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#600102 - 06/07/2014 17:08 Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ??  
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Hi,

ich habe in der Heckhydraulik meines Deutz folgenden Verschleiß:





Das ist jetzt nach 50 Jahren und keine-Ahnung-wieviel Betriebsstunden. Ich bin sicher, ich bin der Erste, der das geöffnet hat. Ich kann leider nicht sagen, ob man den Verschleiß groß gemerkt hat, weil ich den Motor hat nie laufen haben konnte. Extrem tief sind die Riefen im Zylinder nicht, und ich will mal gucken, ob man den neu bekommt - ich glaube schon.

Es geht mir da nun auch um den Kolben. Und zwar mehr aus Perfektionierungszwang denn aus praktischer Not smile. Die Idee ist, ob eine Beschichtung des Kolbens vielleicht einen neuen Zylinder schonen würde. Das Pleuel zu dem Kolben steht na nie gerade zur Hubwelle, so daß der Kolben immer an dieser STelle einseitig (radialwÄrts) in die Zylinderbohrung gedrückt wird und auch wenn das alles permanent in Hydrauliköl/Motoröl untergetaucht wird, das Öl wird doch an dieser Stelle stets weggedrückt. Mir kam in den Sinn, daß es ja bei BMW Nikasilbeschichtungen gibt - oder wasauchimmer. Aber ob das unter diesen Hochdruckbedingungen irgendetwas gibt ..
Und beim googlen kam rasch das:

Klick hier - MoS2-Beschichtungseinbrennlack

Kann sowas Sinn machen ? Wenn man den Kolben damit einsprühte ??
Ich weiß nicht, ob sowas vergebene Müh´ ist. Existentiell wichtig ist es nicht, klar .. neuer Zylinder und erstmal 50Jahre weiterdenken bei meiner geringen Nutzungsplanung ginge auch wunderbar.
Frage mich da auch, ob so ein Lack bei den Druckbedingungen auf den Kolben funzen kann. Bei 170bar auf 10cm Kolbendurchmesser entwickelt dieser anscheinend eine Kraft von 13to.


Zuletzt bearbeitet von landybehr; 06/07/2014 17:08.

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#600118 - 07/07/2014 04:44 Re: Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ?? [Re: landybehr]  
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Da hilft nur neu wenn du es 100ig machen willst, Preis willste aber nicht wissen.
Alternativ machste nen neuen Nutring rein und setzt hinten ein oder 2 Führungsringe ein.
Mach ich bei Hydraulikzylindern genauso.
Der Schaden kommt auch vom vielen Ölwechsel und Ölfilterwechsel, tagtÄgliches GeschÄft wink


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#600219 - 08/07/2014 18:20 Re: Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ?? [Re: landybehr]  
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Hi Hartwig,

Neuen Zylinder habe ich aufgetrieben und bestellt. Preis weiß ich also schon. Ist Gegenwert einiger Überstunden. Aber mit Pfuschlösung kann ich nicht ruhig schlafen. Bin ja froh, daß es sowas überhaupt gibt. Denn die Riefen sind schon zu tief, um noch zu honen oder sowas. Wenn durch sowas die Heckhydraulik immer absinkt dann wÄre ich beleidigt.

Führungsring. Ich hatte ja gar nicht geahnt, daß es da so eine feine Lösung gibt. Genau passend für mein Problem. Das ist dann ein Endergebnis ganz nach Papas Geschmack smile

Wie gut ist eigentlich die Schmierkraft von Hydrauliköl verglichen zu Motoröl ? Deutz empfiehlt gern, teilweise Motoröl. Aus einer Anwendung am Rover-LT95-Getriebe (das, das Du mal in meinem alten 88er, 200tdi in der Werkstatt hattest .. weißt Du, wie´s mit dem Wagen weiterging?) kann ich sagen, daß ATF nicht so gut gleiten lÄsst, wie Motoröl. Weiß gar nicht, welche besonderen Ansprüche an Hydrauliköl gestellt werden.
Ich komme darauf, weil Motoröl ja vergleichsweise günstig ist. Da kann man dann mal eher wechseln. Magnet und sowas habe ich mir schon vorgenommen, weil gleich auch ein Zusatztank mit dazu gebaut wird.


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#600226 - 08/07/2014 18:52 Re: Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ?? [Re: landybehr]  
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nimm Motoröl 10 oder 15/40 für Motor+Hydraulik.

Diese Führungsringe baue ich immer ein wenn ein Zylinder "geknickt" wird oder auch bei Alu/Alu:

rechts siehst du die Kolbendichtung (zwischen den orangefarbenen Stützringen), ganz links den schwarzen Führungsring







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#600240 - 08/07/2014 20:01 Re: Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ?? [Re: landybehr]  
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daß der Kolben geknickt wird, ist, denke ich mir, bei der Heckhydraulik die Regel.
Schließlich ist da ein Pleuel dran und das wird sich nur ganz selten genau in axialer Fluchtung auf die Kolbendruckrichtung befinden.
Was ist da jetzt der Unterschied "STütz"- und "Führungs"ring ?


