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#362804 - 16.11.2009 14:05
Die Hölle von Verdun
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Gestern war Kriegsopfergedenktag, ein Tag zur Besinnung auf die Notwendigkeit des Friedens und des Gedenkens an die Kriegstoten. Und davon hatten gerade wir Deutschen unzählige – im eigenen Volk. Aber auch zahllose Tote, die Deutsche fremden Völkern gegenüber zu verantworten haben. Nachfolgend einige Fotos von einem Besuch in Verdun, einer Stadt, die für immer mit der Titulierung „Die Hölle von Verdun“ verbunden sein wird. Hier hat eine der ersten Massenvernichtungsschlachten im industriellen Großmaßstab stattgefunden. Hier wurde mit dem Einsatz von Giftgas „experimentiert“ und die Begriffe Trommelfeuer und Stellungskrieg geprägt. Strategie der deutschen Generalität war es, den Gegner auszubluten – um jeden Preis. Dabei kam es bewußt nicht auf die Minimierung der eigenen Verluste an. Insgesamt wurden auf wenige Quadratkilometer über 50 Millionen Granaten abgefeuert und es kamen bei Verdun insgesamt etwa 3,7 Millionen Soldaten zum Einsatz. Die genaue Zahl der Toten ist unbekannt. Die Schätzungen liegen irgendwo im sechsstelligen Bereich. Und nach den paar Monaten der gegenseitigen Massenvernichtung zwischen Februar und Dezember 1916 hatte sich der Frontverlauf kaum verändert. Die Festung Verdun hatte standgehalten. Die Schlacht war sinnlos gewesen. Wenn man Verdun sehen will, ist ein regnerischer, nebeliger Herbsttag übrigens genau das richtige. Und wenn es auf der Welt irgendwo eine absolute No-go-Area bezüglich Offroad gibt, dann hier. Brauch ich wohl nicht näher zu erläutern. Jetzt aber zu den Fotos. „Blutpumpe“ wurde Verdun auch von den Soldaten genannt:  Geschütz vor dem Eingang des „Memorial“, dem Museum:  Necropole Nationale, diesen Begriff hatte ich nie zuvor gehört:  Gräber und Beinhaus:  mfG Rainer P.S. Weitere Fotos folgen.
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Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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#362825 - 16.11.2009 15:43
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Wildwux]
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Patrolier
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Aus dem ersten Weltkrieg ist nix gelernt worden: http://www.viermalvier.de/ubb_portal/ubbthreads.php/topics/33908/HT1#Post33909Warum sollte es nach dem zweiten anders sein? Seit Neandertal sind wir nicht einen Schritt weiter. Schaut Euch einfach um. Die Höllen sind nicht weniger geworden. "Über gezeichnetem Haupt die nackte Gewalt des Gestirns ward der Kampf uns verhängt und wir ertrugen die Glut. Namen nennen Euch hier den Ort wo wir kämpften und fielen: Wüste heißt dieser Ort. Erde, spurloser Sand. Wüstenwind hüllte uns ein, die Leiber versengend, die Herzen. Schicksalssturm löschte das Licht unseres irdischen Tags. Was wir gewesen, Ihr seid’s. Und was uns verhängt war, bedroht euch. Lernt aus verwehter Spur. Sorgt, dass die Wüste nicht wächst." Gruß
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#362850 - 16.11.2009 17:26
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Wildwux]
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@Wildwux: Gruselig? Ja schon, weil die Medaille war ja an die Gegenseite gerichtet und sollte Angst machen. Ausdrücklich dem französischen General Petain und den Alliierten gewidmet, sollte die Medaille die Botschaft überbringen „Seht her, wie wir euch das Blut abpumpen.“ Die Franzosen ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Sie setzten der Blutpumpe der Deutschen die französche Noria (von der Wortbedeutung her eigentlich ein Wasserschöpfrad bestehend aus Eimern und Seilen) entgegen. Ununterbrochen fuhren in einem Takt von 14 Sekunden achttausend LKWs an die Front – über eine Entfernung von 60 km. So konnten pro Woche etwa 100 000 Soldaten und 50 000 Tonnen Munition und Kriegsmaterial an die Front transportiert werden und auf der Rückfahrt die verletzten Soldaten und abgelösten Einheiten mitgenommen werden. Das System wurde auch Paternoster genannt und dadurch haben die Franzosen immer wieder frisches Blut bekommen. Sozusagen mittels Schöpfrad-Paternoster eine permanente Bluttransfusion, wenn das Bild in diesem Zusammenhang nicht zu makaber ist.
