"Dinosaurier"
Das G-Modell entzieht sich schon seit Jahrzehnten jeglicher Marketing Einordnung. Für jedes Automobil wird eine Markt-, Zielgruppenanalyse durchgeführt, beim G war - und ist - es immer der Fall, dass das nie funktioniert hat. Es gibt Liebhaber, es gibt Sportwagenbesitzer die ihn schick finden, es gibt Käufer, die ihn auf Grund der Exklusivität haben wollen (kleine Stückzahl, Handfertigung), viele wollen ihn haben, weil es ein Mercedes ist und er normal in den Werkstätten gewartet werden kann. Der Sicherheitsaspekt ist auch nicht zu vernachlässigen und der Wagen ist immer auf Höhe der Zeit seitens des Herstellers gehalten worden. Der Exportanteil ist relevant und in den meisten Ländern ist bei 130kmh eh Feierabend.
Es gibt ein Interview von Tangemann (Ex- Werksleiter Graz), in dem er davon spricht, dass es einige Modelle des 463 am Anfang mit weniger oder keiner Sperre gab, die man aus Kostenersparnis den Kunden anbieten wollte. Fazit war, diese wollte keiner. Oder als ein Vorstandsmitglied eintraf und gefragt hat, ob das Auto denn zeitgemäß (oder in dem Maße "so" sein muss) sei...Tangemann fragte ihn, mit welchem Auto er denn von Stuttgart nach Graz kam..die Antwort war "S-Klasse" und darauf meinte er, na ja, um alleine diese Strecke zu fahren, bräuchte man weder die Größe der S-Klasse, noch deren Kofferraum ... und damit war das Thema durch.
Die Wünsche waren anscheinend total anders, man merkte es, wie fulminant der G500 und noch gravierender der G55 Kompressor einschlug. Die Orders dafür übertrafen jegliche Erwartungen, daran hat sich bis heute nichts geändert. Vielleicht vergleichbar mit Harley Davidson, es gibt schnelleres, tieferes, moderneres...und es interessiert nicht wirklich.
Wenn die Produktion verkauft werden kann, die Gewinnspannen ok sind und der Hersteller im Segment - die für ihn relevant sind (=Stückzahlen) - gut aufgestellt ist, der Marketing Wert unbezahlbar ist...warum soll man da bei einem rund laufenden Rad die Luft rauslassen?