A: Trennung von Diesel aus dem Öl durch fraktionierte Destillation
Siedebereich von Diesel: 170-390°C
(NICHT !! im Kochpott, sondern NUR unter Laborbedingungen! Fachpersonal!)

Hierbei müßte, wenn Diesel im Öl wÄre, etwa die HÄlfte der eingesetzten Flüssigkeit im Siedebereich überdestillieren. Dieses gelbliche Destillat müßte eine Dichte von etwa 0,82-0,84 haben. Ganz grobe Prüfung, Daumenwert, reicht aber aus, wenn soviel Diesel (gewissermaßen 9 Liter!) ins Öl eingetragen worden wÄre. Genau weiß man es, wenn das Destillat im Gaschromatographen bestimmt worden ist.

Bloß: Haste ein chem. Labor?

B: Wenn allerdings soviel Diesel im Öl wÄre, müßte die Brühe bedeutend dünnflüssiger sein als pures Öl. Weitere "Daumenwert"-prüfung in Ermangelung eines Viskosimeters:
- Setze auf ein ebene, mit Bremsenreiniger entfettete FlÄche (Blech), die waagrecht gestellt ist, je einen größeren Tropfen gebrauchtes reines Motoröl, das Du immer einfüllst und einen gleich großen Tropfen Schlempe (die das gleiche Öl enthÄlt) aus Deinem 5-L Kanister auf eine "Startlinie". Die Flüssigkeiten sollen die gleiche Temperatur haben.
- Dann hÄltst Du die ebene FlÄche in einem 45°-Winkel hoch. Wenn der Schlempetropfen viel schneller fließt als das Motoröl, ist er viel verdünnter und mit Dieseleintrag ist zu rechnen. Das müßte aber auch organoleptisch zu riechen sein.
- Wenn die Tropfen etwa gleichschnell fließen, dann hamse Dir wahrscheinlich einfach 9 Liter Öl nachgefüllt. An viel zu viel Öl kann ein Motor beim ersten Anlassen an hydrostatischem Schock sterben. Da reißt es u.U. die Kolben von den Pleuelstangen. Wenn Zylinder mit Wasser (oder Öl, nach Umschmiß) vollgelaufen sind, kann es den gleichen Effekt geben, bloß von der anderen Seite.

Zuviel Öl (im submaximalen, noch nicht direkt materialzerstörenden Bereich) bedeutet generell eine pantschende Kurbelwelle, dadurch wird das Öl verschÄumt, was zu einer Minderschmierung sÄmtlicher Lager mit entsprechenden Auswirkungen führen kann.

Ich würde den Ölstand jetzt einfach in kurzen AbstÄnden unter kontrollierten Bedingungen weiter beobachten (z.B. Motor abstellen, 3 Minuten warten, Ölmeßstab ziehen, Ergebnis notieren > Liste: gefahrene Km >< Ölstand). Erst wenn obige "ViskositÄts"-Prüfung: -Öl ohne Diesel- ergeben hat und wenn keine Zunahme des Ölstandes feststellbar ist, würde ich weitere Schritte unternehmen.

Weißer und grauer Rauch könnte darauf hindeuten, daß die Kopfdichtung Schaden genommen hat > Wasserübertritt in die BrennrÄume. Dies lÄßt sich evtl. noch vor der Kopfdemontage durch deduktive Kompressionsmessung herausfinden. Wie verhÄlt sich der Wasserstand im AusgleichsbehÄlter? Kalter Motor - heißer Motor? Ist starker Druckaufbau im BehÄlter (Vorsicht beim Öffnen!)? Tropft es am Überdruckschlauch? Wenn Du den Kopf abnimmst, auf Stegrisse untersuchen, besonders auch den Haarriß an der Düsenbohrung 4. Zylinder anschaun.

Austausch-Zylinderlaufbuchsen sind meines Wissens untermaßig (4-5mm), können zwar getauscht werden, müssen aber dann auf das Sollmaß aufgebohrt werden. Außerdem werden so eventuelle Zylinderdeformationen ausgeglichen, die beim Einpressen der Buchsen entstehen können (wir reden hier von dynamischen Passungen im Tausenstel-Millimeter-Bereich und Zylinderbetriebstemperaturen). Somit können auch einzelne Zylinder in bereits auf das nÄchste Übermaß aufgebohrten Motoren ausgetauscht werden. Das macht die Zylinderschleiferei. Die Nissan-WerkstÄtten geben das auch dorthin.