Gerne komme ich dem Wunsch nach, das Thema Möbel-Leichtbau etwas genauer zu beschreiben:
Es gibt bei Thermopal eine Möglichkeit, HPL-Schichtstoff, Typ S, 0,8 mm, Farbe und Dekor nach Wahl, mit verschiedenen Trägerplatten zu kombinieren. Für den Leichtbau kommen Furniertischlerplatte, Papierwabe, PU-Hartschaum, Aluwabe und Kunststoffwabe - das ist m. E. Monopan - in Frage.
In meinem Fall haben wir weißen Schichtstoff in Perl-Oberfläche mit 2,4 mm PU-Hartschaum kombiniert. Gesamtstärke 4 mm. Gewicht der Platte ca. 2,7 kg/m². Ringsherum haben wir eine 15 x 15 mm Eschenleiste geleimt (wiegt 0,16 kg/m), macht in der Summe 1 kg bei der im oberen Foto dargestellten Platte.
Beim Verleimen haben wir darauf geachtet, dass beide Schichtstoffflächen mittragen. Dazu bekamen die Leisten einen 8mm-Falz und die Platte ringsherum einen 7mm-Falz. So konnten wir
beide Schichtstoffflächen mit den Escheleisten verkleben. Damit sich die Leisten nicht verziehen (das passiert normalerweise beim einseitigen Beleimen mit Schichtstoff), haben wir nochmals einen 15mm-Schichtstoff-Streifen von hinten auf die Escheleiste aufgebracht. Verleimt wurde mit Weißleim und Schaumkleber, das alles unter einer beheizten Furnierpresse. Anschließend wurden die Kanten gefast und das Holz gewachst.
Das Ergebnis ist eine super strapazierfähige Oberfläche (oder kennt jemand für den Möbelbau etwas strapazierfähigeres als Schichtstoff). Die Esche bringt die notwendige Biegefestigkeit (102 - 120 N/mm²), ist zäh und elastisch (E-Modul 13.000 - 14.000 N/mm²) und die Befestigung der Scharniere hält auch sehr gut. Also, ich würde diese Bauart beim nächsten mal wieder wählen, auch wenn die Verarbeitung extrem zeitintensiv ist.
Nicht nur, weil's gut hält, auch weil's gut aussieht.
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Bei den Einlegeböden und Abdeckplatten (z. B. für die Spüle) habe ich auf die Leisten weitgehend verzichtet, nur da, wo die Böden wirklich durchbiegen, haben wir (Quer-) Verstärkungen in Esche eingebaut. Das spart zwar kaum Gewicht aber einiges an Arbeit.
Frage ist natürlich, ob diese Bauweise etwas für die Selbstbauer unter uns ist. Ich hatte das Glück, dass ich hier eine Tischlerei mit guten Mitarbeitern und Maschinen habe. Aber ganz unwahrscheinlich ist es m. E. nicht, dass der eine oder andere Heimwerker solch eine Bauweise hinkriegt, insbesondere wenn man sieht, was sonst schon alles hier gezaubert wurde!
Viele Grüße!
Gerhard