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#181817 15/03/2007 08:44
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Suchtiger
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Den folgenden lesenswerten Beitrag habe ich der Initiative Kulturgut Mobilität zur Feinstaubdiskussion / Oldtimer entnommen.Er ist wirklich lesenswert!

Er stammt von Peter David Göhr, der leider inzwischen plötzlich verstorben ist.

<img src="/forum_php/images/graemlins/dooya003.gif" alt="" /> Kulturgut-Mobilität


[color:"blue"]Jetzt geht´s uns an den Kragen

Sonntag, 4. März 2007

Jetzt geht’s uns an den Kragen, aber noch haben wir die Möglichkeit, mitzubestimmen, wie viel Luft wir bekommen.

Die Initiative Kulturgut Mobilität und der ASC hatten gestern ein gemeinsames Gespräch im Bundesministerium für Umwelt. Gesprächspartner war Ministerialdirektor Dr. Lahl, Abteilungsleiter Umwelt und Gesundheit, Immissionsschutz, Anlagensicherheit und Verkehr, Chemikaliensicherheit (BMU). Der Sachstand stellt sich momentan wie folgt dar: Die Möglichkeit zur Einrichtung von Fahrverbotszonen ist zementiert. Es handelt sich hierbei um Ministerialbeschlüsse, die auch keiner Zustimmung durch den Bundestag bedürfen, sondern lediglich durch den Bundesrat bestätigt werden müssen. Die Ministerialbeschlüsse werden vom Bundesministerium für Umwelt und vom Bundesverkehrsminsterium gleichermaßen getragen. Der öffentliche Druck zu diesem Thema ist so groß und wird auch als derart berechtigt empfunden, dass es hier kein Zurückweichen geben wird. Dr. Lahl gibt an dieser Stelle auch einen kleinen Ausblick zum Thema CO²-Ausstoß und bezeichnet dies als nächstes dringendes Thema, das Opfer verlangen wird. Auch hier ist der politische Druck europaweit und aus der Bevölkerung so stark, dass sich die Bundesregierung dem nicht verschließen kann. Sollte der Oldtimerszene daran gelegen sein, an diesen Beschlüssen noch zu rütteln, wäre dies nur über eine Bundesratsmehrheit möglich. Letztlich wäre dies allerdings nur ein Aufhalten. Auch sieht Dr. Lahl es als wenig aussichtsreich an, bei dem nur noch kurzen Zeitfenster hierfür eine Bundesratsmehrheit zu erhalten.

Der Antrag der FDP wird als eher kontraproduktiv gesehen. Kurze Begründung: Der Antrag wird mit der Koalitionsmehrheit abgelehnt werden. Warum? Schon allein aus dem Grund, weil dieser Antrag von der Opposition kommt und sich hier die große Koalition nicht teilen lässt. Schlimmer ist aber, dass damit ein Thema, das überhaupt nicht in den Bundestag gemusst hätte, jetzt im Bundestag ist und nun abgeschmettert wird. Hier hätte man auf ministerialer Ebene Lösungen für uns finden können. Es wird auch allein schon aus Parteidisziplin niemand aus der Koalition für diesen Antrag stimmen. Ergebnis wird dann sein: "Der Bundestag hat beschlossen, dass es keine Ausnahmen geben wird." Der FDP wird das egal sein, die stellt den Antrag nur aus taktischen Gründen, um dann ihren Oldtimerwählern sagen zu können: Seht Ihr, wir wollten ja was für Euch tun.

Es wurde dann auch nochmals versucht, auf das Zahlenwerk, die geringe Teilname der Oldtimer am Verkehr und den Wert von historischen Fahrzeugen als Kulturgut einzugehen, was aber schon in Ansätzen als nutzlos dargestellt wurde. Man kennt die Zahlen zwischenzeitlich sehr gut und wäre hier auch nicht weit von der Oldtimerszene entfernt. In den Überlegungen der beiden Ministerien spielen zwischenzeitlich aber auch Themen wie CO²-Ausstoß usw. eine viel erheblichere Rolle. Auch müsse ein „Rutschbahneffekt“ verhindert werden. Es gibt neben den Oldtimerfahrern ca. 20 weitere Gruppen geben, die zum Teil sogar weitaus größere existentielle Gründe für Ausnahmegenehmigungen hätten. Es gehe vom Gemüsehändler an der Ecke bis zum Behindertenfahrzeug.

Auf ein mögliches Beschreiten des Klagewegs eventuell bis nach Brüssel reagiert man seitens der beiden Ministerien gelassen. Man hätte sich auf mögliche Klagen eingestellt und deren Wirksamkeit vorab geprüft (hier spielen eben nicht nur die Oldtimer eine Rolle). Das Thema Volksgesundheit und in Zukunft auch immer mehr der Klimaschutz seien eben das höhere Gut, für das es bei allem Verständnis für unsere Sichtweise keine politischen Mehrheiten – auch nicht in der Bevölkerung – geben würde.

