Bei meinem Termin zur Vollabnahme wurde auf dem Prüfstand eine ungleiche Bremswirkung festgestellt -> rechts hinten nicht ausreichend (dies gilt auch für die Feststellbremse, die genauen Werte kann ich später nachreichen). Aufgrund des sichtbaren Ölaustritts (s.o.) war das abzusehen. Vermutung: Wellendichtring undicht, dadurch verölte Beläge.
Gestern kam ich endlich dazu, mir die Sache mal anzusehen:
Die Nabe/Trommel ließ sich kaum und nicht weit drehen und ging schwer runter, die Backen saßen eng. Zu meiner Überraschung waren die Beläge trocken, keine Verölung sicht- und spürbar, auch der RBZ sieht auf den ersten Blick trocken aus. Das Abflussröhrchen der Ölsammelwanne scheint leicht verstopft und der Wellendichtring undicht, jedenfalls ist der Rücksteller leicht verölt und es befinden sich Ölspuren in der Trommel, an der Seite, wo die Steckachse eingeführt wird.
Der vordere Belag (auflaufende Backe) ist unterschiedlich abgenutzt, Stärke: oben ca. 12mm, unten ca. 9.5mm. Ist das normal? Die ablaufende Backe habe noch nicht gemessen, sieht aber auch noch sehr gut aus.
Woran kann das verminderte Bremsverhalten liegen, wenn die Beläge nicht verölt sind? Was kann ich noch testen?
dass der auflaufende Belag unten mehr abgetragen wurde ist schon merkwürdig, ggf war hier die Grundeinstellung nicht iO - d.h der Abstand vom Belag zur Trommel war unten kleiner wie oben.
Um das jetzt für die Bremsenprüfung beim TÜV zu fixen, würde ich die Beläge der schwachen Seite mit mittlerem Schmiergelpapier abziehen und die Trommel ebenfalls damit innen aufrauen. Nach dem Zusammenbau Probefahren und einige Male bremsen, damit sich alles setzt, dann den Nachsteller soweit raus drehen, bis die Bremse gerade so frei ist.
Die Kolben im Bremszylinder sind aber schon schön leichtgängig und Luft ist keine drin ? ggf nochmals entlüften, frische Bremsflüssigkeit schadet nie....
hast Du hinter die Manschetten der Bremszylinder geschaut? Undichtigkeit muss nicht zwangsläufig außen sichtbar sein. Und ganz wichtig, da bei Dir die Feststellbremse auch betroffen ist: bau mal die Bremsbacke mit dem Hebel der Handbremsbetätigung aus und mach diesen leichtgängig. Ich tippe hier auf zwei Ursachen: Zylinder undicht und Hebel fest. Dadurch ungleiche Bremswirkung beider Bremsen und fehlende Rückstellung der Handbremse und somit festsitzende Trommel. Hab' ich bei mir auch etwas für gebraucht, war aber zielführend!
Danke. Der Belag der ablaufenden Backe ist gleichmäßig abgenutzt, Stärke oben/unten noch ca. 12mm. Die Einstellung des Nachstellers ist auf den Bildern zu sehen. Wenn ich die Gummikappen des RBZ abnehme, tritt (rostiges?) Öl aus. Der vordere Kolben geht schwergängig, vor allem zurück in die Ausgangsstellung.
Wie erkenne ich, ob Luft drin ist? Ich werde mir mal das Kapitel zum Entlüften ansehen. Bremsflüssigkeit wurde vor 13 Monaten/5000km zuletzt gewechselt, Füllstand ist normal. Ist hier schon neue angesagt? Kann ich jede DOT4 nehmen?
Grüße!
@Jan: Danke für die Tipps, könnte gut sein. Ich werde die Teile zerlegen und reinigen.
Danke. Der Belag der ablaufenden Backe ist gleichmäßig abgenutzt, Stärke oben/unten noch ca. 12mm. Die Einstellung des Nachstellers ist auf den Bildern zu sehen. Wenn ich die Gummikappen des RBZ abnehme, tritt (rostiges?) Öl aus. Der vordere Kolben geht schwergängig, vor allem zurück in die Ausgangsstellung.
Wie erkenne ich, ob Luft drin ist? Ich werde mir mal das Kapitel zum Entlüften ansehen. Bremsflüssigkeit wurde vor 13 Monaten/5000km zuletzt gewechselt, Füllstand ist normal. Ist hier schon neue angesagt? Kann ich jede DOT4 nehmen? ...
mach den/die Radbremszylinder neu, wenn da schon Rostbrühe heraus kommt, danach musst du eh entlüften - DOT 4 kannst du nehmen.
