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Gestern war Kriegsopfergedenktag, ein Tag zur Besinnung auf die Notwendigkeit des Friedens und des Gedenkens an die Kriegstoten. Und davon hatten gerade wir Deutschen unzählige – im eigenen Volk. Aber auch zahllose Tote, die Deutsche fremden Völkern gegenüber zu verantworten haben. Nachfolgend einige Fotos von einem Besuch in Verdun, einer Stadt, die für immer mit der Titulierung „Die Hölle von Verdun“ verbunden sein wird. Hier hat eine der ersten Massenvernichtungsschlachten im industriellen Großmaßstab stattgefunden. Hier wurde mit dem Einsatz von Giftgas „experimentiert“ und die Begriffe Trommelfeuer und Stellungskrieg geprägt. Strategie der deutschen Generalität war es, den Gegner auszubluten – um jeden Preis. Dabei kam es bewußt nicht auf die Minimierung der eigenen Verluste an. Insgesamt wurden auf wenige Quadratkilometer über 50 Millionen Granaten abgefeuert und es kamen bei Verdun insgesamt etwa 3,7 Millionen Soldaten zum Einsatz. Die genaue Zahl der Toten ist unbekannt. Die Schätzungen liegen irgendwo im sechsstelligen Bereich. Und nach den paar Monaten der gegenseitigen Massenvernichtung zwischen Februar und Dezember 1916 hatte sich der Frontverlauf kaum verändert. Die Festung Verdun hatte standgehalten. Die Schlacht war sinnlos gewesen. Wenn man Verdun sehen will, ist ein regnerischer, nebeliger Herbsttag übrigens genau das richtige. Und wenn es auf der Welt irgendwo eine absolute No-go-Area bezüglich Offroad gibt, dann hier. Brauch ich wohl nicht näher zu erläutern. Jetzt aber zu den Fotos. „Blutpumpe“ wurde Verdun auch von den Soldaten genannt: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251359.jpg) Geschütz vor dem Eingang des „Memorial“, dem Museum: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251360.jpg) Necropole Nationale, diesen Begriff hatte ich nie zuvor gehört: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251361.jpg) Gräber und Beinhaus: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251362.jpg) mfG Rainer P.S. Weitere Fotos folgen.
Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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Fortsetzung der Fotoreihe Verdun: Nachempfundenes Schlachtfeld im Museum: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251522.jpg) ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251523.jpg) Ein Feldarzt wartet auf den nächsten Verletzten: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251525.jpg) unzählige Gräber: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251527.jpg) das Beinhaus mit den Knochen von zigtausenden unbekannten Soldaten: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251530.jpg) im Innern - Gedenktafeln an besonders verdiente Soldaten und Offiziere: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251531.jpg) Statuen der französischen Generäle vor der Zitadelle in Verdun. Bis hierher haben es die Deutschen nie geschafft: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251532.jpg) Übersichtsplan Verdun und Umgebung: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251533.jpg) So, das war's von einem kleinen Abstecher nach Verdun. mfG Rainer
Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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Necropole ist ein großer Friedhof.. es gibt auch den Necrofagisten http://en.wikipedia.org/wiki/Necrophagist
Wenn die letzte Bohrinsel abgebaut und die letzte Tankstelle geschlossen ist, werdet ihr feststellen, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann. (Weissagung der Cree-Indianer)
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Selbstfahrende Grünguttonne mit Rallystreifen
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Schickt mich in die Wüste... BITTE !
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Aus dem ersten Weltkrieg ist nix gelernt worden: http://www.viermalvier.de/ubb_portal/ubbthreads.php/topics/33908/HT1#Post33909Warum sollte es nach dem zweiten anders sein? Seit Neandertal sind wir nicht einen Schritt weiter. Schaut Euch einfach um. Die Höllen sind nicht weniger geworden. "Über gezeichnetem Haupt die nackte Gewalt des Gestirns ward der Kampf uns verhängt und wir ertrugen die Glut. Namen nennen Euch hier den Ort wo wir kämpften und fielen: Wüste heißt dieser Ort. Erde, spurloser Sand. Wüstenwind hüllte uns ein, die Leiber versengend, die Herzen. Schicksalssturm löschte das Licht unseres irdischen Tags. Was wir gewesen, Ihr seid’s. Und was uns verhängt war, bedroht euch. Lernt aus verwehter Spur. Sorgt, dass die Wüste nicht wächst." Gruß
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Da fällt mir immer ein Zitat ein, das gerne Berthold Brecht zugeschrieben wird, aber wohl gar nicht von ihm ist.
"Wer die Geschichte nicht kennt ist dazu verdammt sie noch einmal zu erleben."
Ich war noch nie in Verdun, aber ohne den dortigen Horror schmälern zu wollen ... Afganistan wird für den einzelnen Betroffenen nicht anders sein und wir mischen schon wieder mit.
