Guten Morgen,

hier ganz speziell, für den muha Thomas

Folgende Information, direkt von Erich Christ.


Das Foto des Bremachs ist entstanden anläßlich der schweren Geländeerprobung des BREMACH militärischen Mobilitätsträgers.
Dabei wurde von einem deut. Rüstungskonzern das zivile Fahrgestell eines BREMACH T-REX mit Simulationsgewichten versehen, um dessen Dauerfestigkeit und Mobilität im Militäreinsatz zu prüfen.
Die (Streß)Tests erfolgten entsprechend den Vorgaben der Bundeswehr für "Gefechtsfahrzeug Rad, Trierer Mobilitätsklasse A".
Die Art des Fahrerhause war dafür nicht entscheidend. Als Hinweis: Das weiße Stahlgewicht hinter dem Fahrerhaus wiegt 800 kg (und ist 1400 mm über Grund), das Stahlpaket unterm Reserverad wiegt 2000 kg und unterm Fahrerhaus und an Rahmen vorne hängen auch noch einige Kg.
Gesamtgewicht des Fz 5500 kg, davon 2500 kg an der VA und 3000 kg an der HA.
Ich darf diesbezüglich auch an die Filme in Horstwalde wie z.B. "Elchtest mit 75 Km/h" und "Slalom mit 50 Km/h" erinnern. Paßt wieder irgendwie zu dem alten thread "Umfaller eines BREMACHs..."

Zu dieser Dauererpobung gehört u.A. auch eine 450 Km lange "schwere Geländeerprobung" die dort in Fraulautern am Stück gefahren wurde.
Die Fotos zeigen den BREMACH an einem Freitag Nachmittag im März 2009 (ziemlich am Ende der Gesamt-Dauererprobung von ca. 12.000 Km), als nach einer kleinen Reparatur am Verteilergetriebes der Fahrer nochmals eine Proberunde drehen wollte und dabei hängenblieb (Zentralsperrenbetätigung war nicht richtig eingestellt und sprang raus).
Da diese Tests nicht von Militärpersonal durchgeführt wurden, konnten die zivilen Tester daher auch noch nach "Dienstschluß" (= Freitag mittag) weiterarbeiten und daher isnd auch keine "Uniformierten" zu sehen.
Zur Info: Die entsprechenden (Versorgungs-)Gebäude sind ca. 500 m von der Fotosstelle entfernt. Dort haben die beiden Fahrer dann zwei Schaufeln besorgt (daher auch keine Leute in der Umgebung des Fz), haben die Hinterachse ausgebudelt, sich nach rückwärts befreit und sind zu den Gebäuden zurückgefahren, auch deshalb, weil sich durch eindringenden Schlamm zwischen Reifen/Felgen mittlerweile Luftverlust in den Reifen einstellte.
Am Dienstag drauf (also nach insgesamt 150 Km im dem Dreck) ist dann die Kupplung abgeraucht, weil dieser Mob-träger noch kein Automtikgetriebe hatte. (Anm.: um in dem Dreck überhaupt vorwärtszukommen haben die Fahrer Schwung (Speed) genützt und dazu die Straßenuntersetzung verwendet. Dabei ist es aber des Öfteren vorgekommen, daß mit der Kupplung als Unterstützung gearbeitet wurde. Die Testfahrer hatten übrigens keinerlei "Geländeerfahrung" zum Testbeginn im August 2008, was absichtlich gewünscht war.
Der Mob.träger war nur mit einer 100% HA-Sperre ausgerüstet, diese wurde in dem Gelände nicht verwendet (die Zentralsperre schon), um die Mobilitäts-Limits in Abhängigkeit des Gesamtgewichts und der Achslasten bei vorgegebener Reifengröße/type zu erproben, und um maximalen Streß auf den Antriebsstrang zu übertragen.
Als Test-Fazit wurden dann die Quaifes zur Standardausrüstung "erwählt", um die Mobiltiät zu Erhöhen, ohne dazu aber den Fahrer (der ja im Gefecht andere "Probleme" hat) mit dem Nachdenken über das "wann/wo/wie" Benützen von Achssperren zu stressen.

Weitere Erkenntis: Ich habe für diese Schlammtests die Verwendung eines Reifen-Luftdrucks zwischen Sand- und Pistendruck empfohlen um die Selbstreingung der Reifenprofile zu unterstützen (weil das eingängige Off-Roader Meinung ist...).
Gezeigt hat sich, daß wir in dem Tiefschlamm dabei Probleme mit Schlammeintrag zwischen Reifen- und Felge haben und somit Luftverlust entstehen kann. Bei Verwendung des Pistenluftdruckes, entschprechend meiner Luftdrucktabelle, war kein Luftverlust mehr wahrnehmbar und die Mobilität in etwa auf dem gleichen Niveau wie vorher.
Anm.: Daher findet sich in neueren BREMACH Bedieungsanleitung eine spezieller Hinweis bezügl. Luftdruckempfehlung für Fahrten bei Tiefschlamm.

Anm. zum Gelände selber:
Das Gelände ist deshalb so weich, weil der BREMACH das erste Fahrzeug war, daß nach der Winterpause dieses Gelände befuhr.
Das letzte Fz. davor war ein spezielles LEOPARD Modell mit ca. 70 Tonnen, das sich in dem Gelände vor der Winterpause "vergnügte". Das Gelände wurde danach nicht mehr aufbereitet, bzw. planiert etc.
Durch den Regen und Schnee in den 2 Monaten dazwischen haben sich die LEO-Spuren eingeschlämmt, bzw nieveliert, der weiche Untergrund aber bleib...
Das wußte aber das Erprobungsteam nicht.

Und wenn einer fragt warum Erich das so genau weiß: Er war von BREMACH aus 8 Monate lang dafür abgestellt diese Tests technisch zu begleiten....


Das was ich geschrieben hatte, dass Fahrzeuge teilweise tagelang im Modder stehen bleiben, habe ich bei anderen Tests hier in unseren Militärgeländen selber gesehen. Da geht es dann unter anderem darum, ob Wasser in Achsen eindringt und wie schwer oder leicht, sich verschiedene Fahrzeuge auch nach Tagen bergen lassen. In der militärischen Erprobung ist das schon ein Gesichtspunkt, da im "echten" Einsatz, Fahrzeuge oft nach Tagen erst geborgen werden können.


Gruss vom ziro

P.S.:
Ich kenne übrigens kein anderes Forum, wo es soviele Schlaumeier, Klugscheisser und Besserwisser gibt, wie sie einem hier vor die Füsse fallen.