mfG Rainer
P.S. Als ich dort war, hat es zeitweilig richtig geschüttet. Landregen. Bei solchem Wetter ist dann abseits der Besucherschwerpunkte keine Menschenseele und man kann sich ungestört seinen Empfindungen hingeben. Ich persönlich habe draußen auf den Schachtfeldern, inmitten der Wiesen und Felder, denen man die schreckliche Vergangenheit ja nicht mehr ansieht, eigentlich nur tiefe Trauer empfunden. Bei der Besichtigung des riesigen Forts Douaumont hingegen muß ich gestehen, kam bei mir mehr ein technisches Interesse auf. Wie das Fort angelegt ist, wie seine Infrastruktur beschaffen war, wie man darin monatelang leben kann, wie so ein Bau überhaupt eingenommen werden kann usw. Aber richtig Grusel kann man sehr wohl im Museum bekommen, wenn man sieht mit welcher Perfidie die Militärs ihre Tötungsmaschinerie perfektioniert hatten. Wenn man z.B. die verschiedenen Sorten von Stacheldrahtverhau und gleichzeitig die unterschiedlichsten Drahtscheren zur Beseitigung der Hindernisse vergleichen kann. Wenn man sieht, wie das Symboltier des Friedens, die Taube, zur Informationsübermittlung eingesetzt wurde. Oder wenn als Pervertierung der Ingenieurskunst und des Inbegriffs menschlicher Freiheit und Sehnsucht, es dem Vogel gleichzutun, Fesselballons zur Präzisierung des Artilleriefeuers in die Luft gelassen wurden. Der Traum vom Fliegen – an die Leine genommen. Die Balloninsassen feindlichen Fliegern und Scharfschützen hilflos ausgeliefert ohne die geringste Fluchtmöglichkeit. Wenn man sieht, wie durch Gas erblindete Soldaten in schier endloser Reihe nach hinten geführt werden. Wenn man Fotos von Granattrichtern sieht, deren Inhalt einfach unbeschreiblich ist...
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Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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#362901 - 16.11.2009 20:32
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: ]
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O.K. – dann auch noch von mir noch ein paar Tips zum lesen und schauen. „Im Westen nichts Neues“ als Buch von Erich Maria Remarque lesenswert und als gleichnamiger Film sehenswert. Und was speziell den Gebirgskrieg anbelangt: „Sperrfort Rocca Alta“ von Luis Trenker, der dort als junger Offizier ein Jahr im ersten Weltkrieg unter dem permanenten Beschuß vom höhergelegenen Monte Verena verbringen mußte. Auf der Hochfläche von Asiago. Vom selben Autor „Berge in Flammen“ – auch verfilmt. Einer der profundesten Kenner der Kriegshandlungen im ersten Weltkrieg war der Südtiroler Gunther Langes. Sein Buch „Die Front in Fels und Eis“ ist ein reich bebildertes Standartwerk über den Weltkrieg 1914-1918 im Hochgebirge. Von einem Österreicher, dem verstorbenen Oberstleutnant Walther Schaumann gibt es den mehrbändigen „Führer zu den Schauplätzen des Gebirgskrieges“. Mit vielen genauen Tourenbeschreibungen, Fotos und Skizzen – sehr detailliert! Walther Schaumann ist auch einer der Begründer der Organisation „Dolomitenfreunde“, welche sich der Erinnerung an den Gebirgskrieg widmet und alte Frontwege wiederherrichtet bzw. instandhält. Via della Pace – Friedensweg ist das Stichwort. Der Verein baut auch Bivacks und Schutzhütten und betreibt in Kötschach-Mauthen ein sehr sehenswertes Museum und zudem ein ausgedehntes Freiluft-Museum am Pöckenpass – kleiner Pal. http://www.dolomitenfreunde.at/Es gibt aber mittlerweile noch viel, viel mehr. Die hobbymäßige Beschäftigung mit alten Festungen, Kriegsbauten usw. ist ne richtige Mode geworden. mfG Rainer
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Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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#362988 - 17.11.2009 09:15
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Till]
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*hüstel*