Die Einstellung des Nachstellers ist an Vorder- und Rückseite unterschiedlich. Und auch schon weit außen (daher der Unterschied in der Bremsbackendicke). Überprüfe den Durchmesser der Bremstrommel mal. Überprüfe das Werkstatthandbuch bezüglich des Einstellers und seiner Einstellungen (nicht einfach abnehmen und wieder montieren, ohne die richtigen Einstellungen vorzunehmen).
Um die Litanei komplett zu machen: der Nachsteller muss auch leichtgängig sein! Der könnte durchaus mit verantwortlich sein dass die Backen ungleich abgefahren sind. Der Nachsteller macht nicht einfach nur eine fixe Position, die der einstellt. Der muss schwimmen können und kann dadurch erst die Nachstellung sicherstellen. Ich hatte Nachbauten (Botto Ricambi) gekauft beim Einbau aber für wesentlich weniger wertig befunden und dann doch die originalen einmal revisioniert. Das ist kein Hexenwerk - man muss nur die Distanzscheiben wieder richtig einsortieren, die machen die 0,5mm "Bremsbackenlüftspiel". Die genaue Funktionsweise wird hier extrem gut erklärt.
Grundsätzlich fand ich den Beitrag von Alfonso hier sehr hilfreich als ich meine Bremse offen hatte - ich denke das könnte dir auch helfen.
Danke für die Hinweise, Alfonsos Beitrag war natürlich beste Lektüre zur Vorbereitung auf die Aktion
Die Teile sind nun alle ausgebaut und gereinigt. Der Hebel der Handbremse war leichtgängig, der Einsteller hatte aber vielleicht von vorneherein eine falsche Einstellung.
Der RBZ ist wohl tatsächlich hinüber. Sieht zwar von außen noch gut aus, die Gummidichtungen sind weich und nicht rissig, aber ein Kolben geht etwas schwer, da ist wohl der Zylinder innen nicht mehr in Ordnung. Ein neuer RBZ (von ABS, Nr. 62861) liegt schon bereit.
Die Bremsleitungen musste ich absägen, die Überwurfnippel waren zu festgerostet. Einen Nippel konnte ich selbst auf der Werkbank aus dem Adapter lösen, der andere ist abgebrochen und steckte zur Hälfte im Adapter fest. Bei der Aktion, den Rest aus dem Adapter zu schneiden, hat leider das Gewinde des Adapter Schaden genommen und wurde zu allem Übel noch mit der falschen Steigung nachgeschnitten. Jedenfalls passen die neuen Nippel (M10x1.25) vom Iveco-Händler nicht mehr hinein (diese passen leider ohnehin nicht ganz, da der Kragen ohne Gewinde am Ende fehlt) -> Adapter futsch
Gibt es eine ET für diesen Adapter oder anderen adäquaten Ersatz?
Nimm den Adapter in die Hand und gehe damit in die nächste auf Bremsen spezialisierte Werkstatt. Ansonsten Gewindesteigungen ausmessen und im Quadrat durch`s Internet rennen.
------------------------------------------------------------------------------- Bush Mechanics | Fgst. 5924991
der Adapter gehört bei IVECO zum RBZ und gibt es nicht einzeln. Wenn man jemanden kennt der das kann, ist das mit ein wenig Fleißarbeit an der Drehbank auch selbst zu "bauen"
der Adapter gehört bei IVECO zum RBZ und gibt es nicht einzeln.
Hm, das ist ja wirklich blöd. Also die Chinadinger würde ich nicht mit der Kneifzange anfassen, da hört der Spass auf. @user108: Du könntest einen Adapter aus dem Zubehör mit M10x1.25 (aussen) für den RBZ und M10x1 innen nehmen. Dann müssten nur nochmal die Nippel der Leitung getauscht werden.
------------------------------------------------------------------------------- Bush Mechanics | Fgst. 5924991
So, nachdem ich gestern im Quadrat durchs Netz gerannt bin kamen heute die Absagen zu den Anfragen. Fündig wurde ich allerdings doch noch, und zwar bei bei C. Keller
Den Vorschlag von Alfonso, einen Adapter mit M10x1 IG und M10x1.25 AG zu verbauen, hatte ich mir auch überlegt. Dieser hier könnte passen, allerdings nur mit Sitz "X" (Dichtkonus nach außen zeigend, dürfte Bördel E entsprechen) verfügbar:
Ich werde beim nächsten Besuch in Sambia auch einen bzw. wenn ich schon dabei bin beide Bremszylinder wechseln . Ich habe bei „Autodoc“ Teile gefunden und per Suche empfohlen bekommen. Könnten diese auch passen? Sie sind aber ohne die Stößel rechts und links. Kann man auch die alten verwenden oder sind sie fest am Bremszylinder?
bei diesem Händler habe ich die gleichen RBZ (ABS 62861) bestellt (Montag bestellt, heute geliefert). Sie kommen ohne Stößel. Die alten sind nicht fest verbaut und können einfach aus den Gummimanschetten gezogen werden. Ich hoffe, den Einbau dieses WE durchführen zu können und werde berichten.
