Hallo Ozy,
ich hatte auch anfangs Skepsis, aufgrund der in manchen Foren von diversen Wichtigtuern verbreiteten Mär, Unimogs im Allgemeinen und der U1300 im Besonderen wären unzuverlässige etc. Fahrzeuge. Profis, die wirklich etwas von der Sache verstehen, überzeugten mich vom Gegenteil.
Dabei hätte ich selber auf manches auch kommen können, z.B. dass es ja kein Zufall ist, dass der Unimog weltweit das angesehenste Geländefahrzeug in seiner Klasse ist, weshalb Feuerwehren und Militärs in über 80 Ländern den Unimog seit Jahrzehnten fahren – das kann kein Zufall sein.
Was diese Gerüchte auf Boulevardniveau immer wieder in Gang setzt, sind häufig undifferenzierte Aussagen von Leuten, die entweder den Unimog nicht wirklich kennen oder ihn nicht zu fahren wissen (oder Truck-Ralleys für bare Münze in der realen Welt nehmen). So antwortete ein absoluter Profi (selber Expeditionsmobilist und ehemaliger Entwickler bei Mercedes) beispielsweise auf meinen vorsichtigen Einwand, Unimogs wären von ihrem Getriebe und ihren Vorgelegen her vielleicht nicht für lange Autobahnfahrten konzipiert, folgendes:
„Wir sind zwei Jahre mit den orig. 3 teiligen Achsen unseres Unimog unterwegs gewesen. Diese Meinung kommt von Leuten, die mit zig Tonnen Leergewicht unterwegs sind und evtl. dazu noch mit einem Bleifuss am Gas. Wir haben nie Probleme gehabt. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 90 bis max 100km/h wird das Öl auch nicht zu heiss. Außerdem lässt es sich mit einer Temperaturüberwachung auch kontrollieren.
Das Problem hat übrigens nicht nur der Unimog, sondern alle LKW die mit hohen Lasten und überhöhten Geschwindigkeiten unterwegs sind. Das Problem ist nur, das die Reisenden oft technisch nicht versiert sind und den technisch sinnvollen Umgang mit einem Nutzfahrzeug nicht kennen.“
Soweit die Aussage eines Fachmanns, die sich mit der Aussage von Horst - ein weiterer Fachmann mit seinen 30 Unimogjahren...;-) - deckt.
Was das von dir angesprochene Leistungsdefizit betrifft, nun, die einen können damit leben, weil sie Autobahnen ohnehin häufig meiden (u.a. wegen der Tonnage) und weil sie Zeit haben. Auf wen das nicht zutrifft, darauf hatte ich in meinem Artikel ausdrücklich hingewiesen, nun, der ist mit Bremach/Iveco sicherlich besser bedient, keine Frage. Es wird auch Leute geben, für die sind B&I zu langsame oder große Fahrzeuge. Die setzen sich in ihren hochgetunten Allrad-Sprinter und fahren mit 200km/h an den Gardasee zum Surfen - jedem das Seine, warum auch nicht ...
Alternativ kannst du beim U1300L den OM366-Turbomotor für relativ wenig Geld von seiner reduzierten BW-Leistung von 136 PS wieder problemlos auf über 200 PS hochtunen – für diese Leistung war der Motor ursprünglich konzipiert gewesen. Mit langer Achse und Splitgetriebe kannst du dann wunderbar ruhig und entspannt in der möglichen Reisegeschwindigkeit von 100km/h im Verkehr mitschwimmen und wo nötig auch mal darüberhinaus beschleunigen. Aber wie erwähnt, das ist alles eine Frage der unterschiedlichen Bedürfnisse, nicht der Technik.
Ich weiß, das gehört oberflächlich betrachet nicht in diesen Thread, aber manchmal ist es auch nicht schlecht, wenn man die Gerüchteküche ein wenig hinterfragt ...(nichts für ungut)
Grüße
R.