Voriger Thread
Nächster Thread
Drucke Thread
Bewerte diesen Thread
#62470 - 01/09/2005 08:41 Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen, Zylinderkopf  

**DONOTDELETE**
Unregistriert
Anonym
Unregistriert


Moin,

es scheint, dass bei der Überdrehaktion neulich mindestens ein Kolbenring aufgegeben hat. Jedenfalls qualmt die Karre jetzt grau. LÄuft aber einwandfrei rund und macht keine GerÄusche. Vielleicht sinds auch nur Ventilschaftdichtungen?

Habe ausserdem einen Haarriss an der Düsenbohrung des 4. Zylinders (schon seit Jahren), der dazu führt, dass man die Kupferdichtung der Düse kaum rausbekommt. Kann/darf/sollte man sowas schweissen lassen oder platzt dann bei nÄchster Gelegenheit der Kopf?

Fragen:
Kann man die Kolbenringe selbst wechseln? Braucht man irgendwelche Spezialwerkzeuge? Was ist zu beachten? Falls die Laufbuchse Riefen hat: Was brauche ich zum Wechseln?

Kann man die Ventilschaftdichtungen selbst wechseln? Wie weit muss man beim SD33 dafür den Kopf zerlegen?

Zusammenbau: Kann ich ohne professionelle Werkstattausrüstung feststellen, ob Kopf oder Block geplant werden müssen?

Gruss
Frank

::::: Werbung ::::: JP
#62471 - 01/09/2005 09:32 Re: Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen, Zylinderkopf  

**DONOTDELETE**
Unregistriert
Anonym
Unregistriert


Hallo Frank,

- Planar-Prüfung des Kopfes: Stahllineal mit der Kante über den Kopf legen und den eventuellen Lichtspalt betrachten. Ist einer zu sehen, sollte der Kopf geplant werden.

- Ventilschaftdichtungen (ich denke Du meinst die Führungen? Am Ventilteller nackeln, wenn viel Spiel > tauschen) können zwar selbst gewechselt werden, gut ist da eine vorhandene Presse und ein Wechseldorn, hinterher sollten aber auf jeden Fall die Ventilsitze nachgesetzt und die Ventile neu eingeschliffen werden, denn die Ventilachse im Kopf wird nach dem Ventilschaftwechseln eine andere sein und die Ventilsitze sind nicht mehr dicht, das ist auch mit bloßem Einschleifen oft nicht hinzubiegen > Zylinderschleiferei.

- Neue Ventilschaft-GUMMI-dichtungen kannst Du vor Deiner Hütte wechsel, dazu muß die Kipphebelwelle ab und Du brauchst eine geeignete Setzhülse, sonst lÄdierst Du die neuen Ventilkappen beim Draufkloppen gleich wieder.

- Kolbenringe selbst wechseln ist eine der leichteren Übungen, vorher würde ich aber auf jeden Fall nochmal die Kompression checken:
- Ölwanne runter
- Ölwannendichtung abschaben
- Kopf runter
- Pleuelfußschrauben auf
- Kolben mit Hammerstiel (Holz) nach oben rausstoßen (vorsichtig)
- Kolben reinigen, Kolbenringnuten mit einem zerbrochenen Kolbenring reinigen
- Neue Kolbenringe mit Kolbenringzange neu aufsetzen
- Kolben (nummeriert! und richtig herum, auf die Ventiltaschen achten!) wieder in den Zylinder einsetzen, bis zu den Ringen
- Kolbenringmanschette auflegen und die Ringe zusammendrücken
- mit leichten HandschlÄgen den Kolben wieder völlig in den Zylinder drücken
- Pleuelfußdeckel (nummeriert, und richtig herum) auflegen
- Pleuelschrauben wieder anziehen (Drehmoment folgt, bin aushÄusig)
- Ölwannen mit neuer Dichtung anbauen
- Kopp druff, wa

- Sollte die Zylinderwand tiefe Riefen haben, muß der Motor raus und der Block zum Aufbohren auf das nÄchste Maß in die Zylinderschleiferei (wenn er noch nicht zweimal aufgebohrt worden ist) auch müssen dann auch die Kolben komplett erneuert werden (nÄchster Durchmesser). Auch wenn keine Hon-Riefen mehr zu sehen sind, die Zylinder also "spiegelblank" sind, ist das ein Zeichen für ziemlichen Verschleiß. Hier lohnt sich eventuell der Kauf eines Rumpfmotors, der enthÄlt auch eine überholte, neu gelagerte Kurbelwelle und die Kolben gleich fertig montiert.