EDIT: Alfonso hat wohl die gleichen RBZ verbaut, s. Thread
Da mein Iveco soweit entfernt in Sambia steht ,ist es eben leider nicht so einfach es mal kurz auszuprobieren. Der Mechaniker hatte mir folgendes Bild im Anhang geschickt und das Ersatzteil sieht identisch aus.
Noch ein paar Fragen, bevor es an den Zusammenbau geht:
1. Welches Dichtmittel kann ich als Ersatz für ET 1905685 (Schrauben/Steckachse) nutzen? 2. Radlager extra mit Tutela MR3 fetten? 3. Was gibts beim Wellendichtring zu beachten?
Außerdem noch etwas Offtopic, aber angesichts des kalten Wetters doch aktuell bei mir (es wird Zeit für einen eigenen Aufbau-Thread...):
Ich würde gerne das Kühlwasser komplett tauschen und v.a. den Behälter reinigen, der ist so braun man sieht kaum noch die Markierung. Ich werde aus dem WHB nicht richtig schlau, wo lass ich das am besten vollständig ab? Kann ich zum spülen des Kreislaufs mehrere Liter Leitungswasser nutzen oder sollte es dest. Wasser sein? Dann Kühlerreiniger hinterher? Anschließend mit 6 Liter Paraflu II (liegt bereit) und 6 Liter dest. Wasser auffüllen.
Den Behälter habe ich ausgebaut und (fast) stundenlang unterm Wasserhahn gespült, geschwenkt, geschüttelt, auch mit Spüli drin, bis er einigermaßen sauber war. Die hinteren Kammern sind nicht ganz sauber geworden. Aber irgendwann kamen keine Krümel mehr raus und man konnte die Markierungen wieder sehen.
danke, ich habe schon ein paar Bürsten besorgt. Spüli funktioniert also, davon gibts ja genug
Und wie lasse ich vorher das gesamte Kühlwasser aus dem Kreislauf ab? Gerade habe ich im WHB den "Hahn" (Nr. 11) am Kühlergrill rechts unten entdeckt, der ist mir noch nicht aufgefallen. Der sollte doch dafür da sein, oder? Ich habe bisher nur den Stopfen an der Unterseite bemerkt...
Noch ein paar Fragen, bevor es an den Zusammenbau geht: [ 1. Welches Dichtmittel kann ich als Ersatz für ET 1905685 (Schrauben/Steckachse) nutzen?
wenn es um das Abdichten von Gewinden geht, dazu gibt es Gewindedichtmittel im Kfz-Zub
Zitat
2. Radlager extra mit Tutela MR3 fetten?
ja solltest du machen
Zitat
3. Was gibts beim Wellendichtring zu beachten?
alles sauber, Dichtlippe leicht einfetten und gerade und richtig herum einsetzen, schau dir an wie "tief" der vorher gesessen hat.
Zitat
Außerdem noch etwas Offtopic, aber angesichts des kalten Wetters doch aktuell bei mir (es wird Zeit für einen eigenen Aufbau-Thread...):
Ich würde gerne das Kühlwasser komplett tauschen und v.a. den Behälter reinigen, der ist so braun man sieht kaum noch die Markierung. Ich werde aus dem WHB nicht richtig schlau, wo lass ich das am besten vollständig ab? Kann ich zum spülen des Kreislaufs mehrere Liter Leitungswasser nutzen oder sollte es dest. Wasser sein? Dann Kühlerreiniger hinterher? Anschließend mit 6 Liter Paraflu II (liegt bereit) und 6 Liter dest. Wasser auffüllen.
Wenn der Kühler die Ablassschraube hat, kannst du dort ablassen, ansonsten (auch wenn die Ablassschraube sehr feste ist und ggf abreißt) den unteren Schlauch am Kühler vorsichtig lösen und vorziehen. Du solltest eine großflächige "Wanne" benutzen, damit nicht so viel im Boden versickert. Den Kühler auf jeden Fall ausbauen und ausschütten und dann alles gut durchspülen, auch den Motorblock, am Besten mit einem Gartenschlauch. Das alte Kühlmittel und das erste "Spülwasser" auffangen und bei der Schadstoffsammlung abgeben. Bitte auch den Heizungswärmetauscher gegenläufig mit dem Gartenschlauch spülen. Kühlsystemreiniger nutzt nur vor einer solchen Aktion, nicht nachher einfüllen! Destilliertes Wasser kannst du nehmen, lässt sich auf die Dauer bei Reisen nicht vermeiden Leitungswasser zu nehmen.