Ihr wisst schon, was es mit Ernst Jünger auf sich hat, nehme ich an?! Falls du auf die oft kolportierte angebliche "Kriegsverherrlichung" und die Ausschlachtung seiner o.g. Frühwerke durch die nationalsozialistische Propaganda anspielst, so gehe ich davon aus, dass der geneigte Leser intellektuell in der Lage sein sollte, diese Interpretation herauszufiltern. Nur weil Kommentatoren ihre Meinung zum besten geben, muss man diesen manchmal verqueren Gedanken nicht folgen. Die Reflexion der obigen Schriften erfordet kritisches Lesen und Beschäftigung mit der Psyche der damaligen Zeit. Aber gerade weil der Autor nicht völlig platt den "schrecklichen Krieg" beschreibt und mit pazifistischen Gedanken nur so um sich wirft finde ICH die Texte umso interessanter. Sie zeigen meiner Meinung nach sehr gut, wie es um das Innere einiger der damaligen Protagonisten bestellt war. Erich Maria Remarque hat z.B. einen ganz anderen Ansatz, das Geschehen zu beschreiben. Das ist nicht minder interessant und wertvoll aber nur weil Ernst Jünger in den Frühwerken nicht den Pazifismus predigt, heißt das noch lange nicht, dass er weniger lesenswert wäre. Der geneigte Leser muss sich eben selber seine Meinung bilden, wie immer ... Gruß Jens
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#362994 - 17.11.2009 09:43
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: RainerD]
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ich hätte da auch noch ein paar andere Bücher, allerdings nicht für Leute mit schwachen Magenfunktionen Ernst Friedrich Krieg dem Kriege "Das Ebenbild Gottes" "Dieses Buch "sollten wir nicht unsern Freunden zeigen, denen, die schon Pazifisten sind, also nicht den alten Fehler wiederholen, der so oft gemacht wird: Missionare nach Rom zu schicken - sondern wir sollten es den Gegnern zeigen. In Versammlungen, in Schulen, in Vereinen, an Stammtischen - dieses Grauen kennt ja keiner von denen. Und man sollte das Buch auch Frauen zeigen, gerade Frauen zeigen. Die Fotografien der Schlachtfelder, diese Abdeckereien des Krieges, die Photographien der Kriegsverstümmelten gehören zu den fürchterlichsten Dokumenten, die mir jemals unter die Augen gekommen sind. Es gibt kein kriminalistisches Werk, keine Publikation, die etwas ähnliches an Grausamkeit, an letzter Wahrhaftigkeit, an Belehrung böte. Denen, die mir so oft bejahend zugehört haben, lege ich nahe: Das Buch in einem oder mehreren Exemplaren zu kaufen und für seine Verbreitung zu sorgen." Kurt Tucholsky in der Weltbühne. ************************************************************************** Die Pflasterkästen. Ein Feldsanitätsroman. von Alexander Moritz Frey. Oder vom II. WK Verlorene Ehre - Verratene Treue. Zeitzeugenbericht eines Soldaten von Herbert Maeger.
Bearbeitet von TGB_11 (17.11.2009 09:47)
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#363045 - 17.11.2009 13:13
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: TGB_11]
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Uhrturm
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Ort: Im Elfenbeinturm
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Um nochmal auf Verdun zurück zu kommen: Wir haben dort immer wieder Station gemacht, auf dem Weg in die Bretagne. Schon die Ausdehnung der Schlachtfelder ist bedrückend, die Denkmäler, Beinhäuser, Friedhöfe sind es ebenso. Aber am nachhaltigsten schockiert war ich von einem Spaziergang im Wald.
Es ist ein schöner, dichter, kraftstrotzender Wald, den man auf guten Wegen durchquert. Ein Wohlfühlwald - und doch kam mir irgend etwas komisch an ihm vor. Es dauerte einige Zeit, bis ich erkannte, was mich an dem schönen Wald so störte: Es war der Boden. Weniger der Boden an sich, als vielmehr die Tatsache, dass kein winziges Stückchen davon eben war - die Forststraße unter unseren Füßen mal ausgenommen. Der gesamte Waldboden besteht aus einer scheinbar unendlichen Aneinanderreihung von Trichtern. Loch grenzt unmittelbar an Loch, und wo ein Krater unvollständig ist, dann nur deshalb, weil er von einem anderen, späteren überlagert wird.
Sich vorzustellen, dass unter all diesen Löchern menschliche Leiber einmal waren, die wie in einer gigantischen landwirtschaftlichen Maschine zerhackt und verteilt worden sind, dass die Blüte zweier Völker, eine gesamte Generation hier abgeschlachtet worden ist, auf Befehl von Politikern und Generälen in ihren Gutshöfen und Chateaux, das war mehr, als ich ertragen konnte. Ich musste raus aus dem Wald.
Marcus
Bearbeitet von Ar Gwenn (17.11.2009 15:51)
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Und wieder ein Post mehr auf dem Zähler!