Es sei ja auch nur ein Teil der Oldtimerfahrer betroffen. Der weitaus größere Teil wohnt weder in einer Fahrverbotszone noch dort eine Werkstatt besuchen. Auch trete man weiterhin für den Erhalt der Oldtimer ein, eben nur nicht in den ausgewiesenen Fahrverbotszonen. Spätestens jetzt war uns klar, wie verhärtet die Fronten hier sind und dass an den grundsätzlichen politischen Entscheidungen nicht mehr zu rütteln ist.

Das Wort „grundsätzlich“ wurde dann nochmals aufgenommen, um vielleicht noch Einfluss darauf zu nehmen, wie die geplanten Fahrverbote abgemildert werden können. Hier kam es dann zu weiteren Gesprächsangeboten seitens des Ministeriums. Es gibt zwischen den Ministerialerlässen und den Bundesratsbestätigungen noch ein erhebliches Zeitfenster, in dem Einfluss genommen werden kann, inwieweit sich die Fahrverbotszonen auf Oldtimer auswirken. Im Rahmen dieses Zeitfensters bietet man uns (ich denke mal dem Ladenburger Kreis) weitere Gespräche an und würde seitens des Bundesumweltministeriums als weiteren Gesprächspartner das Bundesverkehrsministerium mit an den Tisch holen, um gemeinsam mit den jetzigen Gesprächsführern (wobei der Kreis auch gerne auf Seiten der Oldtimerszene noch minimal erweitert werden könnte) konkrete Abmilderungen zu verhandeln.

Grundlage für diese Gespräche müsste aber die Bereitschaft der Gesprächsführer sein, die Sichtweisen der beiden Ministerien mehr in die Szene hineinzutragen. Aktionen „pro Oldtimer“ sind in Ordnung, zu heftiger Protest ist jedoch den Entscheidern in der Politik nicht zu vermitteln und man sollte seitens der Oldtimerszene jetzt Gesprächsbereitschaft zeigen. Es wurde die Zusage von Initiative Kulturgut und ASC gegeben, in dieser Form auf die Szene zuzugehen und die Gesprächsbereitschaft der Ministerien positiv zu nutzen.

Konkret wurde vereinbart, dass die Gesprächsführer ein Papier mit „Essentials“ erarbeiten und dieses möglichst umgehend an ihn weiterreichen. Dann wird sehr schnell die Einladung gemeinsam von Bundesumweltministerium und Verkehrsministerium ergehen. die genannten Essentials zu könnten z.B. sein

• Die weitere Möglichkeit der Durchführung von Oldtimerveranstaltungen auch in den Fahrverbotszonen.
• Werkstattbesuche
• Regelung für Anwohner in Fahrverbotszonen
• Zufahrt zu Oldtimermuseen mit Oldtimern
• usw.

Die initiative Kulturgut Mobilität und auch der ASC will diesen Weg der Gespräche gehen.
Mir wurde gestern zum ersten Mal wirklich klar, wohin die Richtung unserer Bundesregierung geht. Wir stehen hier erst am Anfang und die Oldtimer sind nur ein ganz kleines Problemchen.

Wir leben halt in einer Welt, in der ein amerikanischer ExVize einen Oskar bekommt, weil er einen Film über den Klimawandel drehte. Seht Euch doch nur einmal den Spiegel von vor zwei Wochen und die Focus der letzten Woche an.
Ja, ich sehe Tempolimit, Co2-Beschränkungen, einen Benzinpreis von 6 Euro bei Wegfall der Kfz-Steuer als realistisch an.
Der VDA, ADAC und bislang auch AvD schlafen. Ich habe gestern erst die Anfänge kennen gelernt. Volksgesundheit, Klimaschutz, Luftreinhaltung werden die Themen der nächsten Zeit sein.

Wir haben diese sich verändernde Welt noch nicht begriffen. Die Wirtschaft sieht Ihre Zukunft nicht mehr im Automobil, das ohnehin aus Japan kommt, sondern in der Entwicklung alternativer Stromerzeugung und ähnlichem, wo Deutschland Weltmarktführer ist. Das Automobil wurde aufgegeben.
Meine Tochter wird mal in einer Welt mit Erdgasfahrzeugen, einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h auf Autobahnen und dem so genannten "2/3 Konzept" leben, bei dem maximal bei Fahrzeugen nur noch 1/3 durch Verbrennung erfolgen darf und zwei Drittel durch alternative Energie erbracht werden muss. Wenn wir jetzt die angebotenen Gespräche mit den beiden wichtigen Ministerien nicht annehmen werden wir uns in ein paar Jahren unsere Versäumnis vorwerfen. Liebe Freunde der Oldtimerszene und der Initiative Kulturgut Mobilität,Unser Newsletter vom 1.3. über unser Gespräch in Bonn hat etwas Unmut hervorgerufen. Es geht hierbei um die Leistung der großen Drei wie VDA, ADAC und AvD. Der uns allen bekannte und geschätzte Johannes Hübner vom AvD hat mich gebeten, die Rolle des AvD zum Thema Fahrverbote zurechtzurücken und ich komme dem auch gerne nach, denn es geht der Initiative nun wirklich nicht darum, die Szene zu teilen, sondern sich mit allen gemeinsam für die gleichen Ziele einzusetzen.Der Automobilclub von Deutschland – AvD – legt auf die Feststellung wert, dass er schon seit Jahren vielfältige Aktivitäten auf allen politischen Ebenen betreibt, um die Restriktionen für historische Fahrzeuge zu verhindern. In zahlreichen Presse-Veröffentlichungen, auch in Artikeln von AvD-Motor&Reisen, etwa im Januar 2005, zur Jahresmitte 2005, Anfang 2006 etc. sowie in Anschreiben an Ministerien hat der AvD frühzeitig auf die anstehende Problematik hingewiesen und auch in persönlichen Gesprächen mit Verkehrsministern und Ressorts immer strikt den Kurs verfolgt, dass hist. Kfz maximal zu 0,03% an den klimaschädlichen Schadstoffen beteiligt sind und deshalb von Restriktionen ausgenommen werden müssen.Der AvD wird sich auch weiterhin an der gemeinsamen Erarbeitung der von den beiden Ministerien geforderten „Essentials“ beteiligen und an der gemeinsamen Gesprächsführung mit den Ministerien mitwirken.

