{"id":177,"date":"2002-02-01T03:41:02","date_gmt":"2002-02-01T03:41:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/?p=177"},"modified":"2002-02-01T03:41:02","modified_gmt":"2002-02-01T03:41:02","slug":"unterwegs-in-namibia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/?p=177","title":{"rendered":"Unterwegs in Namibia"},"content":{"rendered":"<div><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/wp-content\/images\/vonarnim\/safari.jpg\" border=\"0\" alt=\"Unterwegs in Namibia von Jochen von Arnim\" style=\"border: 0; float: right; margin: 15px;\" \/><\/div>\n<p><strong><a href=\"mailto:vonarnim@gmx.de\">H. Jochen von Arnim<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Keine Nacht ist so schwarz wie die in Afrika.&#8220; Dieser Spruch von meinem Vater fiel mir mal wieder ein, als ich vor meinem Zimmer die letzte Zigarette des Tages rauchte und in die Dunkelheit blickte. Wie recht er doch hatte, denn ich konnte die B\u00fcsche auf 20 Meter nicht erkennen. Gleichzeitig w\u00e4hnt man sich hier dem Firmament so nah wie sonst nirgendwo. Kein Restlicht von irgendwelchen Stra\u00dfen- oder Fabrikbeleuchtungen st\u00f6rt die Lichtintensit\u00e4t der Sterne am Himmel. Erst sp\u00e4ter, wenn der Mond auftaucht, wird es dann wieder heller. Jetzt aber, um 21:00 Uhr, ist es noch stockfinster hier auf der Farm.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir (mein Vater und ich) waren zur Mittagszeit aus Windhoek hierher gekommen, um eigentlich nur Verwandte und Bekannte im Farmland \u00f6stlich der Hauptstadt zu besuchen und gleichzeitig auch der alten Farm meines Gro\u00dfvaters die Referenz zu erweisen. Die Tour sollte uns aber in alle Ecken des Landes f\u00fchren, wurden wir doch immer &#8222;weitergereicht&#8220;, mussten vielen Einladungen Folge leisten und taten dies auch gerne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier auf der Farm Sonnleithen bekamen wir erst mal eine intensive Einweisung in ein neues Viehhaltesystem, das es meinem Vetter m\u00f6glich machte, seinen Bestand innerhalb von f\u00fcnf Jahren zu verdoppeln. Eindrucksvolle Photos belegen, wie sich der Bewuchs ver\u00e4ndert hat. Zum Teil sind dichte Weidedecken entstanden, wo fr\u00fcher nur ein paar k\u00fcmmerliche Grashalme versuchten, der Hitze und dem Wassermangel standzuhalten. Ein aufwendiges Umtriebsystem hatte eine erstaunliche Bodenmelioration zur Folge. Einziger Nachteil ist das kostenintensive Einz\u00e4unen der einzelnen Parzellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei einer Farmgr\u00f6\u00dfe von ca. 25.000 ha kann man sich leicht vorstellen, dass da viele Kilometer Weidezaun zusammen kommen. Vielen anderen Farmern ist das t\u00e4gliche Umtreiben zu l\u00e4stig und sie behalten lieber ihr altes Weidesystem bei, riskieren dabei in einem derart trockenen Klima eine \u00dcberweidung ihres Landes. Auf einer Menge Farmen sind Anzeichen daf\u00fcr zu erkennen &#8211; kleine Canyonbildung (nach Platzregen) und teilweise Verw\u00fcstung sind die Folge einer fehlenden oder schadhaften Pflanzendecke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir fuhren mit dem Hi-Lux \u00fcber das h\u00fcgelige Gel\u00e4nde, durch ausgetrocknete Riviere (Fl\u00fcsse) und an gro\u00dfen Rinderherden vorbei, hatten f\u00fcr die bessere \u00dcbersicht einfach Campingst\u00fchle auf die Ladefl\u00e4che gestellt. Sp\u00e4ter mussten wir noch die Werkstatt des \u00fcber 80-j\u00e4hrigen Seniors bestaunen, der hier zwei alte Hanomag Pick-Ups seit vielen Jahren selber wartet, repariert und zu Multifunktionsvehikeln umgebaut hat. So geht er in einem der beiden (als Camper ausger\u00fcstet) mit seiner auch \u00fcber 80-j\u00e4hrigen Frau noch mindestens einmal im Jahr auf gro\u00dfe Reise durch den S\u00fcden. Die Menschen hier scheinen viel \u00e4lter zu werden als bei uns und bleiben bis in hohe Jahre noch sehr, sehr aktiv.