Noch ein paar Fragen, bevor es an den Zusammenbau geht: [ 1. Welches Dichtmittel kann ich als Ersatz für ET 1905685 (Schrauben/Steckachse) nutzen?
wenn es um das Abdichten von Gewinden geht, dazu gibt es Gewindedichtmittel im Kfz-Zub
Zitat
2. Radlager extra mit Tutela MR3 fetten?
ja solltest du machen
Zitat
3. Was gibts beim Wellendichtring zu beachten?
alles sauber, Dichtlippe leicht einfetten und gerade und richtig herum einsetzen, schau dir an wie "tief" der vorher gesessen hat.
Ok, die Außenseite ist ja ohnehin markiert.
Original geschrieben von juergenr
Original geschrieben von user108
Außerdem noch etwas Offtopic, aber angesichts des kalten Wetters doch aktuell bei mir (es wird Zeit für einen eigenen Aufbau-Thread...):
Ich würde gerne das Kühlwasser komplett tauschen und v.a. den Behälter reinigen, der ist so braun man sieht kaum noch die Markierung. Ich werde aus dem WHB nicht richtig schlau, wo lass ich das am besten vollständig ab? Kann ich zum spülen des Kreislaufs mehrere Liter Leitungswasser nutzen oder sollte es dest. Wasser sein? Dann Kühlerreiniger hinterher? Anschließend mit 6 Liter Paraflu II (liegt bereit) und 6 Liter dest. Wasser auffüllen.
Wenn der Kühler die Ablassschraube hat, kannst du dort ablassen, ansonsten (auch wenn die Ablassschraube sehr feste ist und ggf abreißt) den unteren Schlauch am Kühler vorsichtig lösen und vorziehen. Du solltest eine großflächige "Wanne" benutzen, damit nicht so viel im Boden versickert. Den Kühler auf jeden Fall ausbauen und ausschütten und dann alles gut durchspülen, auch den Motorblock, am Besten mit einem Gartenschlauch. Das alte Kühlmittel und das erste "Spülwasser" auffangen und bei der Schadstoffsammlung abgeben. Bitte auch den Heizungswärmetauscher gegenläufig mit dem Gartenschlauch spülen. Kühlsystemreiniger nutzt nur vor einer solchen Aktion, nicht nachher einfüllen! Destilliertes Wasser kannst du nehmen, lässt sich auf die Dauer bei Reisen nicht vermeiden Leitungswasser zu nehmen.
Alles klar, danke, so habe ich einen guten Fahrplan, wie ich vorgehen sollte! Den Kühlerreiniger hätte ich eingefüllt, wenn zumindest der gröbste Schmodder bereits 1-2 Mal abgelaufen wäre. Schadstoffsammlung ist eh klar
Original geschrieben von Matti
Hi,
bei mir gibt's nur den Stopfen 12. Mit 19er Nuss und Verlängerung kam ich da gut ran. Halt mit Gefühl versuchen ...
Grüße Matti
Hi, also dient dieser auch als Ablass. Werd ich einfach prüfen
Wie erfolgt nun die Einstellung des Radlagerspiels? Ist es nun eher 1/10 (s. Kap. HA) oder 1/4 (s. Kap. Bremsen) Drehung zurück, nachdem man mit 6kgm angezogen hat...
Ich würde mal mit 1/10 anfangen und 2 mal rumdrehen, wenn dann noch zu viel Wiederstand dann auf die 1/4 weiter. Die 0,2mm sind so wenig Spiel das du das nicht mit den Händen spüren oder mit den Augen sehen kannst.
Mach soweit auf das du die Bremstrommel von Hand drehen kannst, ohne das danach etwas zum wackeln ist.
(dafür achte während des Einstellens auf die Freigängigkeit beider Seiten, Gang raus etc., denn das Getriebe drehst du dahinten eher schwer mit... )
Grüße
40.10W Bj89 8140.27 2,5l ; 9.5R17.5 XZY auf 6x17.5ET70
Noch ein paar Fragen, bevor es an den Zusammenbau geht: 1. Welches Dichtmittel kann ich als Ersatz für ET 1905685 (Schrauben/Steckachse) nutzen?
wenn es um das Abdichten von Gewinden geht, dazu gibt es Gewindedichtmittel im Kfz-Zub
Zitat
2. Radlager extra mit Tutela MR3 fetten?
ja solltest du machen
Zitat
3. Was gibts beim Wellendichtring zu beachten?
alles sauber, Dichtlippe leicht einfetten und gerade und richtig herum einsetzen, schau dir an wie "tief" der vorher gesessen hat.
1. Versuchen werde ich es mal mit Petec Gewindedichtung blau (die ist allerdings aushärtend). 2. Gefettet habe ich nicht mit MR3 sondern die Achse (*Hülse*), Lager und Lagersitze satt mit dem empfohlenen Öl Tutela W140 M-DA 85W140 GL5 eingeschmiert. 3. Den Wedi habe ich leicht mit dem Öl eingeschmiert und eingetrieben, der schließt nun bündig mit dem Nabenkörper ab.
