Teil 2

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29.07.2012
Gegen 06:00h gabs Geräusche hinter dem Bungalow. Meine Gutsde mault, warum ich so einen Lärm machen würde. Die Geräusche deuteten deutlich aufs Anheizen des Donkey’s hin, und so war es auch. Nach der warmen Dusche gabs im Haupthaus ein gutes Frühstück mit Carlos um den Beinen.
Nach dem Packen ging es über gute Pisten zur Twyfelfontein Country Lodge. Hier hat man von einem erhöhtem tollen Bar- und Restaurantbereich eine wunderschöne Aussicht.
Am Nachmittag wollten wir mit unseren Toyo einen Ausflug zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten machen. Aber ein Hinterreifen hatte einen Platten. Einer der Wagenheber war defekt. Das Reserverad unter dem Heck lies sich nicht absenken. Unser Sohn hat es mit dem Reserverad vom Dachträger und dem zweitem Wagenheber geschafft. Den Fahrzeugvermieter haben wir angerufen, er will sich um eine Instandsetzung des Reifens in einem Ort auf unserer geplanten Strecke am nächsten Tag kümmern und uns anrufen.
Nach einem sehr guten Abendessen am warmen und kalten Buffet haben wir auf dem Zimmer noch einen Film auf dem DVD-Player angesehen.


30.07.2012
Gegen 06:45h bin ich aufgestanden und habe draußen gelesen. Eine Stunde später verlassen die verschiedenen Hummeldumm-Gruppen die Lodge.
Es gab ein gutes Frühstück und ca. 09:00h fahren wir über die D2612, C39 und D2743 Richtung Vingerklip Lodge. Die Piste ist Anfangs etwas schlechter als in den letzten Tagen, 70…90km/h sind 4x4 machbar.
Einige km vor Khorixas liegt links eine Anlage zur Besichtigung versteinerter Bäume und Welwitschia’s. Frau und Sohn machen eine Führung durch den kleinen Park. In der Anlage sind ein großer Verkaufsstand, eine alkoholfreie Bar, überdachte Sitzgruppen und überdachte Parkplätze. Es sind einig wenige südafrikanische und europäische Touristen da, alles Selbstfahrer.
In Khorixas rufen wir dann den Fahrzeugvermieter an, um nach den Vorbereitungen zur Instandsetzung des Reifens zu fragen. Ahnungslosikgkeit am anderen Ende der Leitung, ja, mhhh, ähhh. Ach ja, lt. Vertrag wären Reifenschäden unser eigenes Problem. Und das obwohl wir die Option 4 bei der Reduzierte Kautionsoptionen ohne Selbstbeteiligung bei Unfallschäden, Scheiben und Reifen gebucht haben. Also fahren wir 2x durch die Stadt und halten dann an einer Tankstelle mit Reifendienst. Hier wird mit sehr guter deutscher Ausrüstung unser Reifen in 1,5h für 95N$ mit einem großem Flicken instandgesetzt.
Und weiter geht es in einer sehr schönen Landschaft zur Vingerklip Lodge.
Wir sind von der Lodge und Landschaft begeistert. Wir haben einen wunderschönen zweietagigen Bungalow mit Terrasse und fantastischem Ausblick. Unser Sohn schläft oben.
Die Landschaft ist hügelig, es geht auf der Lodge auf und ab, die KFZ stehen nicht neben den Bungalows. Das ist anstrengend für Fußlahme.
Nach dem Einzug in den Bungalow mit Hilfe beim Gepäcktransport gehen wir Mittagessen. Leider wird vom Personal ein Essen vergessen, naja, wir haben zum Glück Zeit.
16:30h machen wir eine Sundownertour gemeinsam mit 2 deutschen Rentnern, welche in Johannesburg leben. An Tieren sehen wir aus der Ferne nur eine Zebraherde.
Bei der Rückkehr sind Hummeldumm-Gruppen schon eingefallen.
Zum Abendessen gibt es Leckeres vom warmen und kalten Buffet.


