Hallo,

Also ich würde mal der Reihe nach folgendes probieren:

- Einspritzdüsen mit einem Düsenprüfgerät prüfen. Werte gemäß Werkstatthandbuch - glaub 135 bar Druck - Spritzbild + Schnarren der Düsen prüfen.
Wenn man da selbst nicht das nötige Know-How oder das Düsenprüfgerät dafür hat würde ich zu einer Landmaschinenwerkstatt gehen, die auch noch ältere Schlepper repariert.
Die müssten sowas können.

- Dann den Förderbeginn prüfen, und zwar den richtigen, nicht den blöden Reglerimpuls Wert mit 15° nach OT. Dieser Wert wird im Werkstatthandbuch zwar als "Förderbeginn" angegeben, das ist aber nur ein theoretischer Einstellwert, nicht der tatsächliche Förderbeginn. Dieser liegt bei 24° vor OT. Messen kann man den wenn man an der Einspritzpumpe den Druckventileinsatz für Zylinder 1 ausbaut, also nur den Tauchkolben - die Feder muss wieder rein.
Dann ein Überlaufrohr an dem Stutzen anbauen, Vollgas geben, Sprit über Gefälle zur Pumpe laufen lassen.
Dann den Motor in Drehrichtung drehen ( von vorne gesehen rechts rum ) und auf die Grad Skala und die Nockenwellenposition schauen. Über die Nockenwellenposition sieht man, wann der Motor im Zünd-OT steht, bzw. im Arbeitstakt vor Zünd OT steht. Dann sieht man auf der Grad Skala auf der Riemenscheibe vorne auf wieviel Grad vor OT man steht. Wenn der Förderbeginn stimmt, läuft der Diesel vom Ventil-Überschneidungs OT an zum Überlaufrohr raus ( kontinuierliches Tropfen) und hört in dem Moment auf zu tropfen wenn der Motor auf 24 +- 1 Grad vor OT steht.

Wenn einer den Förderbeginn total verstellt hat , läuft der Motor vor allem im kalten Zustand extrem schlecht. War zwar auch nicht so wie er könnte oder sollte aber deutlich besser als in kaltem Zustand. Da gibts immer wieder Probleme wegen der 15° Nach OT Angabe im WHB.


Um das selbst prüfen / einstellen zu können, muss man sich allerdings mit der Materie Reiheneinspritzpumpe ( Aufbau / Funktion ) + Dieselmotor intensiver auseinandersetzen.
Eine Kfz Werkstatt wo sich noch mit alten Autos auskennt müsste das allerdings können. Zumindest eine LKW / Landmaschinen Werkstatt müsste das können.

- Nächste Möglichkeit: Der Stellmagnet für die Leerlaufdrehzahl Regelung , oder das Steuergerät dafür funktionieren nicht mehr richtig, und die Leerlaufdrehzahl ( die mechanisch eingestellte ) ist zu niedrig.
Das kann man prüfen durch abziehen des Steckers bei laufendem Motor. Ändert sich nix - Stellmagnet oder Steuergerät kaputt. Die Leerlaufdrehzahl kann man auch mechanisch einstellen, an der Einstellschraube oberhalb vom Stellmagnet.

- Ein defekter Fliehkraftregler ist zwar möglich, aber ehr selten. Den Regler kann man auch abbauen, um zu sehen, ob Federn gebrochen sind.

Viele Erfolg mit dem G350
Gruß Bernd

Last edited by BerndBoesinger; 20/11/2022 17:48.