Original geschrieben von JJ_110
kannst du jettz noch mal bitte in stichpunkten auflisten was du hast,....[..]...... bin immer noch verwirrt.

Moin,

bis jetzt ist es wohl noch eine Insider-Diskussion, ich will mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Den klassischen Aufbau beim Antriebsstrang eines GW (z.B. Defender) kennt hier jeder. Motor über der Vorderachse, angeflanschtes Schalt- oder Automatikgetriebe, Getriebehals mit Schaltknüppel zwischen den Vordersitzen. Beim Defender dann weiters ein am Wechselgetriebe angeflanschtes VTG, welches mittels Kardanwellen die Kraftverteilung zur Vorder- und Hinterachse besorgt. Achsantrieb in den jeweiligen Achsen.

Beim T3 syncro ist alles anders !
Motor komplett HINTER der Hinterachse, angeflanschtes Verteilergetriebe mit integriertem Achsantrieb (Achsdifferential), welches sich räumlich in direkter Linie zwischen Motor und Schaltgetriebe befindet. Die Getriebeeingangswelle vom Motor zum Schaltgetriebe geht komplett durch das Gehäuse vom Achsantrieb, welches sich räumlich genau auf Höhe der Naben der Hinterräder befindet (nur in der Längsachse, in der Hochachse liegt das Diff. im Gegensatz z.B. zu einer Starrachse höher).
Also:
- Motor hinter der Hinter"achse"
- Differentialgehäuse genau an der Achse
- Schaltgetriebe vor der Hinterachse
- alles zu einem großen Block zusammengebaut

Vom Schaltgetriebe geht eine Kardanwelle in direkter Linie zum Vorderachsgetriebegehäuse, in welchem sich das Vorderachsdiff. (identisch gebaut zum Hinterachsdiff) und die Viscokupplung befinden.

Es gibt kein Mittendiff. und logischerweise auch kein VTG. Der Kraftfluss geht über die Getriebeeingangswelle über die jeweilige Gangverzahnung zur Getriebeausgangswelle, von dort in direkter Linie zum Vorder- und Hinterachsdiff.
Die Getriebeausgangswelle liegt unter der Eingangswelle, d.h. die Mittenachse der Achsantriebe liegt um den Betrag des Wellenversatzes Ein-Ausgangswelle unter der Mitte Kurbelwelle Motor.

Diese Bauweise ist also völlig anderes als bei Frontmotor-Schaltgetriebe-VTG-Achsantriebe des Defender und hat wie alles im Leben seine Vor- und Nachteile.

Da diese Bauweise ziemlich einzigartig ist, gibt es kaum weitere Fahrzeuge mit möglichen "Spendergetrieben". Nur Porsche baut noch so love

Einige Fahrzeuge mit längseingebautem Frontmotor und 4WD sind ähnlich aufgebaut, z.B. die Audi Quattros. Da dreht dann aber das Geriebe anders rum.

Im Bereich leichter Nutzfahrzeuge oder GW gibt es das T3-syncro-Getriebekonzept kein zweites mal.

Wer also da irgendwas massiv ändern möchte, stößt ganz schnell an die Grenzen der Verfügbarkeit geeigneter Baugruppen.

VG
Jens



“Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”
(Carl Theodor Körner, 1791 – 1813, deutscher Dichter und Dramatiker)