Eine von so vielen menschlichen Katastrophen im Flüchtlings-Alltag.

Aber mal Klartext.

Wer sich auf diese Art und Weise auf die lange Reise in’s gelobte Wohlstands- und/oder Freiheitsland macht, muß mit einigem rechnen.

Zum Beispiel
- mit enormen Kosten
- mit Schleppern, die ihre Arbeit nicht immer gerne machen und auch schon mal ihre Fahrgäste auf offener See einfach über Bord werfen
- mit Männern, die sich auch mal über andere (insbesondere weibliche) Mitfahrer hermachen
- mit Beschwerlichkeiten und Gefahren der Natur, der Wüste und des Meers

Diese Risiken sind nicht unbekannt. Denn auf dem Mond muß auf der Erde niemand mehr leben.

Es kann klappen, aber es kann auch schon auf den ersten 15 Kilometern oder eben auch noch auf den letzten 15 Metern schiefgehen. Mit tödlicher Konsequenz.

Und wenn es – schon fast wider Erwarten – doch irgendwie geklappt haben sollte, dann ist es noch nicht vorbei.

Dann dürfen die Frauen am Rande der Landstraßen in Norditalien oder auf dem Straßenstrich einer deutschen Großstadt ihre Schulden 'abarbeiten'. Oder anderswo natürlich.
Und die Männer in den giftschwadengeschwängerten Gemüsezuchtzelten in Andalusien. Oder auf irgendwelchen Baustellen, irgendwo für einen Hungerlohn.

Habe ich alles schon selber gesehen und leider schon oft.

Aber das alles ist noch nicht mal das schlimmste. Auf der Sinai-Halbinsel werden zur Zeit systematisch Flüchtlinge auf ihrem Leidensweg weggefangen oder aufgekauft, die dann in Foltergefängnissen eingesperrt werden. Vor laufenden Handy-Mikrophonen werden sie dann übelst gefoltert, um von ihren Angehörigen Geld zu erpressen.
Link: http://www.zeit.de/2013/13/Sinai-1903

Und wer trägt die Schuld? Natürlich wir.

Wir, die Ausbeuter, die Kolonialisten und Imperialisten, die Kriegstreiber und Völkermörder. Wir, die wir alle Armen von unserem Wohlstand auschließen. Wir, die wir selektieren nach Erwünschten und Unerwünschten. Wir, die wir den Weg zu uns so schwer machen.

So einfach ist das. Oder etwa doch nicht?
Wieviele Millionen Flüchtlinge kann Europa aufnehmen – fünf, fünfzig, fünfhundert?

mfG
Rainer


Last edited by RainerD; 10/08/2013 21:36. Reason: Link ergänzt

Vor der Hacke ist es dunkel. (Bergmanns-Spruch)