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Sigi_H
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Original geschrieben von Ar Gwenn
Ich musste raus aus dem Wald.

Ähnlich ging es mir am Omaha Beach in der Normandie. Über diesen Strand zu laufen und oben am Soldatenfriedhof zu stehen schnürt einem echt die Kehle zu. Tausende Tote innerhalb weniger Stunden ...

Omaha Beach enpfand ich deshalb als besonders eindrücklich, weil es davon ja auch noch genügend bewegte Bilder und Aussagen von Zeitzeugen gibt wie zB dem MG Schützen Hein Severloh der sich mit überlebenden Amerikanern getroffen und ausgesöhnt hat.

Hein Severloh - WN62 Erinnerungen an Omaha Beach


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Motze, festhalten, so gehts in Kenia zum Brötchenholen
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Südtirol, mitten in den Bergen, ein Unzerstand. An den Wänden noch die Negativabdrücke der Zeitungstapeten. 800m gegenüber dasselbe, aber vom Feind. Jahrelang, Sommers wie Winters.
Einmal das verspannte Kreuz durchdrücken: Kopfschuss

WAHNSINN



und es nimmt kein Ende


An und ist das Leben für sich schön.
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kein zweiter
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Nicht brav wäre, den Alpenskipetaren in die Gotthardlöcher zu schauen.

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Besserwessi
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Also gut, weil der flache Erich meine designierte Renterwahlheimat ins Spiel brachte . . .

Ihr lest:

A Farewell to Arms

Over the River and into the Trees

- der olle Hemingway war schon gut . . .

BTW @lieblingsmodstehstinuraltercorsareifenbringschuld

Ich hätte gern eine "Was-lesen-wir-heute"-Kolumne nuts

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Lahmer Mod - - - grin

- - - erstmal ein neues Avatar besorgt . . .

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Maschtuff
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Ich habe hier ein paar Wortmeldungen gelesen, die es verdienen, gepostet worden zu sein! Und das ist hinreichend selten, weshalb es hiermit hervorgehoben sei! whistle2

Es gibt ein Datum des Abschlachtens im 1.Weltkrieg, welches zu beiden Seiten des Rheins nie wirklich ins oeffentliche Bewusstsein gelangt ist, obwohl hier schlagartig der Wahn dieses Krieges deutlich wurde. Und vielleicht erklaert sich dies eben durch die nackte Wahrheit, die in "heroischen" Zeiten den Herren der Konflikte ein stoerendes Detail bei der Durchfuehrung ihrer Verbrechen ist!

Ich spreche vom Morden am "Chemin des Dames", Picardie! Im April 1917 traten dort franzoesische Truppen zur Offensive gegen deutsche Linien an. Die Front, beginnend bei der Ortschaft Craonne, betrug nur ca. 25-30 km. Es sollte eine Blitzoffensive werden und der verantwortliche General Robert Nivelle erklaerte vorher: "Wir werden in wenigen Stunden in der Lage sein, die Front aufzubrechen und bis zu 10 Km tief vorruecken! Wenn dieser Durchbruch nicht sofort gelingt, stoppe ich die gesamte Operation in 48 Stunden!"

Er stoppte nichts - und zehn (!) Tage spaeter waren seine Truppen ganze 500m vorgerueckt. Eine Welle nach der anderen schickte er seine Soldaten in ein ununterbrochenes Attellerie-Feuer. Laengst war auch den Offizieren klar geworden, dass es hier nicht mehr nur um einen - militaerisch ohnehin weitgehend sinnlosen - Gelaendegewinn ging, sondern um die Sturheit eines Generals, der einem persoenlichen Erfolg nachjagte. 30 000 Poilus waren tot!!

Dieses Massaker sprach sich schnell herum und hatte die ersten Meutereien zur Folge. Meutereien nicht im eigentlichen Sinn, denn nie wurden die Waffen gegen eigene Offiziere gerichtet - einfach nur Mutlosigkeit und tiefe Zweifel am Sinn der Kriegsfuehrung. 3500 Poilus wurden deshalb insgesamt an den Fronten vor Militaergerichte gestellt und verurteilt; die Zahl der Exekutionen ist umstritten, man spricht von 600.
Zur Abschreckung wurden jedenfalls in Schnellverfahren 60-70 Soldaten sofort erschossen. Nicht etwa, wegen nachgewiesener Vergehen, sondern, wie es hiess: "fusillés pour l'example"!
Nivelle wurde nie zur Rechenschaft gezogen, sondern zu den Truppen nach Afrika versetzt!

