Solche Konkretisierung erfolgt doch weniger für großartig strittige Fälle vor Gericht (Gerichte waren natürlich schon bislang nicht gelähmt durch Unmengen von Verfahren, welche Versicherungen immer auch mal anstrengen konnten), denn viel mehr, um tatsächlich Leute anzuhalten zu diesem und jenem. Durch Vorverlagerung von Gefahren intellektueller Auseinandersetzungen mit diesem und jenem.
Wenn die Anschnallquote sich nicht mehr ausreichend erhöht, weil zwar die Autobauer mit ihren Ingenieuren Gurte und Airbags vorsehen, die Passagiere aber lieber ohne in den Karren flacken und die Beine zur Scheibe strecken, kommt zu den Kampagnen irgendwann die Gurtpflicht, die schon der Freund und Helfer überwachen kann. Wenn dann noch Nachwuchs durch den Rost fällt, kommt irgendwann Kindersicherungspflicht dazu.

Wär's an so einer Stelle grundsätzlich besser, für eigentlich klare Interessen möglichst mehr im Nachhinein vor Gericht zu streiten, in Verfahren um irgendwelche Fürsorgepflichten o.ä., um wie gewünscht über Urteile gestalten zu lassen? Die reibungslose Verkehrsabwicklung (die mir flatteric wie seine gesunden Volkskörper als Streugut um die Ohren hauen wollen wird) gar per nächster unerwarteter Schneekatastrophe als Erweckungserlebnis der Initiative Neue Deutsche Schadensersatzwirtschaft?

Ist der vorgeblich kapitulative Ansatz nicht Zutat gerade der entpolitisierten marktförmigen Masse, wie sie herzerfrischend letztlich ans Bundesverfassungsgericht glaubt, kraft des ohnehin bereits immer lieber dort normativen Faktischen und "Ausgredt is!"? Politik nur noch eine große Diät, an welcher Fashion-Victims endgültig nicht mehr hübsche Köpfchen voller Autos und Hunden vorzeitig zerbrechen?