Klar, Troll, das ist natürlich richtig und mir auch klar!!!
Ich löse mich aber bewußt von dieser Schiene und betrachte das etwas philosophischer.
Daß es auch im Krieg die Differenzierung zwischen Selbstverteidigung, Tötung und Mord gibt, ist für mich sowas von absurd, denn:
1. Krieg bedeutet Tod
Jedem der einen Krieg initiiert, in Kauf nimmt oder aktiv bestreitet hat die klare Absicht sich des Werkzeuges Töten zu bedienen. Wie gesagt, warum ist erstmal völlig wurscht. Ein Krieg wird von einer Macht geführt, die sich dazu in der Lage sieht, also das Potential und das Motiv dazu hat.
Sie setzt diese Motiv durch Besatzung, Angriff, Verteidigung, etc. auch um. Damit kommt es vom Motiv, zur motivgesteuerten Handlung, dem Töten.
Was ist also der Unterschied zu einem strafrechtlich beurteilten Mord? Auch hier wird das Motiv, das Potential und die Handlung betrachtet um aus der Tötung einen Mord zu machen.
2. Schönreden
Die Beurteilung der Tötungshandlung (sicher nicht jeder einzelnen, sondern nur der angeklagten!) erfolgt im Nachhinein und in der Regel durch die Macht, die auch den Krieg geführt hat. Warum wird versucht, in der Kriegs - (Tötungs-) - absicht im Nachhinein noch Moral und Recht einfließen zu lassen. Ist es der Wunsch nach Rechtfertigung oder nach Absolution? Vor den Augen der unbeteiligten Betrachter wird ein Schauspiel vorgeführt, daß den Anschein haben soll jede Tötung hätte absolute Rechtsbasis und Notwendigkeit gehabt und sei keine Willkür gewesen.
Wer aber ist in der Lage dies zu parktizieren? Nur der, der die Macht dazu hat.
Zurück zur RAF, wir gehen davon aus, daß die Handlungen der RAF Morde und keine kriegsähnlichen/kriegsnotwendigen/kriegsbedingten Tötungen waren. Warum gehen wir davon aus? Vielleicht, weil wir die Macht über diese Minderheit haben und die Opfer sind?
Nochmal, ich bin weder Sympatisant der RAF noch will ich hier etwas schön reden! Ich frage nur nach der Beurteilung und der Maßstäbe!
Andreas