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#390549 - 02/04/2010 11:44 Re: Bücher-Thread [Re: suze]  
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#390572 - 02/04/2010 14:12 Re: Bcher-Thread [Re: Bandido]  
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Sind das diese Heftchen, welche die Autobahnpolizei gelegentlich findet, wenn mal wieder ein LKW ungebremst ins Stauende gebraten ist?

Schundlektre, so so...

Da mu ich aber ne ernste Verwarnung aussprechen, frei nach dem Motto Die Bcher und der Suff, dat reibt den Kumpel uff. Aber lest selber:

Alkohol und Schundliteratur, auch des Bergmanns Feinde
(nachfolgend erzÄhlt von Fahrsteiger Heinrich Rping, Dortmund Huckarde)

Durch Flei und immer gefÄlliges Wesen hatte sich der achtzehnjÄhrige Hans Neuser das Wohlwollen und Vertrauen seiner Vorgesetzten erworben, so da ihm unlÄngst der schne Posten in der Verladung zugefallen war, nach dem auch der Sinn so mancher Kameraden gestanden hatte. Seit einigen Wochen aber stimmte es mit Hans nicht. Er machte mitunter geradezu den Eindruck eines Geistesabwesenden, hatte ein mdes blasses Aussehen und zeigte sich mehr und mehr lÄssig und trÄge.

Der Waschmeister, dessen Mahnungen fruchtlos blieben, teilte seine Beobachtungen dem Maschinensteiger mit, und dieser nahm den jungen TrÄumer eines Tages vor. Wie kommt es nur, Hans, fragte er ihn, da du jetzt immer so schlecht schlÄfst und so viel versÄumte Nachtruhe hier auf der Zeche nachholen mut? Hans wurde ganz blass. Woher wute der Steiger wohl von seinen schlechten NÄchten? Er stammelte unverstÄndliche Laute. Der Vorgesetzte fuhr freundlich fort: Du mut Vertrauen zu mir haben, Hans. Deinem Vater, der mein Schulkamerad und Jugendfreund war, habe ich einmal versprochen, da ich mich deiner annehmen wrde, solange du brav und ordentlich wÄrest. Du weit ja, was ihn, der ein so gutherziger Mensch und tchtiger Bergmann war, viel zu frh ins Grab gebracht hat, da der Menschenverderber Alkohol die Schuld trug. Wir alle, Hans, tragen den alten Erbfeind in der Brust und mssen uns seiner von frh auf erwehren, wenn wir in Ehren durchs Leben gehen wollen. Dir, Hans, will ich dabei helfen, soweit ich es vermag.

Da gestand der arme Junge seinem vÄterlichen Freund unter TrÄnen ein, da der Alkohol in seinem jungen Leben bereits eine Rolle spiele und da er auerdem auch einen unberwindlichen Hang zu abenteuerlichen, aufregenden Bchern habe, von denen er Tag und Nacht nicht lassen knne. Ein erschtterndes Bild! Wer trug die Schuld? War es Veranlagung oder Vererbung? Waren Erziehungsfehler gemacht worden oder hatte die Verfhrungskunst anderer solche Wirkungen gehabt? Diese Fragen gingen dem wackeren Jugendfreunde durch den Sinn. Dann fragte er freundlich: Versprich mir, Hans, von jetzt an gegen deine Neigungen anzukÄmpfen! La dich nicht von ihnen ins Verderben ziehen! Habe einen starken Willen! Ich werde dann auch weiter sehen, was ich fr dich tun kann.

Es sah wirklich so aus, als wenn Hans von seinen blen Gewohnheiten nun lassen wollte. Schon seit Wochen trank er nicht mehr und blieb deshalb auch vor den Folgen bewahrt, so da seine Augen den alten hellen Ganz wieder erhielten. Nur konnte er es nicht lassen, jene buntbebilderten Schundheft weiter zu verschlingen, ohne die er nicht leben zu knnen vermeinte. Und diese sollten sein VerhÄngnis werden.

Eines Abends war er wieder einmal mit seinen alten Kameraden zusammengeraten. Es wurde Geburtstag gefeiert. Da durfte er doch nicht fehlen; der Freund, dessen Einladung so dringend gewesen war, hÄtte sich sonst beleidigt gefhlt. Er hatte sich vorgenommen, nicht mehr als ein Glas Bier zu trinken. Aber aus dem einen wurden bald viele. Wie lauschten die Freunde, als er, von Leidenschaft und auch vom Alkohol hingerissen, von seinen Bchern schwÄrmte, von den Jagd- und Kriegspfaden der RothÄute, vom wilden Reiten in der PrÄrie, vom Beschleichen des Feindes, von Skalpen, grausamer Marterung, Lagerfeuern und Friedenspfeifen! Als er am anderen Morgen wieder im Betriebe vor seinen Maschinen stand, waren seine Gedanken noch ganz im wilden Urwald, wo der Letzte der Mohikaner eben wieder einmal um Haaresbreite dem Tode entgangen war.

