Original geschrieben von landybehr
Aber es ist qualitativ kein Unterschied, ob ich sage daß die Schulmedizin nicht die Frage des "woher" stellt sondern nur die des "welche Biochemie greift" oder ich als Homöopate sagen würde ich stelle die Frage des "Woher" und nicht die des "wie es wirkt". Denn Wirknachweise werden ja nicht geliefert. Nur Modelle.


Fuer den Kranken macht es einen erheblichen Unterschied, ob er krank oder gesund ist. Wenn Medikamente also dazu beitragen, dass er wieder gesund wird, dann ist das nach meiner Meinung zunaechst noch kein Modell, sondern eine - vielleicht auch individuelle - Wirkung. Erst aus der Vielzahl von Wirkungen liesse sich ein Modell entwickeln. Meist geschieht das zuerst im Labor.
Dabei werden Wirknachweise gesucht - und auch geliefert, eben weil man nicht nur medizinisch agiert, sondern besonders nach industrieeller Verwertung strebt! Beispiele: Acétylsalicylate, Statine, Psychopharmaka, Vitamine usw. Man weiss nicht nur, dass diese Substanzen wirken, sondern auch wie. (Worueber man haeufig viel weniger weiss, sind die Nebenwirkungen!)
Hahnemann war Arzt. Wenn jemand ihn als "unwissenden Quacksalber" abqualifiziert, dann darf er dies natuerlich - wenn er ihm dieses Unwissen nachweisen kann! Dazu muss er nach aller Logik selbst ueber Wissen verfuegen. Kann er es nicht, dann macht er sich ganz einfach laecherlich und faellt zumindest als Gespraechspartner durch's Rost. (Was ja nicht heisst, dass man mit ihm nicht z.B. murmeln oder ein Bier trinken koennte.)

Wenn mein Arzt haeufig krank waere, wuerde ich mir Gedanken ueber seinen Wissensstand machen muessen und damit wohl Vertrauen in seine Urteilsfaehigkeit verlieren. Hahnemann ueberlebte eine schwere Malaria (die zu seiner Zeit meist toedlich war), praktizierte - in manchen Jahren - ausserordentlich erfolgreich, entwickelte ein radikales Behandlungssystem, welches er selbst befolgte und lebte nicht gerade in materieller Fuelle. Deshalb fand ich sein hohes Lebensalter durchaus einer Erwaehnung wert!
Ob seine Erkenntnisse glaubhaft sind, kann ja jeder selbst beurteilen. Ich bin jedenfalls kein Homoeopath, sondern nur jemand, der versucht, echte Arbeit und Erfolge von missguenstigem Stereotyp-Gequatsche (das bezieht sich ausdruecklich nicht auf Dich !) unterscheiden zu koennen.