Original geschrieben von DaPo
Naja, daß Maschtuff mit den Einwanderern sympathisiert ist doch verständlich. Schließlich ist er selber aus dem Osten nach F eingewandert... wink


Beide Vermutungen sind falsch. Hier im Forum ist aber eo ipso nur die Frage der «Zuwanderer» interessant. (Nebenbei: Empathie kann zwar auch durch eigenes Erleben geweckt werden, ist aber doch besser bestimmendes Resultat ethischer Einsicht!)

Thema: Immigrationsprobleme (das glatte Wort «Zuwanderer» machts auch nicht handlicher) sind weder Links noch Rechts, sondern Folge von Strukturen, die nicht mehr der Realitaet entsprechen. Sie koennen also auch nicht mit «linker» oder «rechter» Ideologie geloest werden. Aber es ist natuerlich einfacher, das Thema aus den extremen Ecken anzufeuern - es heizt die beliebten Grabenkaempfe dauerhaft an und man kann dadurch ganz sicher sein, dass sich nichts aendert.

Niemand kann mehr ignorieren, dass die Gegensaetze innerhalb der europaeischen Gesellschaften sich radikal verschaerfen. «Schuldige» werden gesucht und gefunden; und wie gehabt, ist es wieder der «Andere». Fuer manche vielleicht ein willkommenes Ventil, ihren Frust am unausgefuellten eigenen Leben abzulassen; in Wahrheit aber ein gezieltes Spiel mit dem Feuer. (Vielleicht sind ja Aggressivitaet und Hass die einzigen wirklichen Selbstlaeufer, nach denen die Physik noch immer vergeblich sucht.) Irgendwann gibt es aber fuer Jeden den «Anderen»; und das ist dann der Moment, wo Daemme brechen koennen, die man gerade noch fuer dauerhaft hielt.
Ich weiss z.B. nicht, wann endlich die EU-Staaten die Gewitterstimmung im Sahel-Guertel und in Teilen N-Afrikas nicht mehr nur als fernes Wetterleuchten wahrnehmen, sondern als akutes Debakel auch eigener Politik (siehe Libyen). Sicher ist, ein stoisches und zerstrittenes Europa kann den Folgen der Ereignisse weder heute noch morgen entgehen. Und die damit unweigerlich steigenden Fluechtlingsstroeme werden die Kanaele der Misere erst recht ueberlaufen lassen.