Hallo zusammen

@ Robert
Zitat
Wenn man einfach die ölspezifikation ändert: besteht da nicht die gefahr von pitting/erhöhtem zahnradverschleiss ?

Diesen Umstand genau voraus zu sagen würde ich mir keinesfalls anmassen, aber ich denke, mit der Änderung der Spezifikation wirst du eher auf der sicheren Seite sein. Bei heutigen modernen Ölen geht man eher "dünner" als früher, weil die Öle ganz anders Adidive haben. D.h. das schlimmste, was in einem Getriebe passieren kann, ist wenn der Schmierfilm auf den Zahnflanken abreisst - dies führt dann zu einem massiven Verschleiss an den Zahnflanken,rsp. zu dem "Pitting".
So ein Verschleiss müsste eigentlich schon nach kurzer Zeit am Magnet der Ölablassschraube feststellbar sein.
Bei einem Wechsel auf eine andere Ölspezifikation würde ich sowieso das Öl nach ca. 1000 km nochmals wechseln, um sicher zu stellen, dass die alte "Geschichte" vollständig beseitigt sind.

@Reto
Beim BREMACH ist ab Werk auch die Spezifikation 85W/140 vorgeschrieben, den Wechsel auf das teilsynthetische Getriebeöl 75W/90 habe ich natürlich Absprache mit Erich vorgenommen, weil Erich hat festgestellt, dass die kleinen Schmierkanäle im Differential zu wenig mit Öl versorgt werden, weil das Öl schlicht und einfach zu dick ist - wobei noch zu sagen ist, dass BREMACH die Bolzen und Schmierkanäle trotzdem noch entsprechend verändert hat.
Auch eine Nachfrage bei Panolin - bevor ich das Öl in der Achse umgestellt habe - hat ergeben, dass so dicke Öle in der Achse heute keinen Sinn mehr machen, weil sie nur unnötigen Widerstand bedeuten und die Gefahr vom Abreissen des Schmierfilmes um einiges grösser sei als bei einem dünnen Öl. Auch dass das Öl bei höheren Temperaturen zu dünnflüssig werde, sei heute kein Thema mehr.

Aber wie gesagt, der Fahrzeughersteller schreibt vor, was füe ein Öl eingefüllt werden muss - aber die müssen dazu lernen - was glaubst du wohl, was die ersten Automobilbauer gesagt hatten, als die Ölspezialisten von einem Motorenöl 0W/5 sprachen.

Zu dem Öl in den Achsen muss ich aber noch sagen, dass ich dort ein MoS2 - Additiv beigebe - auch hier der vollständigkeits halber, der Panolin-Techniker hält absolut nichts von diesen Additiven, weil in diesem Fall die Molybdänpartikel nur die Schmierkanäle in den Ausgleichsrädern des Differential verstopfen würden und dass diese Partikel nur die Laufflächen der Kugellager beschädigen würden.

Also wie ihr seht, ist die Sache mit den Ölen schlussendlich auch eine Verdrauenssache und auch weitgehend eine Erfahrungssache des Einzelnen.


Gruss