h&ouml;chstens 8 Sitzpl&auml;tzen au&szlig;er dem Fahrersitz), zu denen auch die Mehrzweckfahrzeuge geh&ouml;ren, nicht vor. Nur wenn die in dieser Richtlinie im Anhang 2 Abschn. C in Nr. 1 Personenkraftwagen (M 1) unter AF-Mehrzweckfahrzeug beschriebenen besonderen Bedingungen erf&uuml;llt werden, gilt ein solches Fahrzeug nicht als Fahrzeug der Klasse M 1.&quot;<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">24<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Das Fahrzeug des Antragstellers erf&uuml;llt diese Ausnahmebedingung. In Anhang II der Richtlinie 2001\/116\/EG vom 20. Dezember 2001 werden die Begriffsbestimmungen f&uuml;r Fahrzeugklassen und Fahrzeugtypen in den Gliederungspunkten A bis C vorgenommen. Danach werden Personenkraftwagen der Klasse M 1 zugeordnet. Das sind Fahrzeuge, die f&uuml;r die Personenbef&ouml;rderung ausgelegt und gebaut sind und h&ouml;chstens 8 Sitze au&szlig;er dem Fahrersitz haben. Abweichend hiervon gelten indes &#8211; nach C.1. &#8211; sog. &quot;AF-Mehrzweckfahrzeuge&quot; (Kraftfahrzeuge zur Bef&ouml;rderung von Fahrg&auml;sten und deren Gep&auml;ck und von G&uuml;tern in einem einzigen Innenraum) dann nicht als Personenkraftwagen (Klasse M 1), wenn sie au&szlig;er dem Fahrersitz nicht mehr als 6 Sitzpl&auml;tze haben und sich das Verh&auml;ltnis von Nutz &#8211; zur Personenlast nach der Bedingung P .\/. (M + N x 68) &gt; N x 68 darstellt.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Der Land Rover Defender verf&uuml;gt &uuml;ber insges. 5 Sitzpl&auml;tze lt. Fahrzeugbrief, sodass hier vier Sitzpl&auml;tze f&uuml;r Fahrg&auml;ste zur Verf&uuml;gung stehen. Auch die Lastenformel ist im Streitfall zu Gunsten einer abweichenden Einstufung erf&uuml;llt. Zwar stimmen die vom Antragsteller genannten Zahlen nicht mit den im Fahrzeugbrief enthaltenen Zahlen &uuml;berein. Gleichwohl ergibt sich folgende Berechnung zu Gunsten der Nutzlast:<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">26<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\"> P (techn. zul&auml;ssige Gesamtmasse in kg) .\/. (M {Masse in fahrbereitem Zustand in kg] + N {Zahl der Sitzpl&auml;tze au&szlig;er dem Fahrersitz} x 68) &gt; N x 68<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">27<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"margin-left: 35px\">\t2.950 .\/.\t\t{2.055 + 4 x 68}\t\t\t     &gt; 4 x 68<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">28<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Ergebnis: 623 &gt; 272.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">29<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Bedenken des Antragsgegners, gest&uuml;tzt auf den Beschluss des FG N&uuml;rnberg vom 13.03.2006 VI 417\/2005 (EFG 2006, 843), der Antragsteller habe nicht nachgewiesen, dass der Land Rover ein Mehrzweckfahrzeug der Klasse AF ist, teilt der Senat nicht. Der Wagen dient zur Bef&ouml;rderung von Fahrg&auml;sten und deren Gep&auml;ck oder von G&uuml;tern in einem einzigen Innenraum. Au&szlig;erdem geht aus dem Fahrzeugbrief im Gegensatz zu den vom FG N&uuml;rnberg zu beurteilenden Fahrzeugen keine EG-Typgenehmigung hervor, die nur der Klasse M 1 (Pkw) vorbehalten ist. Daraus ist bei summarischer Pr&uuml;fung im Umkehrschluss abzuleiten, dass das Fahrzeug nicht unter die Kraftfahrzeuge AA bis AE, s&auml;mtlich M 1-Fahrzeuge, f&auml;llt.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">30<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Einer Entscheidung &uuml;ber die Aufhebung der Vollziehung bez&uuml;glich der verwirkten S&auml;umniszuschl&auml;ge bedarf es nicht, weil die Aussetzung der Vollziehung ab F&auml;lligkeit ausgesprochen worden ist, so dass die S&auml;umniszuschl&auml;ge automatisch entfallen.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">31<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Kostenentscheidung folgt aus &sect; 135 Abs. 1 FGO.<\/p>\n<\/td>\n<td align=\"right\">32<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p>Die Beschwerde wird zugelassen. Die Rechtssache hat aufgrund der Vielzahl der betroffenen F&auml;lle grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. der &sect;&sect; 128 Abs. 3, 115 Abs. 2 Nr.1 FGO.<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50\" align=\"right\" valign=\"top\">33<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">Unter dem Aktenzeichen 8 V 2091\/06 A (Verk) hat das Finanzgericht D&uuml;sseldorf die seit Mai 2005 geltende Besteuerung nach Hubraum f&uuml;r nicht mit dem EU-Recht vereinbar beurteilt und setzte die Volziehung eines Kraftfahrzeugbescheids ab F&auml;lligkeit aus.<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"btn btn-default\" href=\"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/?p=173\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[77,213,30],"class_list":["post-173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-law-and-order","tag-8-v-209106-a-geldsegen-fuer-gelaendewagenfahrer-kfz-steuer","tag-law-and-order","tag-news"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=173"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/173\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}