Original geschrieben von Pesca
0,2mm sagen doch beide...
Ich würde mal mit 1/10 anfangen und 2 mal rumdrehen, wenn dann noch zu viel Wiederstand dann auf die 1/4 weiter. Die 0,2mm sind so wenig Spiel das du das nicht mit den Händen spüren oder mit den Augen sehen kannst.
Mach soweit auf das du die Bremstrommel von Hand drehen kannst, ohne das danach etwas zum wackeln ist.
(dafür achte während des Einstellens auf die Freigängigkeit beider Seiten, Gang raus etc., denn das Getriebe drehst du dahinten eher schwer mit... )
Grüße
Danke
Die Einstellung der Lager ging nach WHB: Einstellring mit 10 Kgm angezogen, dann wieder aufgemacht und die Nabe gedreht. Danach wieder mit 60 Kgm zugemacht, ca. 1/10 Drehung auf und die Schraube handfest (laut WHB 10 Nm) in das passende Loch am Einstellring geschraubt. Die Nabe lässt sich mit der Hand drehen. Bei 1/4 Drehung läuft sie gefühlt natürlich etwas leichter. Ich lass das jetzt so
Steckachse und Schrauben wurde mit o.g. Gewindedichtung nach außen abgedichtet. Mal sehen, was die kann. Vorher war flexible/weichere Dichtmasse drauf.
Ich würde hier an diesem Punkt dringend empfehlen jemanden hinzuzuziehen der das schon einmal gemacht hat und der dir die Hilft dabei. Wenn du nämlich hier einen Fehler machst brauchst du eine neue Achse nachher. Radlager stellt man mit Gefühl ein, nicht nach Lehrbuch, aber dieses Gefühl muss dir zuerst jemand beibringen - am Objekt.
Ich würde es nicht alleine selber machen das erste mal.
Zeit für einen Zwischenbericht, es ist einiges passiert in den letzten Monaten:
1. Das Kühlsystem wurde gereinigt, überholt und mit Paraflu 11 neu befüllt (Details folgen) 2. Servopumpe überholt (Details folgen) 3. Ölwanne entrostet und lackiert (Brantho Korrux 3in1) 4. WeDi am Diff der HA neu 5. VA überholt: beide Drehstablager neu, Spurstangen und -köpfe neu, Gelenkköpfe der vier Zuganker neu, Stabilager neu 6. Für die Einstellung des Radlagers HR habe ich mir einen befreundeten KfZler und eine Messuhr geholt -> mit der Einstellung nach WHB erreicht man lt. Messuhr ganz gut das Spiel im empfohlenen Bereich zwischen 0.05-0.2 mm. Einstellung und Kontrolle per Hand erzielten ähnliche Werte.
7. Probleme haben wir gerade mit der Bremsanlage. Ausgangssituation war ein defekter RBZ hinten rechts (Kolben fest -> ungleiche Bremsleistung auf dem Prüfstand links/rechts), der gemeinsam mit der querlaufenden Bremsleitung hinten (vom T-Stück zu den beiden RBZ) getauscht wurde.
Seitdem lässt sich das Pedal fast bis zum Boden durchdrücken und ich bekomme keinen ordentlichen Druckpunkt mehr, Bremsleistung ist da (nur bei geringer Geschwindigkeit getestet). Ab 1/3 des Pedalwegs zischt es in der Nähe des Pedals (nur beim Treten macht es "pffft"). Vorher war der Druckpunkt sehr weit oben, die Bremswerte (außer hinten rechts) gut.
Was bisher gemacht/getauscht wurde:
- Direkt nach Austausch des RBZ hinten rechts wurde mit Pumpmethode per Pedal entlüftet -> nicht vollständig entlüftet, Pedal nach Motorstart weich - RBZ links neu, HBZ neu und mehrfach mit Entlüftungsgerät mit Überdruck entlüftet -> festes Pedal bei Motor aus, lässt sich aber mit viel Druck langsam weiter drücken; weiches Pedal bei Motor an - beide Bremssättel vorne überholt (Dichtungen und Bremskolben), neue Bremsschläuche vorne, neue Bremsklötze -> keine Besserung - Beläge hinten nachgestellt, weniger Spiel als lt. WHB, neuer Bremskraftregler hinten (Brembo), Druckregler hinten ausgebaut, gereinigt und auf Durchgang geprüft, wieder entlüftet -> keine Besserung - Was bisher nicht gemacht wurde: BKV und Vakuumpumpe getauscht, Bremsdruck und Unterdruck gemessen - kein Bremsflüssigkeitsverlust sichtbar, keine Lecks
BKV scheint (zumindest teilweise) zu funktionieren, bei Motorstart merkt man, wie das Pedal absinkt, zieht man nach Motor aus das Ventil am BKV ab, zischt es. Wenn der Motor aus ist, muss man 3-5x pumpen bevor das Pedal fest wird. Bisher wurden in mehreren Etappen einige Liter Bremsflüssigkeit durchgepumpt, entlüftet wurde HR/HL/VR/VL, an den Bremssätteln vorne immer an allen drei Ventilen. Hängt irgendwo noch Luft oder ist es doch der BKV?
wenn ihr nur den RBZ hinten rechts ersetzt habt und der Bremsdruck und die Unterdruckverstärkung vorher iO war, wieso sollen nach der Reparatur lauter Bauteile defekt sein ?