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch ist dem Erfindungsreichtum keine Grenze gesetzt, muss man sich doch oft ohne Werkst\u00e4tten oder fremde Hilfe durchschlagen. Aus alten Metallf\u00e4ssern werden zum Beispiel mit Maschendraht und Holzkohle K\u00fchlschr\u00e4nke gebaut, die nach dem Prinzip der Verdunstungsk\u00e4lte funktionieren, um Zeiten ohne Elektrizit\u00e4t zu \u00fcberbr\u00fccken. Kaum ein Fahrzeug ist im Originalzustand, hier wurde etwas abgeflext, dort etwas angeschwei\u00dft oder draufgebaut. ABE und Gutachten sind unbekannt.<\/p>\n<div>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/wp-content\/images\/vonarnim\/jagdwagen.jpg\" border=\"0\" style=\"border: 0; float: right; margin: 15px;\" \/><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter geht es in Richtung Osten mit Station auf einer Farm, der man schon den Trend der neuen Zeit ansieht. Durch wirtschaftliche Einbu\u00dfen zu Alternativen gezwungen, versucht man nun immer \u00f6fter den Farm- und Jagdtourismus als neues Standbein einzuf\u00fchren. F\u00fcr gute Deutschmark kann man sich hier einquartieren und entweder beim Farmbetrieb helfend zur Hand gehen oder sich als Luxusjagdgast zu den besten Troph\u00e4en verhelfen lassen. Inklusive der Abschussgeb\u00fchren kommen da schon einige tausend Mark pro Woche zusammen. Wir bleiben jedoch nur bis zum Nachmittagstee und setzen unsere Fahrt zum n\u00e4chsten Ziel fort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zu dem Ort Witvlei (Tankstelle, Laden, 3 H\u00e4user) sp\u00fcren wir noch den Teerbelag der B6 unter den R\u00e4dern, danach biegen wir in Richtung S\u00fcden auf die Pad 1793, ab hier nur noch Schotter- und Staubpisten &#8211; endlich. Was einem vorher schon recht einsam vorkam, wird hier nochmals verst\u00e4rkt. Tagelang sehen wir bis auf unsere Gastgeber keinen anderen Menschen. Die Farmer sind in vielen Dingen auf das wirklich Wesentliche reduziert, k\u00f6nnen sich mit sich selber besch\u00e4ftigen, nutzen ihre Zeit sinnvoll. Das Leben ist zweifelsohne hart hier am Rande der Kalahari, der Nossob-Fluss hat seit Jahren kein Wasser mehr gef\u00fchrt, die Brunnen m\u00fcssen immer tiefer gebohrt werden. Eigentlich unvorstellbar, denn ich habe Bilder vor Augen, wie sich Bekannte zu Fu\u00df durch die Brust hohen Fluten k\u00e4mpfen, um an einer Party auf der Nachbarfarm teilzunehmen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir spannen etwas aus, unternehmen lange Fahrten \u00fcber verschiedene Farmen, begutachten eine Brunnenbohrung und genie\u00dfen die unendliche Weite dieses Buschlandes. Der gesch\u00e4ftliche Nachfolger eines Onkels besitzt eine Wildfarm, auf der wir uns zu ausgedehnten Pirschfahrten einfinden. Ein umgebauter 109er SIII Pick-Up, dient dabei als Fahrzeug. Man steht auf der Ladefl\u00e4che, ein wenig von einem schr\u00e4g nach hinten verlaufendem Gestell &#8211; eine Art \u00dcberrollb\u00fcgel &#8211; gest\u00fctzt und hat vor sich eine gepolsterte Ablage f\u00fcr Fernglas und Gewehr. Ein schwarzer &#8222;game-tracker&#8220; steht daneben und nimmt mit ge\u00fcbten Augen die kleinste Bewegung im Busch wahr, unterscheidet sicher die Tiersilouetten von denen der B\u00fcsche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwann geht es dann weiter in den n\u00f6rdlicheren Teil des Landes; wir bestaunen mal wieder die in der Abendsonne goldgelb gl\u00e4nzende Abbruchkante des Waterbergs und verbringen die Nacht auf geschichtstr\u00e4chtigem Boden in einer alter deutschen Schutztruppen-Station. Hier fand 1904 die gr\u00f6\u00dfte Schlacht zwischen Deutschen Soldaten und Hereros statt &#8211; die Frage nach dem Sieger er\u00fcbrigt sich. Auf einer Farm in der N\u00e4he verbringen wir einen angenehmen und interessanten Nachmittag, k\u00f6nnen mit dem 109er Station Wagon kreuz und quer durch den Busch fahren und begegnen nur einigen Strau\u00dfen und Eland-Antilopen. Wenige Kilometer weiter nach Osten ist dann ab dem Ort Okakarara Ende mit westlicher Zivilisation, denn hier beginnt das Hereroland. Au\u00dfer den Angeh\u00f6rigen dieses Stammes darf sich hier niemand niederlassen. Wir tanken auch nur kurz auf und machen uns dann weiter auf den Weg zur Etosha-Pfanne, wobei wir uns bem\u00fchen, die kleinen Nebenpads zu benutzen. Irgendwie schaffen wir es dann auch, den Hoba Meteoriten nicht zu verpassen und machen hier Pause von der mehr als staubigen Fahrerei. Hoba ist der gr\u00f6\u00dfte je gefundene Meteorit, der noch in einem St\u00fcck zu bewundern ist. Sein Gewicht betr\u00e4gt ca. 55 Tonnen und er besteht zu \u00fcber 90% aus Eisen; den Rest teilen sich Nickel (7%), Kobalt, Kupfer und Chrom.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abends schl\u00fcpfen wir gerade noch durch das schon schlie\u00dfende Tor des Etosha-Parks und kommen in dem alten deutschen Fort Namutoni unter. Der n\u00e4chste Tag steht ganz im Zeichen von Pirschfahrten durch diesen Park, der gr\u00f6\u00dftenteils von einer Salzpfanne eingenommen wird. Die wei\u00dfe Ebene reflektiert die ohnehin schon brutale Sonne, sodass es eigentlich unertr\u00e4glich wird und wir vollkommen ausgetrocknet in den Pool des Camps Okaukuejo springen. Hier sind wir dank der Hilfe einer Freundin bei der Naturschutzbeh\u00f6rde sogar in einem klimatisierten Bungalow einquartiert worden. Sie hatte unsere Ankunft \u00fcber Funk angemeldet und daf\u00fcr gesorgt, dass wir in den Genuss dieser Angestelltenwohnung kamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbelste Pisten f\u00fchren uns sp\u00e4ter weiter nach S\u00fcdwesten zum versteinerten Wald und zu einem Tal, wo man hunderte von Buschmann-Malereien betrachten kann. Die Besonderheit hier ist, dass die Darstellungen eigentlich nicht gemalt, sondern in den Fels geritzt sind. Im Restcamp von Khorixas verbringen wir eine hei\u00dfe und sehr ungem\u00fctliche Nacht, die von der Jagd auf 10 &#8211; 15 cm gro\u00dfe Spinnen gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter geht es auf Sand und Schotter zum Brandbergmassiv, das Heimat der &#8222;White Lady&#8220; ist. Eine Felsmalerei, die eine wei\u00dfe Frau darstellt und bei vielen Forschern eine Unzahl von Spekulationen hervorruft. Die Abbildung von wei\u00dfen Menschen ist in der afrikanischen Fr\u00fchgeschichte au\u00dfer dieser einen Ausnahme nicht bekannt. Von hier aus fahren wir durch eine baumlose Ebene in Richtung K\u00fcste. Man m\u00f6chte vermuten, dass es eigentlich irgendwann \u00fcber Serpentinen bis auf Meeresniveau hinuntergeht, um den H\u00f6henunterschied von mehr als 1000 Metern zu bew\u00e4ltigen, aber mit einem Male ist die Stra\u00dfe zu Ende und man f\u00e4llt quasi in den S\u00fcdatlantik. Die Neigung der Pad ist so gering und \u00fcber sicherlich 100 Kilometer verteilt, dass man es nicht merkt, wie es langsam tiefer geht. Lediglich die h\u00f6her werdende Luftfeuchtigkeit und die zunehmende K\u00fchle verraten Meeresn\u00e4he.