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#363457 - 18.11.2009 16:43
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Till]
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Pawlow
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Beiträge: 2020
Ort: Frankreich
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Ich habe hier ein paar Wortmeldungen gelesen, die es verdienen, gepostet worden zu sein! Und das ist hinreichend selten, weshalb es hiermit hervorgehoben sei!  Es gibt ein Datum des Abschlachtens im 1.Weltkrieg, welches zu beiden Seiten des Rheins nie wirklich ins oeffentliche Bewusstsein gelangt ist, obwohl hier schlagartig der Wahn dieses Krieges deutlich wurde. Und vielleicht erklaert sich dies eben durch die nackte Wahrheit, die in "heroischen" Zeiten den Herren der Konflikte ein stoerendes Detail bei der Durchfuehrung ihrer Verbrechen ist! Ich spreche vom Morden am "Chemin des Dames", Picardie! Im April 1917 traten dort franzoesische Truppen zur Offensive gegen deutsche Linien an. Die Front, beginnend bei der Ortschaft Craonne, betrug nur ca. 25-30 km. Es sollte eine Blitzoffensive werden und der verantwortliche General Robert Nivelle erklaerte vorher: "Wir werden in wenigen Stunden in der Lage sein, die Front aufzubrechen und bis zu 10 Km tief vorruecken! Wenn dieser Durchbruch nicht sofort gelingt, stoppe ich die gesamte Operation in 48 Stunden!" Er stoppte nichts - und zehn (!) Tage spaeter waren seine Truppen ganze 500m vorgerueckt. Eine Welle nach der anderen schickte er seine Soldaten in ein ununterbrochenes Attellerie-Feuer. Laengst war auch den Offizieren klar geworden, dass es hier nicht mehr nur um einen - militaerisch ohnehin weitgehend sinnlosen - Gelaendegewinn ging, sondern um die Sturheit eines Generals, der einem persoenlichen Erfolg nachjagte. 30 000 Poilus waren tot!! Dieses Massaker sprach sich schnell herum und hatte die ersten Meutereien zur Folge. Meutereien nicht im eigentlichen Sinn, denn nie wurden die Waffen gegen eigene Offiziere gerichtet - einfach nur Mutlosigkeit und tiefe Zweifel am Sinn der Kriegsfuehrung. 3500 Poilus wurden deshalb insgesamt an den Fronten vor Militaergerichte gestellt und verurteilt; die Zahl der Exekutionen ist umstritten, man spricht von 600. Zur Abschreckung wurden jedenfalls in Schnellverfahren 60-70 Soldaten sofort erschossen. Nicht etwa, wegen nachgewiesener Vergehen, sondern, wie es hiess: "fusillés pour l'example"! Nivelle wurde nie zur Rechenschaft gezogen, sondern zu den Truppen nach Afrika versetzt! Damals entstand ein Lied, dessen Urheber von der Militaerfuehrung unter Auslobung einer sehr hohen Geldsumme fieberhaft gesucht wurde - umsonst! Es ist ein erschuetterndes, duesteres Abschiedslied der Poilus ans Leben, mit einer letzten Auflehnung gegenueber denen, die sie in einen sinnlosen Tod schicken. Wer es einmal - selbst heute ! - gehoert hat, wird es nie vergessen koennen, denn diese Worte und die Melodie treffen pfeilgenau ins Herz. Ich finde nur eine sehr unzureichende Uebersetzung, die auch nicht annaehernd die Kraft des Originals hat. Deshalb hier nur in franzoesisch: Chanson de Craonne: Quand au bout d'huit jours, le r'pos terminé, On va r'prendre les tranchées, Notre place est si utile Que sans nous on prend la pile. Mais c'est bien fini, on en a assez, Personn' ne veut plus marcher, Et le coeur bien gros, comm' dans un sanglot On dit adieu aux civ'lots. Même sans tambour, même sans trompette, On s'en va là haut en baissant la tête. Refrain: Adieu la vie, adieu l'amour, Adieu toutes les femmes. C'est bien fini, c'est pour toujours, De cette guerre infâme. C'est à Craonne, sur le plateau, Qu'on doit laisser sa peau Car nous sommes tous condamnés C'est nous les sacrifiés ! C'est malheureux d'voir sur les grands boul'vards Tous ces gros qui font leur foire ; Si pour eux la vie est rose, Pour nous c'est pas la mêm' chose. Au lieu de s'cacher, tous ces embusqués, F'raient mieux d'monter aux tranchées Pour défendr' leurs biens, car nous n'avons rien, Nous autr's, les pauvr's purotins. Tous les camarades sont enterrés là, Pour défendr' les biens de ces messieurs-là. au Refrain Huit jours de tranchées, huit jours de souffrance, Pourtant on a l'espérance Que ce soir viendra la r'lève Que nous attendons sans trêve. Soudain, dans la nuit et dans le silence, On voit quelqu'un qui s'avance, C'est un officier de chasseurs à pied, Qui vient pour nous remplacer. Doucement dans l'ombre, sous la pluie qui tombe Les petits chasseurs vont chercher leurs tombes. Refrain Ceux qu'ont l'pognon, ceux-là r'viendront, Car c'est pour eux qu'on crève. Mais c'est fini, car les trouffions Vont tous se mettre en grève. Ce s'ra votre tour, messieurs les gros, De monter sur l'plateau, Car si vous voulez la guerre, Payez-la de votre peau ! (Die letzte Strophe in deutsch: "Die, die die Kohle haben, sie kommen zurueck (nach Hause) denn fuer sie krepieren wir; Aber jetzt ist Schluss, denn die einfachen Soldaten werden alle streiken. Nun kommt eure Zeit, ihr dicken (wichtigen) Herrn, auf das (Schlacht-)Feld zu steigen, denn, wenn ihr den Krieg wollt, dann bezahlt ihn mit eurer eigenen Haut!") P.S. Geschrieben wurde das Lied 1917 - fuer die Oeffentlichkeit verboten war es bis 1974!