Sigi
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@Wildwux: Gruselig? Ja schon, weil die Medaille war ja an die Gegenseite gerichtet und sollte Angst machen. Ausdrücklich dem französischen General Petain und den Alliierten gewidmet, sollte die Medaille die Botschaft überbringen „Seht her, wie wir euch das Blut abpumpen.“ Die Franzosen ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Sie setzten der Blutpumpe der Deutschen die französche Noria (von der Wortbedeutung her eigentlich ein Wasserschöpfrad bestehend aus Eimern und Seilen) entgegen. Ununterbrochen fuhren in einem Takt von 14 Sekunden achttausend LKWs an die Front – über eine Entfernung von 60 km. So konnten pro Woche etwa 100 000 Soldaten und 50 000 Tonnen Munition und Kriegsmaterial an die Front transportiert werden und auf der Rückfahrt die verletzten Soldaten und abgelösten Einheiten mitgenommen werden. Das System wurde auch Paternoster genannt und dadurch haben die Franzosen immer wieder frisches Blut bekommen. Sozusagen mittels Schöpfrad-Paternoster eine permanente Bluttransfusion, wenn das Bild in diesem Zusammenhang nicht zu makaber ist.
mfG Rainer
P.S. Als ich dort war, hat es zeitweilig richtig geschüttet. Landregen. Bei solchem Wetter ist dann abseits der Besucherschwerpunkte keine Menschenseele und man kann sich ungestört seinen Empfindungen hingeben. Ich persönlich habe draußen auf den Schachtfeldern, inmitten der Wiesen und Felder, denen man die schreckliche Vergangenheit ja nicht mehr ansieht, eigentlich nur tiefe Trauer empfunden. Bei der Besichtigung des riesigen Forts Douaumont hingegen muß ich gestehen, kam bei mir mehr ein technisches Interesse auf. Wie das Fort angelegt ist, wie seine Infrastruktur beschaffen war, wie man darin monatelang leben kann, wie so ein Bau überhaupt eingenommen werden kann usw. Aber richtig Grusel kann man sehr wohl im Museum bekommen, wenn man sieht mit welcher Perfidie die Militärs ihre Tötungsmaschinerie perfektioniert hatten. Wenn man z.B. die verschiedenen Sorten von Stacheldrahtverhau und gleichzeitig die unterschiedlichsten Drahtscheren zur Beseitigung der Hindernisse vergleichen kann. Wenn man sieht, wie das Symboltier des Friedens, die Taube, zur Informationsübermittlung eingesetzt wurde. Oder wenn als Pervertierung der Ingenieurskunst und des Inbegriffs menschlicher Freiheit und Sehnsucht, es dem Vogel gleichzutun, Fesselballons zur Präzisierung des Artilleriefeuers in die Luft gelassen wurden. Der Traum vom Fliegen – an die Leine genommen. Die Balloninsassen feindlichen Fliegern und Scharfschützen hilflos ausgeliefert ohne die geringste Fluchtmöglichkeit. Wenn man sieht, wie durch Gas erblindete Soldaten in schier endloser Reihe nach hinten geführt werden. Wenn man Fotos von Granattrichtern sieht, deren Inhalt einfach unbeschreiblich ist...
Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
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Das ist das heilige Dreibein der Kriegergedenkerei: Ein, zwei Kriege zurück fügt man einen Vermerk "beider Seiten" an, und mit entsprechend robusterer Kontinuität nur zieht es sich gegen den aktuellen Feind, und zwar so selbstverständlich, daß es an der Heimatfront zur erstbesten Relativierung eines Lokführer- oder Selbstmörderelends aus dem Hut gezaubert werden kann, ohne viele abzustoßen. Wobei nur das "beider Seiten" regelmäßig dann nicht auch noch fällt. Jüngster Akt: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=30695
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Statuen der französischen Generäle vor der Zitadelle in Verdun. Bis hierher haben es die Deutschen nie geschafft: ![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/3251532.jpg) den schlächtern denkmale gesetzt. 
Es ist schon ok, es tut gleichmäßig weh.
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Ihr fahrt ja auch ganz gerne nach Norditalien und da auf Militärstrassen zu Befestigungen aus der 1. Massenschlächterei des 20. Jahrhunderts. Zur Vorbereitung darauf vielleicht mal "Der Dolomitenkrieg" von Uwe Nettelbeck lesen. Dann sieht man das Zeug vielleicht auch mal anders als nur die Suche nach unasphaltierten Strassen in Mitteleuropa. Was Menschen zu leisten imstande sind nur um sich gegenseitig umzubringen wird da sehr schön herausgearbeitet. "Narren, Nulpen, Niedermacher - Militärische Blindgänger und ihre grössten Schlachten" fand ich zum Thema auch sehr lesenswert, das Kapitel über die Schlacht an der Somme war da mein Favorit. Wenn nicht schon vorher, fällt man spätestens da vom Glauben an die Menschheit ab.
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