Jetzt habt ihr soviel aus- und eingebaut und ersetzt, dass das etwas unübersichtlich ist.
Ich würde mal der Bremskraftregler hinten aushängen, ganz öffnen und dann mit einem Entüftunggerät mit ca 1,2bar die Anlage entlüften
Wenn der Motor läuft und Unterdruckpumpe am BKV ein Vakuum zieht und das bei abgestelltem Motor gehalten wird, sollte die Unterdruckanlage iO sein.
Danke, tut mir leid, das ist wirklich unübersichtlich und auch so zusammengefasst. Jedem Austausch ging etwas voraus:
- RBZ links wurde vorsorglich getauscht, weil dieser ebenfalls sehr alt war und die Leitungen ohnehin gerade neu gemacht wurden - HBZ wurde getauscht, weil beim 1. /2. Mal entlüften mit dem Pedal entlüftet wurde und dieses mehrfach fast ganz durchgedrückt wurde -> die Manschetten könnten somit beschädigt worden sein - beim Entlüften vorne habe ich festgestellt, dass (spätestens nach mehrmonatiger Standzeit im Freien seit Anfang des Jahres) mehrere Bremskolben sehr schwergängig waren -> tatsächlich war nach Ausbau unter den Manschetten Rostfraß an allen Kolben zu erkennen, hätten also früher oder später auch getauscht werden müssen (waren noch von '96) - die Bremsschläuche waren Pirelli von '96 und wurden deshalb getauscht - die Bremsklötze hatten zwar noch genügend Stärke, hatten aber ein Schadensbild, dass wohl auf die schwergängigen Kolben zurückzuführen war - der Bremskraftregler wurde als zuletzt getauscht, um auszuschließen, dass darin etwas festsitzt und/oder und deshalb nicht richtig entlüftet werden kann
@Jürgen: Anlage wurde jeweils mit 1-1.2 Bar und offenem Bremskraftregler (alt+neu) entlüftet. An anderer Stelle habe ich von Dir den Hinweis gelesen:
Original geschrieben von juergenr
Zum BKV gibt`s 2 Prüfungen die man am/im Fahrzeug machen kann.
Motor ist aus, Bremse mehrfach treten , bis Pedal "hart" und oben ist, Pedal getreten halten. Motor starten, das Pedal muss jetzt absinken, weil der BKV arbeitet. Wenn dem so ist, das abgesunkene Pedal unten halten und Motor abstellen. Das Pedal darf nicht in hochkommen, zumindest nicht innerhalb der nächsten Minuten. Wenn doch ist die U-Druckseite undicht.
Habs gerade mal probiert, bei meinem Daily liegt nach 1,5 - 2 Std. auch kein Unterdruck mehr an. Bei einem Bremach (Extreme) den ich gerade hier habe, liegt auch nach 5 Std noch U-Druck an.
Der 1. verlief erfolgreich. Zum 2.: Wenn ich das Pedal bis 3/4 nach unten trete und halte, dann den Motor ausschalte und nach 30 Sek. den Fuß wegnehme, kommt es wieder in die Normalstellung zurück nach oben.
Ich hab gestern noch das Ventil der Vakuumpumpe abgezogen und leichte Ölspuren daran entdeckt. Die sahen nicht frisch aus und waren festgetrocknet. Unterdruck liegt an, wie hoch konnte ich nicht messen.
Der BKV sieht innen trocken aus, keine Ölspuren mit dem Finger tastbar. Dafür ist die Dichtung der Vakuumpumpe undicht und es gibt leichte Ölspuren am Übergang zum Aggregateträger.
Fahrzeug steht jetzt bei Iveco. Bin gespannt, was die sagen.
Das Fahrzeug steht immer noch bei Iveco... Bisher wurde dort nur erneut entlüftet, leider ohne Verbesserung - das Pedal lässt sich immer noch sehr weit durchtreten. Sie vermuten noch Luft im System... aber wo kann die jetzt noch hängen?
wenn das so unklar ist, könnte man mal die Leitungen am HBZ abklemmen und die Anschlüsse am HBZ verschließen. Dann schauen ob der Druckpunkt gut ist. Dann eine Leitung, vorne oder hinten wieder anschließen, Entlüften und wieder prüfen, um zu sehen in welchem Kreis das Problem ist. Aber ob die das machen ... der steht jetzt seit einem Monat bei IVECO ??