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Ivan Petrovitch, Nobelpreis 1904 (Medizin, Physiologie)
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#363484 - 18.11.2009 19:03
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Maschtuff]
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our best location scout
Registriert: 18.05.2004
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Nun ja, es wird glaubwürdig berichtet, daß es in einzelnen Bereichen der Westfront zu Weihnachten kurzzeitig eine Verbrüderung der verfeindeten Soldaten gegeben hat. Die Soldaten haben gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und in manchen Fällen sogar kleine Geschenke ausgetauscht. Dieser „private Waffenstillstand“ erfolgte natürlich ohne Wissen der Generalität, allenfalls unter Duldung der unmittelbaren Frontoffiziere beider Seiten. So haben die Waffen wenigstens mal für eine kurze Zeit geschwiegen.
Und die russischen Soldaten haben nicht nur gesungen (was zweifellos für die Franzosen schon sehr mutig war) – sie haben auch gehandelt. Ein hoffnungsvoller Aufbruch, der nicht nur das verhaßte Zaren-Regime weggefegt hat, sondern leider in den späteren Massenschlächtereien und Völkermorden eines Stalin mündete. Und das, ohne daß er dafür einen äußeren Feind gebraucht hätte. Aber den brauchte ein Pol Pot oder ein Idi Amin ja auch nicht – einige Jahrzehnte später. Das eigene Volk ist oft Bedrohung genug...
mfG Rainer
P.S. sehr schönes, mutiges Lied, auch wenn mein französisch zu schlecht ist, als daß ich sicher sein könnte, jeden Vers absolut richtig zu verstehen. Ist ja auch bei Liedern und Gedichten eh schon schwieriger.
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Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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#363539 - 18.11.2009 20:52
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Sigi_H]
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Motze, festhalten, so gehts in Kenia zum Brötchenholen
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Beiträge: 8666
Ort: Am Fuss der Endmoräne
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Naja, immerhin hat unser neuer Verteidigungsminister ja eingeräumt, " es könnte Krieg sein"
Schlauer Bursche das!
Nur, wofür? Was gibt es in den Bergen da, dass seit 79 erst die Russen und dann die Amis mit Resteuropa so erbittert " aufbauen" ?
Mir wird der Sinn nicht klar, weder in Verdun, noch bei der Invasion, Wo die Amis Tausende in den Tod getrieben haben (Das vorherige Treiben mal ganz ausser acht gelassen), noch in Afganistan. Alle verlieren, immer. Das ist das Ergebnis eines jeden Krieges. Unermessliches Leid, Elend, Zerstörung, Wahnsinn... Die Zeit danach ist immer toll. Vielleicht deshalb? Endlich wieder aufbauen, altes vergessen? Ich kriegs nicht in den Schädel.
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An und ist das Leben für sich schön.