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/wp-content\/images\/vonarnim\/swakop.jpg\" border=\"0\" style=\"border: 0; float: right; margin: 15px;\" \/><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die K\u00fcstenstra\u00dfe (aus Salz &#8211; und somit bei Regen wie Glatteis) f\u00fchrt uns erst ein St\u00fcck nach Norden auf die Skelettk\u00fcste zu. Dutzende von Schiffswracks zeigen zum Teil nur noch ihre Spanten, sind total verrostet und auseinandergefallen &#8211; daher der Name. Manche von Ihnen liegen weit im Landesinneren, da die K\u00fcste st\u00e4ndig in Bewegung ist; Teile verlanden und andere werden von den Brechern fortgerissen. Eines haben sie aber gemeinsam: sie sind absolut lebensfeindlich, ohne Wasser und vern\u00fcnftige Orientierung ist man sicherlich schnell verloren. Hier sp\u00fcrt man besonders, warum S\u00fcdwestafrika\/Namibia auch &#8222;Das Land das Gott im Zorn erschaffen hat&#8220; genannt wird. Trotzdem verstehen es z. B. die Damara auch in den Weiten dieser D\u00fcnenlandschaft zu \u00fcberleben und zu jagen. Mit etwas Gl\u00fcck kann man Oryx-Antilopen oder sogar die scheuen W\u00fcstenelefanten beobachten.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir w\u00e4hlen Swakopmund als Basis f\u00fcr Touren in die Namib-W\u00fcste, fahren durch die faszinierende Mondlandschaft, die der Swakop in tausenden von Jahren geschaffen hat. Es ist immer wieder eindrucksvoll zu sehen, was Wassermassen zu leisten verm\u00f6gen &#8211; und beinahe unglaubhaft wenn man durch das ausgetrocknete Flu\u00dfbett f\u00e4hrt. Der 109er bringt uns zwar \u00e4chzend aber ohne Pannen durch die D\u00fcnen. Es gibt bestimmte &#8222;Wege&#8220;, die man fahren sollte, denn das \u00d6kosystem W\u00fcste ist sehr anf\u00e4llig und wie nachhaltig R\u00e4der die Oberfl\u00e4che sch\u00e4digen k\u00f6nnen kann man hier leider noch nach nahezu hundert Jahren betrachten. Die Spuren der Ochsenkarren aus der Anfangszeit der Kolonisation f\u00fchren immer noch stetig nach Osten. Der Flechtenbewuchs braucht etliche Jahre, um \u00fcberhaupt entstehen zu k\u00f6nnen und wenn er einmal zerst\u00f6rt ist, findet der stetige Wind Angriffsfl\u00e4che f\u00fcr Erosion. Trotzdem gibt es auch hier gen\u00fcgend M\u00f6glichkeiten sich auszutoben. An den sichelf\u00f6rmigen Wanderd\u00fcnen wird kr\u00e4ftig mit Snowboards gefahren und auch die leichten und PS starken Trial- und Beachfahrzeuge kommen h\u00e4ufig zum Einsatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas weiter die K\u00fcste entlang beginnt eines der Angelparadise des s\u00fcdlichen Afrika. Hier stehen etliche kleine H\u00e4uschen, die immer nur in den Ferien bewohnt werden. Dann kommen \u00fcber hunderte und tausende Kilometer Entfernung die Pick-Ups angerollt, die gro\u00dfen Angeln vorne an der Sto\u00dfstange befestigt und fahren bis auf den Strand. Die M\u00e4nner stehen dann wochenlang in der Brandung und versuchen, dem n\u00e4hrstoffreichen Benguela-Strom die unterschiedlichsten Fische zu entrei\u00dfen, w\u00e4hrend die restlichen Familienmitglieder die Zeit totschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns steht eine Fahrt durch den \u00f6stlichen Teil der Namib auf teilweise gut ausgebauten Schotterpisten an; wir fahren \u00fcber Solitaire und Maltah\u00f6he ins Namaland. Hier werden wir auf einer Farm so derartig von einem der ber\u00fcchtigten Unwetter \u00fcberrascht, da\u00df an eine Weiterfahrt nicht zu denken ist. So stehen wir am Rand