Hallo liebe Forenmitglieder,
es wird Zeit für unsere Vorstellung!
Nachdem wir von diesem tollen Forum schon viel profitiert haben, wollen wir nun hier unser Projekt auch vorstellen.
Vorweg noch eine Bemerkung:
So einen respektvollen Umgang miteinander, soviel Wissen und die Hilfsbereitschaft dieses auch weiterzugeben haben wir in einem Forum bisher selten gefunden.
Bedingt durch die leidige Bremachliefermalesche hat ALLES leider 2 Jahre länger gedauert als geplant, aber seit letztem Winter steht BREMMI endlich bei uns vor der Tür und ist (fast !!!) fertig (ganz fertig wird ein Reisemobil ja nie).
![[Linked Image von up.picr.de]](http://up.picr.de/29613961iv.jpg)
Wir (meine Frau und ich und früher auch noch die Kinder) sind regelmäßig mit einem Womo unterwegs gewesen. Ein T3 und ein Sprinter haben uns in den Urlauben der letzten 35 Jahre Europa - von Grense Jakobselv - und Vorderasien – bis zum Nemrut Dagi - erkunden lassen. Mit unserem BREMMI wollen wir unsere Reiseziele erweitern!
Da wir zu Hause keine Möglichkeit haben eine Kabine komplett selber auszubauen, haben wir uns für die (leider teuerste) Variante – Kabine mit Innenausbau – entschieden.
Das Ziel das Gesamtgewicht unter 3,5 Tonnen zu bringen haben wir gar nicht erst ernsthaft überlegt. Ein gewisser Komfort kostet einfach Gewicht und braucht Platz. Also ist ein Aufbau herausgekommen der zu Fahrzeuggesamtabmessungen von 6 x 2 x 3 Metern führte.
Für die Inneneinrichtung haben wir x-verschiedene Varianten geplant … herausgekommen ist zum Schluss als bester Kompromiss „eine Standardeinrichtung“:
Von hinten nach vorne:
• Ein ausziehbares Bett 2 x 80 x 194 cm über einem von innen und außen zugänglichen Stauraum, anschließend
• in Fahrtrichtung rechts eine Sitzgruppe auf einem Podest aus Bank, Tisch und Einzelsitz,
• in Fahrtrichtung links - gegenüber der Sitzgruppe - die Küche und daran anschließend ein großer Vielzweckschrank.
• Hinter der Sitzgruppe befinden sich noch die Kabineneingangstüre, ein Technikschrank sowie der Durchgang zum Fahrerhaus.
Was gibt es besonders Erwähneswertes von der Inneneinrichtung zu berichten?
12-V Elektrik:Diese ist komplett aus Einzelkomponenten selbst aufgebaut und dem Aufbauer angeliefert worden. Dieser hatte dann „nur noch“ die Verbraucher zu installieren und die Anschlüsse am Sicherungskasten vorzunehmen. Mit unserer „voll manuellen high-tec“ Lösung sind wir sehr zufrieden!
Basis unserer Stromversorgung ist eine aus Winston Zellen aufgebaute LiFeYPO4 Batterie mit einer Leistung von ~ 5,5 kWh, Strom ohne Ende … alles ist übersichtlich aus Einzelkomponenten aufgebaut: 230/12V Inverter mit 2,2 kW – 230/12V-30A Ladegerät – Batteriemanagementsystem mit Solarladegerät - Außeneinspeisung 230V-16 A – 2 Solarzellen mit je 140W Leistung.
Der Clou ist unsere aus 3E-Cu-Schienen und 4 Hochstromschaltern aufgebaute Hochstromverteilung (30 bis 200 A). Damit haben wir viele Variationsmöglichkeiten … u.a:
Betrieb des Inverters mit der LiFeYPO4-Batterie - zur Versorgung der Verbraucher in der Wohnkabine - und alternativ (während der Fahrt) mit der Fahrzeugbatterie / Lichtmaschine um das 230 V Ladegerät zu benutzen und die Bordbatterie und Verbraucher mit einem einstellbaren Strom zu versorgen.
Mit der Stromaußeneinspeisung können wir das Ladegerät benutzen um die Bordbatterie (und die Fahrzeugbatterie) zu versorgen … und last not least gibt es die einfache Möglichkeit (im Winter - bei längerer Standzeit ohne 230V Zugang) das 230V-Ladegerät nebst Inverter und LiFeYPO4-Batterie zu benutzen um kennliniengeregelt die Pb-Fahrzeugbatterie schonend zu laden.
Kochen und Heizen:Zum Kochen und Heizen wird primär Gas aus einer 14-kg Tankgasflasche verwendet.
Wir haben drei Gasbrennstellen mit unterschiedlicher Leistung (sehr praktisch!!) und einen Backofen (der pure Luxus!).
Als Alternative zum Kochen mit Gas können wir auch eine mobile 2kW-Induktionskochplatte verwenden (Sehr praktisch um im Freien zu Kochen!).
Geheizt wird im Stand mit der kleinsten Truma Gasluftheizung, diese war bisher völlig ausreichend (Außentemp. -8°C - Kab.Temp. ~17°C - Laufzeit der Heizung ~ 30% auf der kleinsten Heizleistung).
Während der Fahrt können wir die Kabine über einen Kühlwasserwärmetauscher heizen. Diese Heizmöglichkeit besteht auch im Stand wenn wir die im Motorraum untergebrachte Diesel-Warmwasserheizung für den Motor - über manuell bedienbare Stellventile – so schalten, dass nur noch der Kabinenwasserkreislauf erwärmt wird.
Toilette-Bad-Dusche-Kabinenhaupteingang-Fahrerhausdurchgang:Um Platz mehrfach zu nutzen haben wir o.a. Funktionen auf den vorderen 1,15m Kabinenlänge untergebracht. Zusätzlich kann der über eine Doppelklapptüre abtrennbare Raum auch in den Wohnraum integriert werden.
Nach vielen Überlegungen haben wir uns für eine Trockentrenntoilette (TTT) entschieden. Fazit nach einem halben Jahr: Die geben wir nie mehr her … warum haben wir die nicht schon früher gehabt ???
Die TTT ist in dem Vielzweckschrank auf einem Auszug untergebracht und kann zur Benutzung vor die Durchgangstüre zur Fahrerkabine gezogen werden.
Über dem Auszug für die TTT ist ein Auszug mit einem Waschbecken untergebracht.
Im Kabinenboden bündig eingelassen befindet sich eine Duschtasse. Die Wasserversorgung für die Dusche erfolgt über einen eigenen Kanister mit Tauchpumpe. Will man es hier unbedingt warm haben, muss man das Wasser vorher erwärmen. Auf einen Warmwasserboiler und die zusätzliche Wasserleitungsverlegung haben wir bewusst verzichtet. Ständig warmes Wasser haben wir bisher nie gebraucht. Im Sprinter hatten wir die Truma Combi … in unseren Augen eine wahre Gasvernichtungsmaschine … um in der Nacht vielleicht insgesamt eine oder zwei Stunden zu heizen haben wir immer das ganze Boiler-Wasser mit erwärmen müssen … bis zum nächsten Abend war das Wasser wieder kalt. Warmes Wasser haben wir tagsüber wenig bis gar nicht gebraucht. Am nächsten Abend ging das Spiel dann von neuem los …
So, das soll es für’s Erste gewesen sein …
Viele Grüße aus München
Gabi & Arno