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#363585 - 18.11.2009 22:01
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: flaterric]
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walkabout
Nicht registriert
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Das mit der Normandie erzählst Du am besten mal irgendeiner Bauernfamilie aus Kansas oder Tennessee, die dort Angehörige gelassen haben. Spätestens bei "sinnlos" und in den "Tod getrieben" kann ich mir die Reaktion lebhaft vorstellen... Afghanistan ? - so schwer kann's doch nicht sein... Zum Krieg:  Quälle :Indernett, auf Eigenschaften drücken... Ist von einem jüdischen Bolschewiken mit Künstlername John Heartfield Voller Titel lautet: "Krieg und Leichen- Hoffnung der Reichen" Von dem gibt's auch ein Propagandabildchen mit dem Titel: "Ihr müsst fallen damit die Aktien steigen" Alles platte kommunistische Propaganda - igitt. Dann vielleicht mal nachlesen, was Schneider Creusot im WW I an Deutschland geliefert hat oder Krupp an Frankreich. Oder was die Funktion der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zu Basel war oder die Rolle des deutschen Generalstabs bei der Oktoberrevolution in Russland oder Oder-Neisse... Ansonsten kann man ja mal ein Reisebüro für Touren zu Metzelstätten gründen. Arbeitstitel: Gruseltours - oder Viel erlebt und nix begriffen. Vielleicht auch "Historische rustikale Konjunkturprogramme zur Maximierung der Profitrate"
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#363630 - 18.11.2009 23:38
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: ]
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our best location scout
Registriert: 18.05.2004
Beiträge: 1468
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Kriegstourismus ist nichts neues. Weder individuell noch organisiert. Schon wenige Jahre nach Kriegsende fuhren Autobusse über die Schlachtfelder von Verdun. Und nach den Überlebenden und Hinterbliebenen kamen die Neugierigen und diejenigen, die einen Hauch des Grauens selber verspüren wollten. Pervers? Ich würde eher meinen, menschlich. Und wenn die Schlachtfelder von Verdun zunächst nur den Franzosen und ihren Allierten zugänglich waren, so wurden später auch Besuche von Deutschen wieder möglich – mit dem Ziel des Gedenkens und einer Verständigung der Völker.
Ich zitiere hier mal eine kurze Passage aus dem Werk „Verdun – das große Gericht“ von P.C. Ettighofer, einem Frontkämpfer vor Verdun und rechtskonservativen, völkischen Positionen zugeneigten Autor, aus dem Elsaß stammend.
Verdun, 12.Juli 1936: „Voller Erwartungen unternahmen wir 500 deutsche Frontkämpfer diese Fahrt, die uns nicht nur zu unseren toten Brüdern führen sollte, sondern auch mit den Männern von der Gegenseite bekannt machen mußte. Wir haben sie gekannt, die Männer von der Gegenseite, den Stahlhelm auf dem Kopf, das Gewehr in der Faust, die Mündung eiskalt auf uns gerichtet. Und nun sollten wir sie sehen im schlichten Kleid des Bürgers und des friedliebenden Menschen, die Hände ausgestreckt zum Willkommensgruß. ... Und dann waren wir vor dem Gebeinhaus, schwenkten eine breite Treppe hinan und betraten den gewaltigen Friedhof. Wir stellten uns ganz vorn auf, wo die Flamme der Erinnerung flackerte, das heilige Feuer, am Grabmal des unbekannten Soldaten entzündet und durch Frontkämpferstaffetten bis hierher gebracht. Langsam schlug die Glocke vom Turm des Gebeinhauses, und dann schütterte ein Kanonenschuß über das Schlachtfeld hin. In den Sprachen der hier anwesenden Frontkämpfer legten die Tausende vor den Gebeinen der Toten den Schwur ab, den Weltfrieden zu halten und zu schützen. Und in allen Sprachen Europas hallte es nacheinander weithin durch die Nacht: „Wir schwören es!“ Und nun erlosch das Licht. Nur noch die kleine Flamme der Erinnerung brannte.“
Nur drei Jahre später war wieder Krieg in Europa und es ging auch wieder gegen Frankreich! Offensichtlich reicht eine kleine Flamme nicht aus, den Schrecken des Krieges ausreichend zu beleuchten, damit er von den Menschen dauerhaft wahrgenommen werden kann, in Erinnerung bleibt und im politischen Bewußtsein verankert. Und im Jahr 1936 war der Krieg ja nicht einmal 20 Jahre her und viele, viele Menschen hatten das Grauen selbst erlebt, mit Glück überlebt.