Man könnte auch mal mit einem Vakuumentlüfter und den Sätteln/Zylindern entlüften ..
wenn das so unklar ist, könnte man mal die Leitungen am HBZ abklemmen und die Anschlüsse am HBZ verschließen. Dann schauen ob der Druckpunkt gut ist. Dann eine Leitung, vorne oder hinten wieder anschließen, Entlüften und wieder prüfen, um zu sehen in welchem Kreis das Problem ist. Aber ob die das machen ... der steht jetzt seit einem Monat bei IVECO ??
Danke Jürgen, das ist ein guter Hinweis, den ich gerne weitergeben werde Ja, der steht tatsächlich seit 5 Wochen dort... ich wurde mehrmals vertröstet mit "wir haben gerade sehr viel zu tun und schauen nächste Woche mal drauf"... Immerhin wurde die Achsvermessung bereits durchgeführt und war ohne Auffälligkeiten. Die Messdaten habe ich noch nicht gesehen. Wir hatten ja einiges an der VA getauscht (Drehstablager, obere und untere Zugankerköpfe, Spurstangen+-köpfe).
Bei einem Bekannten haben sie mal den linken und rechten Sattel vertauscht, das entlüften ging dann auch nicht so recht... Es hat recht lange gedauert bis das jemandem aufgefallen ist dass die Entlüfter an der falschen Stelle sassen.
Bei einem Bekannten haben sie mal den linken und rechten Sattel vertauscht, das entlüften ging dann auch nicht so recht... Es hat recht lange gedauert bis das jemandem aufgefallen ist dass die Entlüfter an der falschen Stelle sassen.
das Problem wird dann sein, dass der Entlüfter dann nicht ganz oben sitzt und somit immer ein Luftpolster bleibt...
Genau, die haben ALLES getan um zu entlüften aber es half nicht. Bis sich jemand der nicht am Auto gearbeitet hat sich das angeschaut hat und seine scharfen Augen haben den Fehler gesehen.
Grundsätzlich ist das ja kein Hexenwerk ne Bremse zu entlüften, wenn das nicht auf Anhieb klappt ist irgendwas im Argen. Wie schon erwähnt zb. der HBZ der durchlässt.
Das Problem bestand bereits bevor die Sättel ausgebaut und aufgearbeitet wurden (Kolben und Dichtungen getauscht).
Original geschrieben von juergenr
Original geschrieben von Ozymandias
Bei einem Bekannten haben sie mal den linken und rechten Sattel vertauscht, das entlüften ging dann auch nicht so recht... Es hat recht lange gedauert bis das jemandem aufgefallen ist dass die Entlüfter an der falschen Stelle sassen.
das Problem wird dann sein, dass der Entlüfter dann nicht ganz oben sitzt und somit immer ein Luftpolster bleibt...
Ja, was leider aus dem WHB nicht hervorgeht: vorne sind jeweils drei Entlüfter pro Bremssattel (Perrot), um da ranzukommen muss das Rad runter. Nur innen zu öffnen/entlüften reicht nicht, wenn alles gespült werden soll. Der äußere Entlüfter sitzt an der höchsten Stelle.
Guten Abend, wir fahren seit kurzer Zeit einen IVECO 40.10 1-W 4x4. Grundlegendes technisches Verständis und Fertigkeiten habe ich. Aber jetzt bin ich doch auf Hinweise und Tipps angewiesen. Ich habe diesen Beitrag gefunden, da wir ebenfalls Probleme mit der Bremse an der HA haben und ich nach Lösungen gesucht habe. Irrtümlich wurde der Bremsennachsteller an der Verzahnung in die falsche Richtung gedreht. Hier hatten wir uns an anderen Nachstellern orientiert. Das Rep.-Handbuch war da nicht eindeutig. Nun ist es halt so.
Im Beitrag weiter oben ist auch der Nachsteller abgebildet. Frage: wie kann man den Nachsteller wieder zusammendrehen um das Lüftspiel der Bremsbacken zu erhöhen? Gibt es einen Trick, um die "Sperrklinke" von der Verzahnung abzuheben? Durch die Kontrollbohrungen konnte ich nichts "erfühlen".
Und in welche Richtung muss sich das Zahnrad bewegen? Mit Blick auf die Rückseite des Bremsankerplatte: das linke Zahnrad nach unten, das rechte nach oben? Für Hinweise und Tipps wären wir sehr dankbar.
