Hallo Bernd,

das Einstellen mit montierter Welle und Messring ist m.E. nur dann erforderlich, wenn Du nicht mehr weißt, welche Passscheiben oben bzw. unten montiert waren oder man eine Achse aus neuen/anderen Teilen zusammenbaut. Die Passscheiben gleichen die Fertigungstoleranzen von Achsgehäuse und Halbkugel aus und müssen daher normalerweise nicht verändert werden. Dies ist aber wichtig, damit die Wellenmitte in Flucht zur Halbkugelmitte verläuft, sonst hast Du einen Wellenversatz zwischen Wellenstummel und langer Welle, was zu erhöhtem Verschleiß der Radlager und des Homokineten führt und außerdem wäre vermutlich der Wellendichtring im Achsgehäuse nicht mehr (lange) dicht. Die Toleranzen der Wälzlager (Achsschenkellager) sind so eng, dass man diese meist 1:1 gegen Neue austauschen kann, ohne auszumitteln.

Bzgl. Vorspannung muss man zwischen 460er Achse (Passscheibe zwischen den Montageflächen von Achsschenkelbolzen und Halbkugel) und 463er Achse (Passscheibe zwischen Bund Achsschenkelbolzen und Innenring des Achsschenkellagers) unterscheiden.
Bei der 463er Achse muss man zum Spaltmaß 0,3 mm addieren, bei der 460er Achse abziehen, um die gewünschte Vorspannung zu erreichen.
Für bei Fälle gilt, das ermittelte Maß zu halbieren, damit die Halbkugelmitte wieder über Wellenmitte steht (d.h. halbe Vorspannung für oben und unten).

Ich hoffe, Dir hiermit auf die Sprünge geholfen zu haben...

Gruß


Gerhard

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