Und deshalb habe ich meinen Abstecher nach Verdun auch nicht nur aus touristischen Gründen unternommen, übrigens schon vor 3 Jahren. Ich würde auch gerne besser verstehen, was immer wieder schiefläuft mit dem Frieden und da ist mir der Verweis auf kapitalistische Kriegstreiberei und reaktionäres Strippenziehertum, wiewohl in vielfacher Hinsicht zutreffend, nicht ausreichend. Insofern beschäftigt mich die Thematik eben nicht nur touristisch und deshalb habe ich mir auch erlaubt, sie aus Anlaß des diesjährigen Volkstrauertages hier einzubringen. Obwohl es eines solchen Anlasses ja eigentlich nicht bedarf.
mfG Rainer
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Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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#363640 - 19.11.2009 07:37
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: RainerD]
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Tim Bendzko 2.0
Registriert: 18.01.2009
Beiträge: 2553
Ort: was ist schon ein Wohnort
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Ich würde auch gerne besser verstehen, was immer wieder schiefläuft mit dem Frieden und da ist mir der Verweis auf kapitalistische Kriegstreiberei und reaktionäres Strippenziehertum, wiewohl in vielfacher Hinsicht zutreffend, nicht ausreichend. Du hast Recht, obwohl es in vielfacher Hinsicht zutrifft, gehören doch immer wieder die Menschen, die Individuen dazu, die dann bereit sind, wie im ehemaligen Jugoslavien, sogar die eigenen Nachbarn umzubringen. Das genau ist es was mich kirre macht. Die Profitgier der Mächtigen ... die ist leicht erklärt, aber die Bereitschaft von Leuten wie Du und ich da mitzumachen ... die geht mir nicht in den Schädel. Kann mich noch an eine Reportage erinnern, in der eine junge britische Ehefrau mit ihrem kleinen Kind im Arm ihren mit Ausrüstung bepackten Mann in den Irak verabschiedet hat mit den Worten: "I know it's important for you ... have fun!" Sigi
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wenn man in diesem System für eine Leistung nichts zahlen muss, sollte man sich Gedanken machen, ob man wirklich der Kunde ist .. sehr wahrscheinlich ist man das Produkt.
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#363660 - 19.11.2009 10:10
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Sigi_H]
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Pawlow
Registriert: 03.06.2005
Beiträge: 2020
Ort: Frankreich
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Wahrscheinlich ist es in F, wo es noch bis vor Kurzem die meisten ueberlebenden Soldaten dieses Krieges gab und erst vor wenigen Monaten starb der letzte. Ich habe sechs oder sieben von ihnen im Laufe der Jahre im Interview erlebt: Da sassen sie zusammengesunken im Stuhl - zwischen 106 und 110 Jahre alt. Fuer die Kameras hatte man sie fein gemacht, will sagen, auf der Jacke steckten die vielen Auszeichnungen. Auszeichnungen oft einfach, weil sie ueberlebt hatten, Zeugen einer Zeit waren, die langsam aus dem Bewusstsein verschwindet und dann nur noch hin und wieder in Geschichtsbuechern auftaucht, nicht immer zutreffend dargestellt!
Wenn man genau hinhoerte, was sie ins Mikro murmelten, dann war da NIE von Heroismus, Kampf und Sieg die Rede. Einen Satz gab es aber immer wieder: "Der Krieg hat nichts Heroisches; es war ein Abschlachten; ein unaufhoerliches Sterben, Verstuemmeln - es war das totale Grauen!"
Am 11.11. standen Sarko und Angela M. am Grab des Unbekannten Soldaten beim Triumpf-Bogen in Paris. Freundschaft und Versoehnung wurden - wieder einmal - so innig beschworen, als seien sie nicht laengst historische Wahrheit und gelebte Gegenwart. Es blieb dem, schon bekannt uninformierten, Praesidenten vorbehalten, in einem Satz Folgendes unterzubringen: "Dieser Krieg war absurd ... usw. usw. ... wir gedenken heute all derer, die weil sie ihre Heimat liebten, auf diesem Felde der EHRE gefallen sind!" Kann man also fuer eine absurde Sache auf einem Felde der EHRE fallen??
Man sieht, es gibt doch noch viel zu tun - und sei es, einem Ersatzmonarchen Geschichtsunterricht zu empfehlen!
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Ivan Petrovitch, Nobelpreis 1904 (Medizin, Physiologie)
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#363695 - 19.11.2009 11:54
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Maschtuff]
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kein zweiter
Nicht registriert
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Was soll Wahn und Krieg schon ermöglichen? Nichts, das anders denn in grotesker oder sowieso eingebildeter Inversion beim Ausflug zu erleben wäre. Kriege ermöglichen Konzepte vom Anderen; ihrerseits gehegt und gepflegt in jeder Apologie von Familie, Volk, Kultur, Nation und Glaube. Weil immer irgendein Spiritualist drunter ist, der glaubt, seinesgleichen wolle gerade nicht Entzweiung: Ja, das ist das Schöne am Spiritualismus, mit dem Sprachfehler nur, daß er nur zu je seinesgleichen sprechen kann. Einigung mit anderen ist ihm verlustbehaftet und liefe mit Konsequenz — bei Strafe der Selbstaufhebung — auf Erkenntnis hinaus: Erkennen Gottes (der Götter, Dinge, Geister und Gespenster, Kobolde und Klabauter, Propheten & Messii — bilde mir bitte einer noch den korrekten Plural — etc.) als kleinste(n) denkbare(n) Nenner. Und die kann er selbst im Falle 'ner Oberhand der eigenen so nicht wollen.