Hallo, die Sperrklinke hebt in beide Richtungen ab. Also einfach versuchen. Am Rad drehen und dabei den Versteller betätigen bis du feststellst dass die Bremsbacken greifen, dann wieder etwas zurück. Gruß, Horst
Zunächst danke für die Antworten. Ich habe versucht die "Zahnräder" in beide Richtungen zu drehen. Zwei - drei Zähne, in beide Richtungen gedreht. Also jeweils nach oben bzw. nach unten. Dann geht nichts mehr. Als ob die Sperrklinken nicht frei geben. Blockiert da etwas? Wäre das wechselseitige Drehen die Lösung? Ich probiere das jetzt mal. Das Rad kann ich nicht von Hand drehen.
Guten Morgen, ich denke du mußt die Bremstrommel abnehmen um ein genaues Bild zu erhalten und dann sollte klar sein welches Problem vorliegt. Die Trommel wird durch eindrehen von passenden Schrauben in den vorgegeben "Löchern" gelöst. Bitte entschuldigt meine oft unprofessionelle Wortwahl..... Gutes Gelingen! Michael
P. S. Ich bin nach einem Werkstattbesuch in Sambia einmal fast 80 km mit falsch eingestellter hinterer Bremse Unterwegs gewesen. Die Felge des betroffenen Hinterrades war extrem heiß geworden, so das ich echte Bedenken hatte einen Brand auszulösen.
- Beide Versteller rechts und links sind gleich, das bedeutet auf einer Seite geht "lösen" nach oben auf der anderen Seite geht "lösen" nach unten. - Das Zahnrad kann man in jede Richtung um die erwähnten 2-3Zähne bewegen ohne das die Sperre aushängt, also must du immer 4-5 Zähne bewegen, dann klackt es höhrbar. - An jedem Bremsankerblech sind links und rechts öffnungen auf höhe der Beläge, hier kann man mit einer Fühlerlehre den Abstand richtig einstellen, mach das. - Fahr auf keinen Fall wenn die Räder nicht freigängig sind.
Viel Erfolg.
Grüße
40.10W Bj89 8140.27 2,5l ; 9.5R17.5 XZY auf 6x17.5ET70
Da wir unterwegs waren, habe ich nicht die Möglichkeit gehabt zu antworten. Zunächst viele Dank für die Hinweise. Zum Stand: Ich hatte versucht durch wechselseitige Betätigung den Versteller zu lösen - ohne Erfolg. Es sind weitere Zähne abgebrochen. Dann haben wir eine Entscheidung treffen müssen und ein anderes Fahrzeug genutzt. Jetzt kann ich die Sache wieder angehen. Mal sehen, ob und wie sich der Tipp von Pesca umsetzen läßt. Gewindebohrungen zum Abziehen der Bremstrommel sind nicht erkennbar. Zur Not werde ich wohl die Bremstrommel aufsägen. Hier im Forum habe ich als Ersatzteil die Nr. 71 67 992 gefunden (belgischer 40.10WM). Können wir diese ET-Nr. auf unseren IVECO 4x4, 40-10.1W, Baujahr 1992 anwenden oder gibt es eine andere ET-Nr.?
Danke Jürgen für die Antwort. Ich kenne derartige Gewindebohrungen von anderen Fahrzeugen. Bei unserem ist nur die Bohrung für die Sicherungsschraube vorhanden.
dann würde ich 2 Bohrungen mit M8er Gewinde in die Trommel setzen und dafür einen Sackloch Maschinengewindebohrer benutzen ... und nicht die Trommeln zerstören
Ich hatte schon verschiedene Varianten überlegt, um die Bremstrommel abzuziehen. Dabei auch in irgendeiner Weise eine Bohrung mit Gewinde zum Abdrücken herzustellen.
Sackloch-Gewindebohrer: dazu muß ja auch eine Bohrung hergestellt werden, die bis auf die Radnabe geht. Dicke der Bremstrommel ca. 8 - 12 mm? Was bleibt am Ende für eine Anzahl an Gewindegängen übrig, die auch die Kraft aufnehmen? Selbst bei Feingewinde erscheint mir das nicht Zielführend. Ich probiere es trotzdem. Wenn doch neue Bremstrommel, kennt jemand eine zuverlässige Quelle für die ET-Nr. 7167992? Bei meinen Recherchen sahen die Trommeln etwas anders aus als bei uns. Z.B. die von BOSCH 0 986 477 218 (Werbung: https://www.autodoc.de/bosch/7498047) Einzig die von Suonama entspricht vom Aussehen unserer Bremstrommel (Werbung: https://www.suonama.com.cn/de/products/rear-brake-drum-7167992-for-daily-4x4) Danke vorab.
auf den Bildern bei suonama sieht man auch die 2 Gewindebohrungen
die sollen ja auch nur dazu dienen, eine axiale, gleichmäßige Kraft einzuleiten und nicht massiv Gewalt auszuüben
im normalen Kfz Zubehör wirst die Trommel vom 4x4 nicht bekommen, die haben zwar etwas gelistet, passt aber nicht - die 4x4 sind in einigen Bereichen Exoten....