Hallo Leute,
in den letzten Monaten hatte ich ja die Vorderachslager und -bremsen an meinem 280 GE restauriert. Nun waren vor dem Winter (und dem anstehenden TÜV im Nov.) noch die Hinterachsbremsen dran, insbesondere auch weil aus der einen Trommel etwas Bremsflüssigkeit suppte und ich bei einem Entlüftungsversuch das festgerostete Entlüftungsventil abgebrochen hatte blush

Im Vergleich zur Vorderachse ist die Bremse hinten weniger anspruchsvoll vom technische VerstÄndnis her. Eigentlich genügt es, sich alles genau anzusehen und am besten beim zerlegen paar Fotos zu machen, falls die Erinnerung aussetzt wink

ZunÄchst Laufrad abmontieren und die Sicherungsschraube an der Trommel entfernen. Dann geht die Trommel theoretisch gleich runter. Bei mir waren allerdings die Bremstrommeln eingelaufen, soll heißen, durch den Bremsabtrag hatten sich die BelÄge in die Wand der Trommel reingefrÄst, wodurch am Äußeren Rand ein Grat zurückbleibt. In diesem Fall kriegt man die Trommel nur runter, wenn man zuvor die Bremsbacken mit den Rückstellern durch die beiden unteren Revi-Löcher auf der Innseite der RÄder soweit zurückdreht, dass sie über den Grat der Trommel drüberrutschen. Das ist aber mit einem Schraubenzieher sehr einfach gemacht. Es kann allerdings passieren, dass man erst mal in die falsche Richtung dreht. Das merkt man aber schnell, weil sich dann die Trommel nicht mehr frei dreht sondern blockiert. Wenn die Backen zurückgestellt sind ein paar mal mit dem Gummihammer auf die Trommel kloppen (oder gleich zu Anfang, damit sich die Trommel drehen lÄsst) und man kann sie ganz leicht abnehmen.

Drunter sah man dann das Ausmass der Verrottung. Der Bremszylinder war total undicht und alles versottet sick





Die Federn kann man entweder mit einem Spezialhaken aushÄngen oder sich was (stabiles!) selbstbiegen.

Es gibt einen Rep-Satz mit allen erforderlichen Federn und Befestigungen für wirklich billig (ca. 16 EUR). Dort sind gleich für beide Seiten alle Kleinteile drin. Außerdem gabs bei mir noch neue Bremszylinder, Backen und Trommeln, die ich recht günstig neu erstehen konnte. Preis für beide Seiten zusammen etwa 450 EUR + 1 Wochenende arbeit (Profis machen das aber bestimmt viel schneller). Alles mit Bremsenreiniger und Drahtbürste gesÄubert, Rücksteller gefettet und wieder zusammengebaut.

Den alten Bremszylinder kriegt man am besten raus, wenn man ihn mit Entroster einsprüht und dann mit einem dicken Messingdorn und nem Hammer abwechselnd auf die Enden von oben draufklopft, bis er anfÄngt, sich hin und her zu drehen. Dann kann man ihn anschliessend mit schrÄgen SchlÄgen von rechts und links hinten rausreiben.



Nachdem ich die neuen Trommeln zunÄchst einfach in ihrem Auslieferungszustand montiert hatte zeigten die übrigens schon nach einem Tag im Regen Flugrosterscheinungen, was zeimlich bescheiden aussieht. Also wieder runter und mit Brantho-Korrux Nitrofest lackiert (viel leichter zu verarbeiten als POR15, das ich für die Achsschenkel verwendet hatte).

Wenn man den Bremszylinder wechselt unbedingt daran denken, dass die Bremsanlage entlüftet werden muss. Das geht prima mit dem Ezzybleed o.Ä., wenn man vorher daran gedacht hat, an der Tankstelle den Druck des Ersatzrades auf 1,5 bar abzusenken cool
Einfach Ezzybleed vorne an den BremsflüssigkeitsbehÄlter anschliessen, Druck drauflassen und hinten die Bremsflüssigkeit am Zylinder in einen BehÄlter laufen lassen, bis sie nur noch schön klar und ohne BlÄschen kommt.

Viel Spaß beim Selbermachen.



Zuletzt bearbeitet von paul99999; 21/10/2013 08:09.