- Wegen dem Haarriß würde ich mit dem Kopf mal zu einer Zylinderschleiferei ziehen, da mußt Du sowieso hin, wenn der Stahlkopp geplant werden muß. Die Ventilführungen machen die auch ganz fix rein, das kostet am allerwenigsten, die Zylinderjungs sind meistens technisch sehr fit!), Ventilsitze frÄsen und Ventile einschleifen kostet auch nicht die Welt. Auch Kolbenringe usw. gibt's meist viel günstiger als bei Nissan.

Wegen einer passenden Zylinderschleiferei in Deiner NÄhe schau in die Gelben Seiten unter Motoreninstandsetzung etc.

Auf jeden Fall wieder jede Menge Arbeit

Grüße

PS.: Hat sich der Schaden an der Einspritzpumpe spezifiziert?

Zuletzt bearbeitet von Patrolier; 01/09/2005 10:01.
#62472 - 01/09/2005 13:37 Re: Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen, Zylinderk [Re: ]  

**DONOTDELETE**
Unregistriert
Anonym
Unregistriert


Nicht wirklich.
Zur Zeit steigt jedenfalls der Ölstand nicht an.

Habe aber einen neuen, noch schrecklicheren Verdacht: Ich markiere unmittelbar vor dem Ölwechsel bei XXX immer den Ölfilter mit Edding, aus purem Misstrauen, dass man sich den Filter spart. Bei der ganzen Schrauberei neulich habe ich nun entdeckt, dass ich mit einem vollgekritzelten Filter rumfahre. Ölwechsel war im April, glaube ich. Die Schwarzqualmerei fing danach an und es wÄre evtl. möglich, dass die beiden Jungs bei XXX nicht so richtig gut zusammengearbeitet haben. Sprich: Der Junge unter dem Wagen hatte Filter noch nicht ab und Öl noch nicht abgelassen, als der Junge oben mal eben 9 Liter nachgefüllt hat. Der Filter ist jedenfalls nicht gewechselt worden, sonst wÄre ja mein Gekritzel nicht drauf.
Leider kontrolliere ich mein Öl ungefÄhr einmal im Jahr, hÄtte ich mal öfter tun sollen.

Der Schwarzqualm ist zumindest seit dem Überdrehen weg, dafür kommts jetzt weiss und grau.

Zu den Zylindern: Der SD33 hat Laufbuchsen, die sich einfach wechseln lassen, sagt das WHB. Nur: was bedeutet "einfach"? Da steht ausbauen und einbauen. Zumindest muss ich am Motorblock nix ausdrehen, wenn es Riefen gibt.

#62473 - 01/09/2005 14:04 Re: Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen, Zylinderk  
Joined: May 2002
Posts: 4,801
ThorstenD Offline
Hier geht gar nichts mehr
ThorstenD  Offline
Hier geht gar nichts mehr

Joined: May 2002
Posts: 4,801
bei Bremen
Moin Frank,
ok, die Theorie ist nicht schlecht aber sagtest Du nicht das Öl hÄtte massiv nach Diesel gerochen?


Gruß Thorsten

...irgendwas is´ ja immer!

http://www.patrol-welt.de
#62474 - 01/09/2005 15:11 Re: Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen, Zylinderk [Re: ThorstenD]  

**DONOTDELETE**
Unregistriert
Anonym
Unregistriert


Ja, sagte ich, aber womöglich war da der Wunsch Vater des Gedankens? Ich habe noch fünf LIter von der Brühe in einem Kanister. Kann man das irgendwie rausfinden, ob da Diesel drin ist?

#62475 - 01/09/2005 15:14 Re: Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen, Zylinderk  
Joined: May 2002
Posts: 4,801
ThorstenD Offline
Hier geht gar nichts mehr
ThorstenD  Offline
Hier geht gar nichts mehr

Joined: May 2002
Posts: 4,801
bei Bremen
Chemisch bestimmt irgendwie aber wie <img src="http://www.viermalvier.de/forum_php/images/graemlins/conf44.gif" alt="" />


Gruß Thorsten

...irgendwas is´ ja immer!

http://www.patrol-welt.de
#62476 - 02/09/2005 07:45 Re: Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen, Zylinderk [Re: ThorstenD]  

**DONOTDELETE**
Unregistriert
Anonym
Unregistriert


A: Trennung von Diesel aus dem Öl durch fraktionierte Destillation
Siedebereich von Diesel: 170-390°C
(NICHT !! im Kochpott, sondern NUR unter Laborbedingungen! Fachpersonal!)

Hierbei müßte, wenn Diesel im Öl wÄre, etwa die HÄlfte der eingesetzten Flüssigkeit im Siedebereich überdestillieren. Dieses gelbliche Destillat müßte eine Dichte von etwa 0,82-0,84 haben. Ganz grobe Prüfung, Daumenwert, reicht aber aus, wenn soviel Diesel (gewissermaßen 9 Liter!) ins Öl eingetragen worden wÄre. Genau weiß man es, wenn das Destillat im Gaschromatographen bestimmt worden ist.

