Um dieser Diskussion mal eine andere Richtung zu geben:

Mich verwundert ein bisschen, wie die allgemeine Stimmung, Meinung, einzelne Persönlichkeiten und Standpunkte in den letzten Jahrzehnten wechselten.

Nicht nur die Politik.

Das Gros der Teilnehmer hier ist ja vor 1980 geboren und hat da vielleicht auch noch die eine oder andere politische Erinnerung an die damalige Zeit.

Ich zum Beispiel an das Bußgeld für meinen damaligen Volkszählungs--Boykott, und da war ich gewiss nicht alleine.

Die selbe Generation, der ich angehöre, schreibt heute ziemlich eindeutige Kopf-Ab-Phrasen in Internet-Foren. Waren die damals nur nicht so laut oder habe ich sie schlicht nicht gehört?

Zumal ich heute bedenkenlos Fratzenfotos von mir auf allen möglichen öffentlichen Plätzen dulde, bei der US-Immigration anstehe, um ein Bild und meine Fingerabdrücke nehmen zu lassen oder am Flughafen ohne zu murren meine persönlichsten Toilettenartikel in einem durchsichtigen Einliter-Plastiktüterl präsentiere.

Als ich in den 80ern mehrfach in den damaligen "Ostblock" reiste, musste ich nicht nur an der Grenze mehrstündige Wartezeiten einplanen, sondern auch akribisches Gefilze des Pkw, meiner selbst und meiner Garderobe. Fand ich damals schlimm. Heute ist sowas an jedem Flughafen normal und jeder nimmt es hin.

Interessante Fragestellung!
Was hat sich wirklich verändert? Der Staat? Unsere Wahrnehmung des Staates? Die Einwohner selbst?

Die RAF hätte heute, soviel ist jedenfalls sicher, kaum noch Zulauf aus der Gesellschaft, damals gab´s noch haufenweise Sympathisanten.