Hallo Wolfgang

Ich hatte während fast eineinhalb Jahren den neuen Iveco Daily 4x4 sehr konkret als "Trägerfahrzeug" im Auge, hatte ihn probegefahren, vermessen, eine Wohnbox dafür entworfen und Daily-bezogene Kurse bei Iveco besucht. Und dies mit dem gleichen Hauptargument, das Du auch anführst: ich wollte lieber ein Fahrzeug von einem Weltkonzern kaufen, welcher auch in Argentinien, Peru, Australien, Namibia, etc. Vertretungen hat, als einen "Exoten" von Bremach. Kommt dazu, dass mir der Job/Extreme überhaupt nicht gefiel.

Je länger ich mich aber mit dem Daily 4x4 und mit Iveco als Partner beschäftigte, umso mehr musste ich feststellen, dass wohl Motor, Getriebe und viele andere Komponenten des Daily 4x4 zum Besten zählen, was der Markt im Moment hergibt, dass aber der Daily 4x4 innerhalb von Iveco ein Exot ist. Du wirst bei Iveco -- und ich lasse mich gerne eines Besseren belehren -- nur mit viel Glück auf jemanden stossen, der den Daily 4x4 wirklich kennt. Ich warte heute noch auf eine offizielle Antwort von "meinem" Iveco-Vertreter, wie viel schwerer die Geländeräder, die als Ausstattungsvariante wählbar sind, gegenüber den Standardrädern sind (ich kriegte die Antwort viel rascher auf dem inoffiziellen Kanal). Es scheint den offiziellen Vertretern schier unmöglich zu sein, mit Fragen an die Ingenieure oder schon nur an die Produktverantwortlichen bei SCAM zu gelangen, welche Rahmen, Fahrwerk und Verteilergetriebe liefern und wo der Daily 4x4 gefertigt wird. Iveco ist nicht auf Privatkunden wie Du und ich mit Spezialwünschen vorbereitet.

Die Frage, welche Lösung Iveco anbietet, sollte der Motor z.B. wegen schlechtem Diesel ins Notlaufprogramm gehen und die Leistung um 40% verringern, was mitten in der Wüste ein "bisschen" ein Handicap sein könnte, wurde nach mehreren Wochen Wartezeit dahingehend beantwortet, dass der Daily 4x4 für Europa konstruiert ist, und Iveco keine Vorkehrungen für den Betrieb ausserhalb getroffen hat oder besonderen Abhilfen hat oder plant.

Hinzu kommen gewisse konstruktive Mängel am Daily 4x4, welche u.a. dadurch bedingt sind, dass die Designer wahrscheinlich die harte Vorgabe hatten, die Führerkabine vom Strassen-Daily unverändert zu verwenden. Schau doch mal die Aufhängung der Blattfedern der Vorderachse an. Dort fehlten seitlich ein paar Zentimeter, welche mit lateral abgekröpften Winkelhebeln gewonnen wurden. Dadurch sind die Silentblöcke jetzt nicht mehr nur Druck- sondern auch Torsionskräften ausgesetzt. Dafür sind die Blöcke aber nicht konstruiert. Über den offenen C-Träger-Rahmen lasse ich mich jetzt hier nicht aus.

Es war wohltuend, mit Erich Christ in Kontakt zu treten. Da hatte ich plötzlich ein Gegenüber, dass bisher noch auf jede Frage innerhalb von Stunden eine fundierte Antwort bereit hatte. Und der ein breite Palette an Ausbaumöglichkeiten für den Bremach anbietet (Tanks, Federung/Dämpfung, Anbaukonsolen für die Aufbaulagerung, etc.), welche Du für den Daily 4x4 mühsam selbst zusammensuchen musst. Zudem lag ein vergleichbares Angebot für den Daily 4x4 gut 15% höher als das für einen T-Rex. Es fiel mir danach nicht mehr schwer, mich für den T-Rex zu entscheiden.

Zusammenfassend kann ich Dir folgendes raten: wenn Du für den Daily 4x4 einen Ansprechpartner findest, der in der Liga von Allrad Christ spielt, dann kannst Du den Daily 4x4 weiterhin in Betracht ziehen. Sonst ist m.E. der Bremach viel die bessere Wahl, denn sooo alt ist Erich Christ nämlich nicht; ich wage zu behaupten, dass er Dir auch in 10 Jahren noch zur Verfügung stehen wird blush.

Hope that helps,
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oliver

Last edited by Dámedos; 10/11/2009 12:09.