Der Kapitalismus ist ebensowenig außen vor, hat nur für das Konzept vom Anderen den Namen Konkurrenz. Unter beiden Namen vermitteln in aller Regel dieselben Gebäude letzten Endes dieselben Realisierungsprobleme des Kapitals.
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#427386 - 06.12.2010 19:23
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: RainerD]
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our best location scout
Registriert: 18.05.2004
Beiträge: 1468
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Interessant finde ich diesen Dialog zwischen Henryk M. Broder und Hamed Abdel- Samad, als sie gemeinsam Verdun besuchen. Abdel-Samad: „Ich schätze, Du hast noch nie in deinem Leben soviele Gräber gesehen.“ Broder: „Nee, in der Tat nicht.“ Abdel-Samad: „Das war 1916, diese Schlacht von Verdun. Dort sind 1 Million Tote und Verletzte gewesen. Und wenn Deutsche und Franzosen nicht gemeinsam getrauert hätten, und auch diese Erinnerungskultur errichtet hätten – vielleicht wäre die Versöhnung niemals zustande gebracht. Von daher finde ich so einen Ort extrem wichtig.“ Broder: „Ich glaube nur nicht, daß diese Orte eine Bedeutung für die Zukunft haben. Wenn die Menschen aus dem ersten Weltkrieg was gelernt hätten, hätte es keinen zweiten Weltkrieg gegeben. Wenn sie aus dem zweiten Weltkrieg etwas gelernt hätten, dann würden sie nicht still herumsitzen, während in Dafur Tausende massakriert werden. Diese Orte sind rückwärtsgewandt. Ich kann nur hoffen, daß die Menschen hier ein Gefühl für die Notwendigkeit des Friedens bekommen, aber sicher bin ich mir nicht. Als Symbol, mußt du halt wissen, es sind Symbole.“ Lief gestern abend im Ersten Programm. Obiger Ausschnitt: 6:48 bis 7:54 http://www.youtube.com/watch?v=PlxSK9m3HCMmfG Rainer
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Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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#438769 - 11.02.2011 22:21
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Sigi_H]
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Motze, festhalten, so gehts in Kenia zum Brötchenholen
Registriert: 11.07.2004
Beiträge: 8666
Ort: Am Fuss der Endmoräne
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"Auf dem Schlachtfeld wärmt der Ruhm."
Torenworte, Narrentum,
besser wärmet die Gedärme, wenn man Glühwein trinkt und Punsch, oder Grog nach Herzenswunsch. Gleichfalls eine gute Wärme gibt eine Kuhmagd, die verliebt, die mit dicken Lippen küsst und beträchtlich stinkt nach Mist.
(Wiederholung, von meinem liebsten und grössten überhaupt, H.Heine )
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An und ist das Leben für sich schön.
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#488387 - 06.02.2012 11:14
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: RainerD]
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Jungfrau
Registriert: 16.01.2012
Beiträge: 6
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#490440 - 16.02.2012 12:22
Re: Die Hölle von Verdun
[Re: Louis De Looper]
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our best location scout
Registriert: 18.05.2004
Beiträge: 1468
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Er war mal wieder am Werk und hat’s gemacht: „ein Schlachtengemälde, das Lewis Milestones berühmte Verfilmung von ‚Im Westen nichts neues‘ in Rente schickt.“ Aber auch diese Abfälligkeit ist in der FAZ-Filmkritik über Spielbergs jüngstes Weltkriegs-Epos „Gefährten“ zu lesen: Homer gekreuzt mit „Lassie“ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ki...r-11649338.htmlUnd „manchmal ist der Film so süßlich wie die Marmelade...“ (stern.de) Und dieser Verriß soll auch nicht unterschlagen sein: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/kultur/kino/11671928.htmEgal, ist eben Hollywood und ich denke, ich werde mir diesen Film im Kino ansehen. mfG Rainer P.S. interessante Infos und Fotos in den Links des vorherigen Beitrags!
Bearbeitet von RainerD (16.02.2012 14:58) Bearbeitungsgrund: Film-Verriß hinzugefügt
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Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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