Hans wute spÄter nicht genau anzugeben, wie alles gekommen war. Er hatte sich pltzlich von RothÄuten bedroht gesehen, die zum Kampf gegen eine neue Siedlung anritten, und war zurckgewichen. Da hatte ihn eine Indianeraxt getroffen, so da ihm das Feuer aus den Augen sprhte. Was war in Wirklichkeit geschehen? In seinem Zurckweichen vor den Gestalten seiner Einbildung war er der Transmission zu nahe gekommen. Ein jÄher, grÄlicher Schrei bertnte den LÄrm des Betriebes. Von den Riemen und der Riemenscheibe herumgeschleudert, erlitt der beklagenswerte junge Mann tdliche Verletzungen.

Acht Tage lang lag er im Krankenhause und kÄmpfte fast ununterbrochen irren Sinnes mit heranstrmenden Feinden. In einer lichten Stunde aber erzÄhlte er den Hergang des furchtbaren Unfalles seinem alten Maschinensteiger, als dieser ihn besuchte. Nicht dringend genug konnte er darum bitten, der Jugend doch zur Seite zu stehen im Kampfe gegen den Verderber der Menschen, den Alkohol, und sie frh genug zu warnen vor dem Lesen verderblicher Bcher. Bald danach ging Hans Neuser ein in die ewigen Jagdgrnde.

Weitere gleichermaen erbauliche wie erschrckliche Geschichten finden sich in einem meiner Lieblingsbcher: Der Bermannsfreund ein Ratgeber zur BekÄmpfung der Unfallgefahren im Steinkohlenbergbau. Ein auf 400 Seiten wahrlich informatives und dabei unterhaltsames Buch aus dem Jahr 1927 mit vielen herrlichen Schwarz-Wei-Illustrationen. Z.B.:




mfG
Rainer

P.S. Ich mache mal in der Rubrik Reisen gleich einen Faden Reiseberichte / Reiseliteratur etc. auf. Da gibts nÄmlich auch einiges nettes.


Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
#390613 - 02/04/2010 18:33 Re: Bcher-Thread [Re: RainerD]  
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Alles von Neal Stephenson, insbesondere "Cryptonomicon", die "Barock-Trilogie" und der neueste WÄlzer "Anathem" . . .

. . . der Mann hat mir den Glauben an die amerikanische Literatur zurckgegeben grin

#390614 - 02/04/2010 18:36 Re: Bcher-Thread [Re: Till]  
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bersetzt oder original?

grin

L.C.


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#390617 - 02/04/2010 18:42 Re: Bcher-Thread [Re: Lupo]  
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Bin isch Anglist . . . ? grin

Hat aber auch sehr gute bersetzer, der Mann.

#390624 - 02/04/2010 19:02 Re: Bcher-Thread [Re: Till]  
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darf ich mal ne ernsthafte Frage stellen?

WAS macht einen guten bersetzter aus?

Ist das ein Interpretator? Ein Versteher, ein Freund im Geiste?

Oder nur jemand, der verdient und alles tut, was der Autor/Verlag will?

Wenn ein gutes Buch "bersetzt" wird, was machen Autor/Verlag denn, wenn es in 50 Sprachen bersetzt werden soll? Geduld ben? Wird gegengelesen? Wer beurteilt die QualitÄt der bersetzung?

Fragen ber Fragen...


L.C.


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#390627 - 02/04/2010 19:13 Re: Bcher-Thread [Re: Lupo]  
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Puuuuh . . . grin

Goldene Regel gibt's da sicher keine - Du kannst sogar die Sprache vergleichsweise schlecht beherrschen und trotzdem ein Spitzenbersetzer sein.

Vielleicht kann man's so einkreisen, da der Lektor die rechte, der bersetzer die linke Hand des Autors ist.

Dann kann man eigentlich festhalten, da Autoren selbst - oder "verkrachte" Schriftsteller - in der Regel ziemlich miese bersetzer sind.

Sicher mu ein guter bersetzer die Feinheiten der Zielkultur und -literatur viel besser kennen als das Ursprungsland seiner Vorlage.

Und dann kommt's natrlich darauf an, welche Sprache in welche bersetzt wird. - Englisch > Deutsch ist ja wie Bayrisch > SchwÄbisch, wenn man das aus der Warte Mandarin > Finnisch betrachtet grin

#390631 - 02/04/2010 19:21 Re: Bcher-Thread [Re: Till]  
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#390633 - 02/04/2010 19:25 Re: Bcher-Thread [Re: Gelandy-Lonny]  
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Original geschrieben von: Gelandy-Lonny


Na, da bleibe ich doch bei Schmidt . . . grin

Walter Benjamin, Die Aufgabe des bersetzers

#390636 - 02/04/2010 19:29 Re: Bcher-Thread [Re: Till]  
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ich mag brigens Petzi-Bcher... so bld es klingt... da ist Weisheit ohne Ende drin, auf einfachste Weise.

Und beim bersetzen kann man nicht viel falsch machen!

grin

L.C.


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