einer Abfahrt in das Tal des Fish-Flusses und m\u00fcssen zusehen, wie die Fluten immer h\u00f6her kommen und uns den Weg versperren. Da wir telefonisch angemeldet waren und eine grobe Ankunftszeit mitgeteilt hatten vermisste man uns schlie\u00dflich doch und wir konnten beobachten, wie der Farmer nach dem Ende des Regens mit seinem Flugzeug Kreise auf der Suche nach uns zog. Wir wurden dann auch bald entdeckt, unser Standort per Funk zur Basis weitergegeben und man holte uns \u00fcber Umwege auf einer passierbaren Furt ab. Wir sollten einige Tage sp\u00e4ter noch einmal einen derartigen Platzregen erleben, als wir in der N\u00e4he von Keetmanshoop zum K\u00f6cherbaum-Wald fuhren. Die tiefen schwarzen Wolken zogen uns langsam entgegen und mit den ersten Tropfen lief uns auch auf der Piste eine ca. 20 cm hohe Wasser-&#8222;Walze&#8220; entgegen. Solch Oberfl\u00e4chenwasser ist typisch f\u00fcr Starkregenereignisse in diesen Gebieten, der trockene Boden vermag die Wassermassen garnicht aufzunehmen.<\/p>\n<\/div>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.viermalvier.de\/archiv\/wp-content\/images\/vonarnim\/geld.jpg\" border=\"0\" style=\"border: 0; float: right; margin: 15px;\" \/><\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor wir uns via Fishriver-Canyon, der zweitgr\u00f6\u00dfte nach dem Grand Canyon in Arizona, wieder auf den Weg nach Kapstadt machten, stand aber noch einmal ein Besuch in L\u00fcderitz auf dem Programm. Nach dem Kaufmann Adolf L\u00fcderitz benannt, hat der Ort an der K\u00fcste mittlerweile einen sehr verschlafenen Charakter, der Hafen versandet langsam und die Zeiten der gro\u00dfen Diamantfunde vor den Toren der Stadt sind auch vorbei. Es gibt noch Photos, auf denen man Diamantsucher abgelichtet hat, die auf allen Vieren \u00fcber den W\u00fcstenboden kriechen und die Edelsteine einfach so aufsammeln. Heutzutage muss man im s\u00fcdlich gelegenen Sperrgebiet schon viele Tonnen Material bewegen, um ein Karat Diamanten zu finden. Man geht sogar dazu \u00fcber, den vorgelagerten Meeresboden mit Tauchern und Schleppnetzen abzusuchen. Die Geisterstadt Kolmanskoppe zeugt noch von den Spuren eines bl\u00fchenden Ortes zu Beginn der Kolonialzeit, sogar die alte Holzkegelbahn ist noch erhalten. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Ortes steht allerdings halb unter Sand begraben und was nicht zugeweht ist wurde in vielen Jahren vom Sandstrahlgebl\u00e4se des ewigen Windes total perforiert. Auf unserem R\u00fcckweg nach Osten k\u00f6nnen wir den nicht allt\u00e4glichen Anblick einer kleinen Herde Wildpferde genie\u00dfen, die unsere Pad kreuzen und vorsichtig aber nicht \u00e4ngstlich auch mal kurz anhalten. Obwohl sie nach europ\u00e4ischem Standard nicht gerade gut im Futter stehen, scheint es ihnen nicht schlecht zu gehen, denn sie haben immerhin drei Fohlen in ihrer Mitte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit unserem Grenz\u00fcbertritt bei Noordoewer bewegen wir uns dann weg von dem Land, das als &#8222;Hart wie Kameldornholz&#8220; besungen wird, weg von einem ganz besonderen Teil Afrikas, der jeden unwiderruflich in seinen Bann zieht.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">H. Jochen von Arnim &#8222;Keine Nacht ist so schwarz wie die in Afrika.&#8220; Dieser Spruch von meinem Vater fiel mir mal wieder ein, als ich vor meinem Zimmer die letzte Zigarette des Tages rauchte und in die Dunkelheit blickte. Wie recht er doch hatte, denn ich konnte die B\u00fcsche auf 20 Meter nicht erkennen. 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