Zitat
Wenn man schon eine Zeitlang für die Autoindustrie tätig war, fallen einem die extremen Unterschiede zu modernen, auf kostensparende Fertigung hinkonstruierten Fahrzeugen auf, speziell was den enormen Bedarf an manueller Arbeit anbelangt - also entweder arbeiten die Leute an dieser Kiste fast für lau, oder LR zieht den Defender nur noch als Imageträger und Ikone mit.

Die Leute arbeiten an dieser Kiste nicht für lau, aber extrem unmotiviert, unproduktiv und uninteressiert. Anders lässt sich die bodenlose Schlamperei bei der Verarbeitung nicht erklären. Das Loblied auf moderne, kostensparende Fertigung hin oder her – als Kunde darf man für die mindestens 30.000 Steine, die ein neuer Defender kostet, doch bitte auch adäquate Qualität erwarten, da fruchtet zumindest bei mir das "Handarbeits"-Argument nicht wirklich.

Ich hab mir das Werk in Solihull schon ein paar mal angeschaut. Blechpresswerk eines der modernsten in Europa. Qualitätskontrolle für Disco, Range & Co. auf einem Level, da träumt Ford von. Lackierstraße geht kaum perfekter. Und dann gibt es da noch die Schmuddelhalle, in der ein paar Freaks den Defender zusammenwerfen. Das versteh ich einfach nicht. Selbst erlebte Episode: Ein ganzkörpertätowierter Staplerfahrer, Kippe im Mund, schraddelt mit einer völlig überladenen Gitterbox voller Defender-Türen übers Werksgelände, verliert in der Kurve ein paar davon unter lautem Geschepper. Steigt aus, lädt den Krempel wieder auf und verschwindet in der Produktionshalle. Irgend ein Kunde freut sich sicherlich über die handgefertigte Maßarbeit.