Damals entstand ein Lied, dessen Urheber von der Militaerfuehrung unter Auslobung einer sehr hohen Geldsumme fieberhaft gesucht wurde - umsonst! Es ist ein erschuetterndes, duesteres Abschiedslied der Poilus ans Leben, mit einer letzten Auflehnung gegenueber denen, die sie in einen sinnlosen Tod schicken. Wer es einmal - selbst heute ! - gehoert hat, wird es nie vergessen koennen, denn diese Worte und die Melodie treffen pfeilgenau ins Herz.

Ich finde nur eine sehr unzureichende Uebersetzung, die auch nicht annaehernd die Kraft des Originals hat. Deshalb hier nur in franzoesisch:

Chanson de Craonne:

Quand au bout d'huit jours, le r'pos terminé,
On va r'prendre les tranchées,
Notre place est si utile
Que sans nous on prend la pile.
Mais c'est bien fini, on en a assez,
Personn' ne veut plus marcher,
Et le coeur bien gros, comm' dans un sanglot
On dit adieu aux civ'lots.
Même sans tambour, même sans trompette,
On s'en va là haut en baissant la tête.


Refrain:

Adieu la vie, adieu l'amour,
Adieu toutes les femmes.
C'est bien fini, c'est pour toujours,
De cette guerre infâme.
C'est à Craonne, sur le plateau,
Qu'on doit laisser sa peau
Car nous sommes tous condamnés
C'est nous les sacrifiés !


C'est malheureux d'voir sur les grands boul'vards
Tous ces gros qui font leur foire ;
Si pour eux la vie est rose,
Pour nous c'est pas la mêm' chose.
Au lieu de s'cacher, tous ces embusqués,
F'raient mieux d'monter aux tranchées
Pour défendr' leurs biens, car nous n'avons rien,
Nous autr's, les pauvr's purotins.
Tous les camarades sont enterrés là,
Pour défendr' les biens de ces messieurs-là.

au Refrain

Huit jours de tranchées, huit jours de souffrance,
Pourtant on a l'espérance
Que ce soir viendra la r'lève
Que nous attendons sans trêve.
Soudain, dans la nuit et dans le silence,
On voit quelqu'un qui s'avance,
C'est un officier de chasseurs à pied,
Qui vient pour nous remplacer.
Doucement dans l'ombre, sous la pluie qui tombe
Les petits chasseurs vont chercher leurs tombes.

Refrain

Ceux qu'ont l'pognon, ceux-là r'viendront,
Car c'est pour eux qu'on crève.
Mais c'est fini, car les trouffions
Vont tous se mettre en grève.
Ce s'ra votre tour, messieurs les gros,
De monter sur l'plateau,
Car si vous voulez la guerre,
Payez-la de votre peau !

(Die letzte Strophe in deutsch:

"Die, die die Kohle haben, sie kommen zurueck (nach Hause)
denn fuer sie krepieren wir;
Aber jetzt ist Schluss, denn die einfachen Soldaten
werden alle streiken.
Nun kommt eure Zeit, ihr dicken (wichtigen) Herrn,
auf das (Schlacht-)Feld zu steigen,
denn, wenn ihr den Krieg wollt,
dann bezahlt ihn mit eurer eigenen Haut!")



P.S. Geschrieben wurde das Lied 1917 - fuer die Oeffentlichkeit verboten war es bis 1974!



