Hallo Marcus

Ich frage mich auch, weshalb das mit der Startpilot-Methode nicht funktioniert hat. Ich habe letztes Jahr — und einfach so aus Spaß, obwohl der "Spaß" dann am Ende etwas länger dauerte als angenommen — und weil ich es einmal machen wollte, den 315er-Reifen vom Ersatzrad runtergenommen und wieder draufmontiert.
(Das Ersatzrad dafür zu nehmen erwies sich schliesslich nicht als gute Entscheidung, denn dieses war 0 km gefahren und dementsprechend steif). Abgesehen davon, dass es ein "Krampf" ist, den Reifen von der Felge und wieder draufzukriegen, wie Du ja selbst weisst, gelang es uns mit keinem konventionellen Mittel (ausser dem dafür geeigneten Werkstattkompressor), den Reifen am Horn wieder dicht zu kriegen: elektrischer 12V-Kompressor, Tankstellen-Kompressor, etc., alles nix. Am Ende blieb nur der "Start ya' bastard"-Spray (eine australische Variante von Startpilot). Es funktioniert aber auch mit einem Silikonspray oder fast jedem anderen Spray, der sich mit dem Feuerzeug zum "Flammenwerfer" machen lässt.

Wir stellten das Rad auf seine Lauffläche und entfernten den Kern des Reifenventils (Spezialwerkzeug). Der Spray hatte einen feinen, ca. 15 cm langen "Rüssel", mit dem wir während ca. 4 sec zwischen Felge und Reifen ins Reifeninnere spritzten. Dann zieht man den Spray wieder ab und bewegt das Rad etwas hin und her, damit sich die Dämpfe im Innern gut verteilen. Nun nimmt man das Feuerzeug und macht die Spraydose zum Flammenwerfer, mit der man dann in relativer Sicherheit in die Lücke zwischen Reifen und Felge "zündet". Ein satter Knall und der Reifen ist drauf, etwas aufgebläht noch. Da sich die Gase nun sofort an der Reifenwand abkühlen und zusammenziehen, wird sehr viel Luft durch das offene Ventil eingezogen. Nach 2-3 Minuten hat sich der Druck ausgeglichen, und man kann den Ventilkern wieder eindrehen und aufpumpen.

Beim Verbrennungsvorgang schiesst auch eine Stichflamme durchs geöffnete Ventil hinaus, wodurch sich dieses erhitzt. Es soll schon zu Defekten gekommen sein. Deshalb empfiehlt es sich, Ersatzventile mitzuführen.

Im Übrigen hatte ich im Outback immer zwei Schläuche mit dabei. Und natürlich habe ich meinen R&R-Beadbreaker-Kit dabei, ein geniales australisches Tool, doch leider ist die Website wenig informativ.

Nehmen diejenigen, die dies schon gemacht haben, den Ventilkern auch raus?

Videos dazu findet man auf Youtube (aber ich habe gerade keine Zeit zum Suchen).

Hope that helps,
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oliver