31.07.2012
Meine Beiden stehen schon kurz nach 05:00h auf und machen mit unserem gestrigen Führer des Sundowners eine Wanderung zur Vingerklip. Unterwegs sehen sie eine aufgeschreckte Kobra.
Wir haben dann gut gefrühstückt und sind weiter über Outjo nach Okaukuejo gefahren. Die Strecke ist einfach zu fahren. In Outjo haben wir noch mal eingekauft. Jedoch ist das Angebot hier schon deutlich dürftiger. Geld konnten wir nur schwer in einer Bank abheben. An den Bankomaten gibt’s hier zu wenig und an den Schaltern stehen jeweils 20…40 Leute. Während der Wartezeit gibt’s Nußverkäufer (nein wir haben schon solche Nüsse, waren schon öfter in Afrika und heißen Nobody), einer sogar betrunken und sehr aufdringlich.
Über das Anderson Gate fahren wir in den Etosha-Nationalpark.
In Okaukuejo merkt man deutlich, daß hier eine staatliche Organisation eine Art von Sozialismus spielt. Die Stellplätze auf dem Campingplatz wurden mehrfach falsch vergeben. In russischen Dörfern sind die Läden besser organisiert und haben ein besseres Angebot als der Laden in Okaukuejo. Alles ist schmuddelig, 4 überforderte Angestellte welche sich mit PC-Kassen quälen, ca. 20 kaufwillige Kunden und es ist teuer.
Wir haben einen Stellplatz weit hinten am Rand des Campingplatzes. So bekommen wir von dem Rimini-Rummel weiter vorn nicht soviel mit. Die Stellplätze sind sehr groß, jeder hat eine gemauert Feuerstelle, E-Anschluß und Licht. Die Bank ist defekt. 10m entfernt ist eine Wasserstelle. Im Baum auf dem Stellplatz ist ein riesiges Vogelnest mit einer Kolonie spatzenähnlicher Vögel.
Neben uns stehen Südafrikaner mit einem alten HZJ und einfachem Wohnaufbau sowie neuem LC und Offroadwohnanhänger. Auf der anderen Seite ein junges europäisches Pärchen mit einem Miet-Terios und Bodenzelt. Etwas weiter eine Familie mit Schreikindern und dann eine Gruppe aus Dresden mit Allrad-MAN-Actionmobil sowie 2 Miet-Toyos.
Im Campladen haben wir Holz und Wildsteaks gekauft und dann gegrillt. Beim Essen huschte im Schein der Lampen plötzlich ein Schakal zum Grill und mauste das letzte Stück. Nach dem Essen habe ich das Feuer mit Wasser gelöscht, damit wir am nächsten Abend mit der entstandenen Holzkohle noch mal grillen können.


01.08.2012
05:15h war es frisch und meine Beiden standen auf, um eine organisierte Tour auf einer offenen Ladefläche eines LKWs mitzumachen.
Ich stehe ca. 07:15h auf, die Nachbarn aus ZA sind mit ihren Toyos schon weg. Die Vögel in dem großen Vogelnest sind auch schon auf und fleißig. Sie lärmen, trinken, suchen Futter und bauen am Nest. Aus den Resten des Lagerfeuers lese ich die verbliebene Holzkohle aus und lege diese beiseite.
Ca. 09:30h sind meine Beiden durchgefroren zurück und sind begeistert davon, was sie Alles gesehen haben: Elefanten, Hyänen, Giraffen, Zebras, Gazellen usw.
Wir frühstücken, duschen und machen einen Bummel durch Okaukuejo. Am Wasserloch ist Nichts los und wir essen eine Kleinigkeit im Restaurant.
Auf dem Stellplatz wo gestern noch die ZA-Toyos standen, stehen jetzt 2 Miet-Nissan-Pick-ups mit Dachzelten und 2 Rentnerpärchen aus dem südwestlichen D. Ich bin allein auf unserem Stellplatz, im offenem Klappzelt liegen unsere Tagesrucksäcke, am Elektroanschluß des Stellplatzes hängen unsere Handys zum Nachladen, mich überkommt ein Bedürfnis wie den kleinen Königstigern, ich gehe 10…15m weit außerhalb des Campingplatzes in den Busch und erleichtere mich direkt neben einem großen Elefantenhaufen. Nachdem meine Beiden zum Stellplatz zurück gekommen sind, werden wir von unseren neuen Nachbarn belehrt, welche große Schweinerei ich begannen habe. Es schon interessant, ca. 12.000km (Landweg) von D entfernt und 23 Jahre nach der Wende so belehrt zu werden…
Am Abend war es am Wasserloch wie in Rimini im Sommer am Strand. Aber außer hunderten Touris waren auch Elefanten, 1 Nashorn, Giraffen, Zebras, Gazellen und Schakale da.
Zurück am Auto sind viele Erdhörnchen da und betteln nach Essen. Sie nehmen das Futter direkt aus der Hand.
Leider können wir heute nicht noch mal grillen. Im Laden gibt’s kein Holz und die Holzkohle haben wohl Staatsangestellte bei ihren Aufräumarbeiten „entsorgt“, d.h. mit nach Haus genommen. Wenn die täglich alle Feuerstellen so abgrasen, sind sie wahrscheinlich privat gut mit Brennmaterial versorgt.