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#600242 - 08/07/2014 20:05 Re: Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ?? [Re: landybehr]  
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Der Stützring ist Teil der Kolbendichtung. Der Führungsring verhindert daß sich Kolben und Zylinder berühren


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#651476 - 04/06/2017 20:19 Re: Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ?? [Re: Hartwig]  
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Moin. Ich hole das mal wieder aus der Vergessenheit hervor. Zu meiner Schande, das wurde nun klar, habe ich den Nutring verkehrt herum eingebaut. Wirklich doof, ich habe mich am alten Nutring orientiert, aber das war ein anderer Typ. Das hat dazu geführt, daß der Druck von 150bar am Nutring vorbeipfeiffen konnte und als nächsten Widerstand den STützring fand. In dem Moment, wenn der Kolben maximal ausgefahren ist, guckt er so weit aus dem Zylinderrohr, daß von 15mm Breite des Stützringes genau 3mm mit herausgucken. Der Hydraulikdruck hat den Stützring auf 1/3 des Umfangs ein wenig fortgedrückt und genau damit verklemmte der Kolben sich beim Zurückfahren. Die Hubarme blieben also oben hängen.
Das zur Vorgeschichte.
Jetzt hat diese Begebenheit dazu geführt, daß ich den Zylinder/Laufbuchse nochmal in Augenschein nehmen konnte. Normalerweise guckt man so schnell ja nicht danach. Der Kolben ist höchstens 30mal hoch und runtergelaufen. Trotzdem findet man schon Druckstellen und Riefen. Nicht dort, wo das Stützband gesessen hat - das tut augenscheinlich einen guten Job. Vielmehr also dort im Bereich des Kolben"bodens", also zum OberenTotpunkt hin. Es mag sein, daß der korrekt montierte Nutring etwas dagegen arbeitet, daß der Kolben sich so stark an die Laufbahn anlehnt. Wenn ich unfair bin und vergesse, daß der ehemals originale Zylinder (also der vor der Überholung) einige Jahrzehnte hinter sich hatte, bevor er durch einen nagelneuen ersetzt wurde, dann sehe ich die Abriebmarken und sage, der Nutring kommt im Effekt keinesfalls an einen STützring heran.

Originaler Zylinder:

[Linked Image]



Neuer Zylinder, nach "1 Betriebsstunde" bereits wieder ausgebaut:

[Linked Image]


Ok. Das ist nicht viel. Und wenn der Zylinder mir 5 Jahre gedient hätte, wäre alles tutti. Aber nach so kurzer Betriebsdauer schon Verschleiß erahnen zu lassen, läßt mich über Gegenmaßnahmen nachdenken.
Am liebsten wäre mir im Moment ein weiterer Stützring.
Aber es ist ja nicht viel Platz:

[Linked Image]

Meint Ihr bzw. Du, Hartwig, dass es Sinn machen könnte, einen schmalen Stützring einzubauen ?
Oder wie wäre das, daß der Stützring nicht ganz umlaufend gemacht wird. Ich meine das so: für den Stützring tut man in aller Regel den Kolben in die Drehbank einspannen und erhält eine über 360° laufende Nut. Das ist die einfache, schnelle und wirtschaftliche Arbeitsmethode. Schätze ich. Wie wäre es, wenn man den Stützring in zwei Teile trennt und für sie Taschen möglichst nahe am Nutring fräst, aber nicht dort, wo der Kolbenbolzen ist. Sozusagen nur von 10Uhr-bis-14Uhr und auf der Gegenseite von 16Uhr-bis-20Uhr.
Ich meine das so (Skizze):

[Linked Image]

Also dort, wo ich blau markiert habe. Unter einer Fräse, im Drehfutter eingespannt (oder vielleicht sogar unter einer Erodiermaschine) würde das doch machbar sein.
Frage ist nur, ob es funktionell problematisch sein könnte, oder ob man es nur nicht macht, weil normalerweise konstruktiv sowas gar nicht erst nötig wird, weil Platz für Stützringe vorgesehen ist oder man in der Konstruktion aus Gründen der Einfachheit und Kosten nur mit der Drehbank arbeitet. Das wäre jetzt in meiner Kleinserie von n=1 für mich nicht das Thema.


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#651477 - 04/06/2017 20:27 Re: Hydraulikkolben (3-Punkt-Hydr.) - Beschichten ?? [Re: landybehr]  
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p.S. ich glaube, wenn ich Stützring sage, meinst Du "Führungsring". Sorry.

Alternativ forsche ich auch etwas zum Thema Beschichtungen. Die Laufbahn vom Zylinder müsste härter werden. S355 ist ja praktisch immer das Material für die Zylinder. Man könnte sowas plasmanitrierhärten und käme, weil das Ausgangsmaterial so niedriglegiert ist, wohl nur auf Härten, die halb so hoch sind, wie eine Hartverchromung. Aber alles bliebe maßhaltig. Dann gibt es noch chemisch-Nickel und Nikasil. Letzteres wird, lese ich, von Motorradmotoraufarbeitern viel angewendet. Und im Motorenbau allgemein sowieso. Der Kolben müsste, wenn die Möglichkeit für einen zweiten Führungsring nicht gegeben ist, dann eben weich beschichtet werden. Teflon könnte sich anbieten, oder der MoS2-Lack (wie er von der Fa.Scheuerlein zum einfachen DIY angeboten wird). Das reibt sich auch ab, wobei sich fragt, ob die geringen Kolbengeschwindigkeiten jetzt mehr Vorteil sind, als die hohen Drücke ein Nachteil (wenn der Kolben ganz eingefahren ist, also am oberen Totpunkt, dann steht das Pleuel sehr gewinkelt und wenn man dem Steuergerät erlaubt, volle 150bar auf den Kolben loszulassen, kommen offenbar 11to an wirkender Kraft zusammen. Der Kolben wird durch den Winkel des Pleuels daher an eine Seite der Zylinderwandung gedrückt. Eben dort, wo man in den Bildern oben die Abriebstellen sieht).
Gibt es hier, bzw. weiß jemand von Euch Referenzen zum Thema ?
(Mir ist klar, daß kaum einer so ein Problem so zerredet und im Geiste durchkaut, wie ich. .... ist halt Hobby smile. Nicht krumm nehmen, bitte)


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