K
kein zweiter
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K
Nicht ein Eintrag bislang war hier zu gebrauchen, wenngleich ich getrost nun auch nicht nochmal ernsthaft hinsah. Insbesondere aber die Behauptungen vom Wahne dieses Krieges sind noch nicht einmal vordergründig valide, sondern grober Unfug (dabei wahrlich gängige Antikriegstradition). Und als wäre es damit nicht genug, muß ein solcher ausgerechnet auf dem Maßband deutlich werden. Zu 500m gleich. Damit wenigstens etwas bleibt.
Als wären Auflösungen von 500000 Metern mal Ausdruck von relativer Vertretbarkeit gewesen oder zwanzig Jahre später die rasche Fahrt der Panzerwaffe des Vernichtungskrieges von Essen bis Moskau und Leningrad ein Fortschritt.

Nein, ich werde kein Strohmannargument bauen, das Eingetragene an und für sich ist blanker Stuß. Es gibt keinen eigenen Wahn des massierten Stellungskrieges, und weder mit dem Meßrad noch dem zugehörigen body counting zur endgültigen Verdichtung wird ein Wahn des ersten Weltkriegs begriffen. Es soll das Recht des gehetzten Kritikers in jenen Tagen bleiben, jede irgendwie greifbare unerhörte Kenngröße ins Feld geführt und von mir aus auch gesungen zu haben. Aber einen Wahn macht anderes aus; und das ist hier ebensowenig ein ungewöhnlich entfremdet-verächtlicher Umgang der höheren Militärs mit den Unterstellten gewesen. Was für eine Ignoranz!

Der Wahn des ersten Weltkrieges war ein sehr verteilter in den Sphären, nennenswert geteilter nur zwischen den Parteien. Frei von Blüte und frei von besonderer externer Betätigung (wie etwa bei einer "landwirtschaftlichen Maschine").


Genau eines entschuldigt diesen Faden: Er ist von Beginn an gerade keine Betrachtung von Vorkommnissen in Verdun, von Kriegstreiben allgemeiner oder sonst etwas dergleichen. Er steht in "Travel" und dokumentiert touristische Ausgeburten (und mawida den Stand volkstümlicher Kritik natürlich).



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Nun ja, es wird glaubwürdig berichtet, daß es in einzelnen Bereichen der Westfront zu Weihnachten kurzzeitig eine Verbrüderung der verfeindeten Soldaten gegeben hat. Die Soldaten haben gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und in manchen Fällen sogar kleine Geschenke ausgetauscht. Dieser „private Waffenstillstand“ erfolgte natürlich ohne Wissen der Generalität, allenfalls unter Duldung der unmittelbaren Frontoffiziere beider Seiten. So haben die Waffen wenigstens mal für eine kurze Zeit geschwiegen.

Und die russischen Soldaten haben nicht nur gesungen (was zweifellos für die Franzosen schon sehr mutig war) – sie haben auch gehandelt.
Ein hoffnungsvoller Aufbruch, der nicht nur das verhaßte Zaren-Regime weggefegt hat, sondern leider in den späteren Massenschlächtereien und Völkermorden eines Stalin mündete. Und das, ohne daß er dafür einen äußeren Feind gebraucht hätte. Aber den brauchte ein Pol Pot oder ein Idi Amin ja auch nicht – einige Jahrzehnte später. Das eigene Volk ist oft Bedrohung genug...

mfG
Rainer

P.S. sehr schönes, mutiges Lied, auch wenn mein französisch zu schlecht ist, als daß ich sicher sein könnte, jeden Vers absolut richtig zu verstehen. Ist ja auch bei Liedern und Gedichten eh schon schwieriger.


Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)
S
Sigi_H
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Sigi_H
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Ein echter Qualitätsfred hier!

Auch wenn kein zweiter etwas verwirrt über ihn nörgelt, so hilft der Fred doch die eine oder andere Reise mit anderen Augen zu sehen!

Die Hinterlassenschaften der Weltkriege findet man in ganz Europa und es lohnt sich immer einen Stop einzulegen und drüber nach zu denken.

Wie schon mal gesagt: In Afganistan mischen wir schon wieder mit und es wird nicht mehr lange dauern, dann produzieren wir in Afganistan genau das, was all diese Kriegshinterlassenschaften anmahnen.

Das geht schleichend. Seit Jahren mischt das KSK in Afganistan an vorderster Front mit und sowohl der deutschen Öffentlichkeit, als auch dem Bundestag wird vorenthalten, was die dort eigentlich treiben.

Sigi




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