02.08.2012
Wir sind gegen 06:00h aufgestanden, haben gefrühstückt, gepackt und sind Richtung Osten aufgebrochen. Es ist schon deutlich mehr Verkehr auf der Piste als in den vergangenen Tagen.
An jedem Wasserloch stehen mehrere Wagen. Die Fahrer von Touribombern benehmen sich hier oft rüpelhaft.
Und endlich sehen wir bei Rietfontein eine Löwenfamilie. Keine hundert Meter östlich des Wasserlochs liegen 5 Weibchen mit 4 Jungen. Die Weibchen richten sich abwechselnd etwas auf und sehen zu den Tieren am Wasserloch. Etwas abseits liegt ein großes Männchen. Nach einiger Zeit steht er auf und läuft langsam und gähnend zu einem Baum und macht es sich in dessen Schatten wieder bequem.
Es Stück später haben wir dann den Abstecher auf die Etosha Salzpfanne gemacht. Bis zur Wendestelle in der Salzpfanne kommt man nur mit 4x4. Wie immer ist eine so große Salzpfanne beeindruckend.
Angekommen in Namutoni sehen wir uns zuerst das Museum an und dann das beeindruckende Fort. Im Fort essen wir auch gut zu Mittag und stöbern durch die kleinen Läden. Optisch macht Namutoni wesentlich mehr her als Okaukuejo.
Am Nachmittag verlassen wir den Etosha-Nationalpark aus dem Lindequist Gate. Gleich hinter dem Tor biegen wir links nach Oguma ab. Wir haben auf Ognuma im Bush Camp reserviert. Von Ognuma sind wir mehr als begeistert! Wir haben einen schönen Doppelbungalow für uns. Halbzahme Eichhörnchen huschen auf dem Gelände und in der Rezeption herum. Neben dem Wasserloch sind der Pool und eine Aussichtsplattform. Vom Restaurant hat man eine wunderschöne Aussicht aufs Wasserloch und die Anlage. Der Service ist erstklassig. Unser Sohn stellte fest, das er WLAN und schnelles Internet hat; er rief spontan: „Mein Leben hat wieder einen Sinn…“.
Wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag und Abend mit tollem Abendessen auf Onguma (hier erlebten wir das erst und einzig Mal, daß einige Gäste in „Abendgarderobe“ erschienen). Am Abend kamen leider nur einige Impalas und ein Oryx ans Wasserloch. Das Wasserloch war absolut klar und mit vielen Fischen bevölkert.
Am Abend fragten wir, ob wir noch einen Tag nachbuchen können. Leider war Onguma ausgebucht.

...

Fortsetzung folgt.

Gruß

Rocky

Last edited by Rocky; 05/12/2012 15:39.

Die Ernsthaftigkeit eines Offroaders erkennt man an der Kennzeichenbefestigung...

...und wer keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.