Bloß: Haste ein chem. Labor?

B: Wenn allerdings soviel Diesel im Öl wÄre, müßte die Brühe bedeutend dünnflüssiger sein als pures Öl. Weitere "Daumenwert"-prüfung in Ermangelung eines Viskosimeters:
- Setze auf ein ebene, mit Bremsenreiniger entfettete FlÄche (Blech), die waagrecht gestellt ist, je einen größeren Tropfen gebrauchtes reines Motoröl, das Du immer einfüllst und einen gleich großen Tropfen Schlempe (die das gleiche Öl enthÄlt) aus Deinem 5-L Kanister auf eine "Startlinie". Die Flüssigkeiten sollen die gleiche Temperatur haben.
- Dann hÄltst Du die ebene FlÄche in einem 45°-Winkel hoch. Wenn der Schlempetropfen viel schneller fließt als das Motoröl, ist er viel verdünnter und mit Dieseleintrag ist zu rechnen. Das müßte aber auch organoleptisch zu riechen sein.
- Wenn die Tropfen etwa gleichschnell fließen, dann hamse Dir wahrscheinlich einfach 9 Liter Öl nachgefüllt. An viel zu viel Öl kann ein Motor beim ersten Anlassen an hydrostatischem Schock sterben. Da reißt es u.U. die Kolben von den Pleuelstangen. Wenn Zylinder mit Wasser (oder Öl, nach Umschmiß) vollgelaufen sind, kann es den gleichen Effekt geben, bloß von der anderen Seite.

Zuviel Öl (im submaximalen, noch nicht direkt materialzerstörenden Bereich) bedeutet generell eine pantschende Kurbelwelle, dadurch wird das Öl verschÄumt, was zu einer Minderschmierung sÄmtlicher Lager mit entsprechenden Auswirkungen führen kann.

Ich würde den Ölstand jetzt einfach in kurzen AbstÄnden unter kontrollierten Bedingungen weiter beobachten (z.B. Motor abstellen, 3 Minuten warten, Ölmeßstab ziehen, Ergebnis notieren > Liste: gefahrene Km >< Ölstand). Erst wenn obige "ViskositÄts"-Prüfung: -Öl ohne Diesel- ergeben hat und wenn keine Zunahme des Ölstandes feststellbar ist, würde ich weitere Schritte unternehmen.

Weißer und grauer Rauch könnte darauf hindeuten, daß die Kopfdichtung Schaden genommen hat > Wasserübertritt in die BrennrÄume. Dies lÄßt sich evtl. noch vor der Kopfdemontage durch deduktive Kompressionsmessung herausfinden. Wie verhÄlt sich der Wasserstand im AusgleichsbehÄlter? Kalter Motor - heißer Motor? Ist starker Druckaufbau im BehÄlter (Vorsicht beim Öffnen!)? Tropft es am Überdruckschlauch? Wenn Du den Kopf abnimmst, auf Stegrisse untersuchen, besonders auch den Haarriß an der Düsenbohrung 4. Zylinder anschaun.

Austausch-Zylinderlaufbuchsen sind meines Wissens untermaßig (4-5mm), können zwar getauscht werden, müssen aber dann auf das Sollmaß aufgebohrt werden. Außerdem werden so eventuelle Zylinderdeformationen ausgeglichen, die beim Einpressen der Buchsen entstehen können (wir reden hier von dynamischen Passungen im Tausenstel-Millimeter-Bereich und Zylinderbetriebstemperaturen). Somit können auch einzelne Zylinder in bereits auf das nÄchste Übermaß aufgebohrten Motoren ausgetauscht werden. Das macht die Zylinderschleiferei. Die Nissan-WerkstÄtten geben das auch dorthin.


Search

Wer ist online
3 registrierte Benutzer (ulki, Datburki, Dewewe), 213 Gäste, und 0 Spider.
Key: Admin, Global Mod, Mod
Heutige Geburtstage
Keine Geburtstage
::WERBUNG:: Klick to sponsor VMV
Foren Statistiken
Foren36
Themen42,267
Posts645,342
Mitglieder9,320
Most Online609
Jun 5th, 2019
Top Schreiber(Insgesamt)
DaPo 25,431
Yankee 16,399
ranx 16,049
RoverLover 15,065
Ozymandias 14,398
Powered by UBB.threads™ PHP Forum Software 7.6.0
Page Time: 0.012s Queries: 15 (0.004s) Memory: 2.7427 MB (Peak: 2.9238 MB) Zlib enabled. Server Time: 2019-10-14 21:27:48 UTC