Der Punkt ist doch, dass ihr hier das klassische Pöbelgeschrei und -gejammer zelebriert.
Wäret ihr imstande genau hinzuschauen, dann würde euch auffallen, dass wir uns einen riesengrossen sozialen Bodensatz einfach leisten könnten, wenn wir die ganzen milliardenschweren Sozialschmarozer und Kriesengewinnler einfach enteignen würden. Das zu fordern habt ihr aber erstens nicht die Quotienten und zweitens nicht die Eier in der Hose (Stammtischgelabere ist doch um soviel komfortabler als auf der Strasse für was einzustehen) .. also wird munter auf Menschen rumgehackt, die noch schwächer und hilfloser sind als ihr selber.
Angesichts der Art und Weise, wie in diesem Land mit mehr als neunstelligen Zahlen hantiert wird, habt ihr völlig den Massstab verloren, was eine wirkliche Sauerei ist .. und wenn ihr es nicht habt, seid ihr umso erbärmlicher wenn ihr euch trotzdem über die Ärmsten echauviert.
Vielleicht wurde es schon vergessen, aber auf diese Art und Weise redet man Breiviks, Mundlos' und Böhnhards herbei. Irgendwann fühlt sich schon einer von denen (mit denen ihr natürlich nicht in einen Topf geworfen werden wollt) berufen unter den "Zigeunern" aufzuräumen .. fühlt er doch die Lufthoheit in den Foren und an den Stammtischen hinter sich.
Klatscht ihr dann heimlich hinter euren Wohnungstüren Beifall?
Gegenfrage:
Darf man nicht wie ich gleichzeitig die Finanzverbrecher, die an den Börsen Casino spielen als eben solche bezeichnen und in den Knast wünschen, trotzdem etwas dagegen haben, wenn ein paar hundert bis tausend Menschen auf der Klaviatur unseres (auch von Dir bezahlten) Sozialstaates spielen, um Dir und mir den Mittelfinger zu zeigen?
Ist es nachvollziehbar, wenn eine Friseurin in Berlin nach drei Jahren Ausbildung im Monat mit 800 Euro Lohn auskommen muss und Hilfe vom Staat braucht, um ihre Miete zu bezahlen? Macht es Freude, dass zigtausend Kinder in Deutschland in armen Elternhäusern aufwachsen, bei der Caritas Mittags um ein warmes Essen anstehen (zieh das nicht ins lächerliche, das ist Fakt), weil die alleinerziehende Frau von irgendeinem Spacken in die Wüste geschickt wurde? Ist es gerecht, dass meine 75jährige Mutter mit 450 Euro Rente leben müsste, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet hat, wenn ich sie nicht finanziell unterstützen würde? Findest Du es in diesem Fall fair, dass im Gegenzug Sozialleistungen in monatlich vierstelliger Höhe für Menschen gezahlt werden, die alleine deswegen zu uns kommen und sich ansonsten einen Scheiß um unsere Kultur/Gesellschaft/Moralvorstellungen kümmern?
Schließt das Eine das Andere aus?
Ich bin von meinen Eltern so "grün", pazifistisch und sozialdemokratisch erzogen worden wie es nur geht. Aus meiner Familie haben nicht mal 20 Prozent die Nazi-Zeit überlebt. Das prägt sehr. Diese Ideologie trage ich bis heute in mir. Muss ich aber deshalb wegschauen, wenn es schlicht ungerecht wird?
Wegen dieser Anschauung auf das Niveau von Anders Breivik herabgestuft zu werden, disqualifiziert Dich nur selbst.
Tordi, Respekt !
Es tut gut, mal etwas zu lesen, was mit gesundem Menschenverstand geschrieben wurde. Scheinbar gibt es doch noch ein paar Leute, die auch ausserhalb der platten Schubladen "links, rechts, liberal" denken können.
Gerechtigkeit hat nix, aber auch gar nix mit politischen Strömungen zu tun. Gerechtigkeit ist ein wesensimmanentes Gefühl.
Leider wird dieses Gefühl laufend mit Füßen getreten.
Ein Großteil der Bevölkerung ist aber schon so abgestumpft, dass sie es gar nicht mehr mitbekommt, was eigentlich mit ihr geschieht.
Sie lässt sich von rückgratlosen Politikern einlullen und damit instrumentalisieren.
Das ist die grösste Katastrophe der Nachkriegszeit. Dagegen sind Euro/Finanz/Bankenkrise ein Kindergeburtstag.