Peter-David Göhr
für die
Initiative Kulturgut Mobilität [/color]

Manchmal ist es schon ganz wichtig, über den Suppenrand hinauszuschauen.


Grüße...HaJo

...mit 'ner Serie biste immer der Erste - im Stau!
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Der wesentliche Satz in Text lautet:

"Die Möglichkeit zur Einrichtung von Fahrverbotszonen ist zementiert."

Leider wird nicht drauf eingeganen, dass die die Fahrverbotszonen und die Fahrverbote eben nicht von Bund oder Land ausgesprochen werden, sondern von den Gemeinden/Kreisen.

Das heißt, niemand muss eine Fahrverbotszone, in seiner Gemeinde einrichten.

Er kann lediglich. Genau wie er Ausnahmen zulassen kann.

Wenn nämlich die Gebietskörperschaft genug Arsch in der Hose hat die ständig erwähnten Klagen der EU einfach abzuwarten.

Wollen doch mal abwarten, ob die EU 3/4 aller Gemeinden von Gibraltar bis Stockholm auf Einrichtung von Fahrverboten verklagen wird.

Also noch ists Zeit auf örtlicher Ebene tätig zu werden und dem RAt der Gemeinde oder dem Kreistag Feuer unterm Arsch zu machen!

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Die Automobilindustrie sollte es einfach mal fertigbringen ein modernes und trotzdem liebenswertes Auto zu produzieren. Aber alles was da nachkommt taugt nix, weil es mit irgendwelchem Scheisss vollgestopft ist den kein Frosch braucht.
Ich will ein simples, überschaubares Auto, dass robust ist und mich überall hinbringt. Alles was in dieses Schema passt basiert auf einem Fahrzeugtyp aus dem letzten Jahrtausend und hat das Verfallsdatum irgendwelcher Abgashürden schon eingestanzt wenns vom Band rollt, ist quasi gerade noch mal mit viel Gutwill über die letzte Hürde drübergeschoben worden.
Ich hab keinen Bock auf diese Platinen auf Rädern. *kotz*

Es werden heute einfach keine reinrassigen Nutzfahrzeuge auf PKW-Basis mehr hergestellt. Alles ist mit irgendeinem Lifestyleschleim überzogen und glattgespachtelt... buuuäääähhhhh...


Der Charme eines Geländewagens wächst mit dem Grad seiner Abnutzung.
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Sehe ich genauso.

Nur wird so ein Auto außer uns vielleicht hundert Leuten niemand kaufen.

Schau dir mal an wie die Autos bestellt werden. Da ist nix mit "naked car".

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Ich weiss...
Deswegen häng ich ja so an meiner Runkelrübe... <img src="/forum_php/images/graemlins/graem-cry.gif" alt="" />


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man wird uns drin begraben, aufrecht sitzend

wie bei die Indianers früher mal

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Zitat
Es werden heute einfach keine reinrassigen Nutzfahrzeuge auf PKW-Basis mehr hergestellt.

´türlich
Jede Menge sogar.
Kleine Auswahl: Transit Tourneo, Kangoo, Scudo, Hiace, Caddy...
Klar, mit Sandblech, Hilift und Dachgarten bepackt sehen die auf der Düsseldorfer Kö bisschen merkwürdig aus, aber sonst?

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Tordi ist doof...


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ich glaub er hat noch nie einen von den neuen Caddys aus der Nähe gesehen, wir ham eben einen bestellt ...

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Das mit dem Begräbnis... wenn ich sowas als letzten Willen verfüge... *kopfkratz*

Wär sowas theoretisch möglich?
Muss ma meinen Schwager fragen, der arbeitet aufm Friedhofsamt.
Wär natürlich schweineteuer für die Hinterbliebenen, aber das kann mir dann ja scheissegal sein. Vielleicht fällt ihnen dann der Abschied leichter, wenn sie mich richtig hassen <img src="/forum_php/images/graemlins/smile.gif" alt="" />


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