ich brauche eure Hilfe, bevor ich völlig durchdrehe. Das wir in Deutschland nicht die einfachsten Zeitgenossen sind was Papierkram angeht, war mir ja klar; doch dieser Auswuchs von geht-mich-nix an bis zu muss-vollständig-nachgewiesen-sein war mir nicht klar.
Doch jetzt einmal von Anfang an. Wir haben vor knapp zwei Jahren ein WoMo erstanden auf einem 40.10 und haben die Kabine mühsam neu aufgebaut und fühlen uns super wohl darin. Leider ist sie einfach zu schwer für den 40.10 und ehrlich gesagt sind wir weder schnell, noch gut gebremst und das wollen wir ändern. Kabine umsetzen ist aufgrund der Sitzplätze gar nicht so einfach (Hersteller rückt natürlich keine Daten heraus), deshalb haben wir uns ein Fahrgestell gesucht, welches die gleichen Maßen hat und wir an der Verankerung nichts ändern müssen (und so mit der alten Kabine und den Sitzplätzen wieder durch den TÜV kommen). Unsere Wahl ist auf einen litauischen 40.13WM gefallen - ich liebe den Look einfach und das Fahrverhalten... vor allem im Gelände! Und er trägt 5t offiziell, was unsere Probleme löst; zumal mir die elektronische Diff Sperre an der VA eh nie getaugt hat an unserem.
Jetzt der knochige Teil der Geschichte: Da der Iveco ja in einem Land des EWR läuft, muss er EURO3 sein. Also alles easy, COC Anfrage an Iveco und ab nach DE mit dem Fahrzeug. Selten so schlechten Sarkasmus geschrieben. Die erste offizielle Anfrage an Iveco zwecks COC wurde direkt kommentarlos abgelehnt. Also Anfrage über Iveco IT, die dann ebenfalls nach Deutschland gekommen ist. Herr Werner Mühlhäuser schrieb mir ganz positiv, ich solle doch bitte die Datenblattanfrage über eine Niederlassung stellen, COC gibt es erst ab 2014 bei Iveco. Also gesagt getan, bekomme ich nach einem gewaltigen Aufwand an Diskussionen von selbigem Werner Mühlhäuser ein Schreiben, mit der dreisten Begründung:
Zitat
das oben genannte Fahrzeug ist nicht für die Zulassung außerhalb Litauens und den zivilen Verkehr vorgesehen und erfüllt auch nicht die entsprechenden Voraussetzungen, daher können wir keinerlei Unterlagen für eine solche Zulassung bereitstellen.
Mit diesem Schreiben hat sich Iveco ins Stillschweigen verabschiedet und einfach gar keine Daten geteilt oder überhaupt noch geantwortet. Niedergeschmettert von der Kooperationsbereitschaft Ivecos haben wir anschließend die Datenblattservices beauftragt, TÜV, Dekra, TÜV Rheinland etc. und wurden stets mit einer Absage belohnt. Die Emissionsklasse scheint alle abzuschrecken, wo doch das exakt identische Schwesterfahrgestell in Polen läuft und es gibt noch mehr, einmal von den Ducatos abgesehen. Kurz vorm Aufgeben haben wir über den Verkäufer bei der litauischen Iveco Niederlassung nach wochenlanger Diskussion ein Schreiben erhalten, welches uns die EURO3 bescheinigt (habe ich mal mit angehängt, wer kann denn noch was lesen bei 97,66kb Dateigrößenregel vom Forum?). Freudestrahlend sind wir zur Dekra gelaufen, die uns den Import und das Kabinenumsetzen begleitet, die uns dann gesagt hat "damit bekommen wir ihn zugelassen". Damit sind gestartet, Fahrzeugkauf losgetreten, Verträge geschlossen, Gelder versendet. Heute bekomme ich, Mensch ich hätte es wissen müssen, eine Mail:
Zitat
Leider kann kein Datenblatt erstellt werden. Das bedeutet es fehlen einige wichtige Daten, ohne die eine Gutachtenerstellung nicht möglich ist: • Abgasnorm (14, 14.1) • Nenndrehzahl (P.4) • Geschwindigkeit (T) • Geräusche (U.1, U.2, U.3) • Anhängelast (ungebremst) (O.2) • (Stützlast (13)) Die anderen Daten konnte ich aus den vorliegenden Bildern entnehmen oder können bei der Besichtigung gemessen, gewogen bzw. ermittelt werden (Länge, Breite, Höhe, Leergewicht, Sitzplatzanzahl und Rad-/Reifengröße).
Für die fehlenden Daten brauchen wir einen zertifizierten Nachweis.
Kurzum, jetzt sitz ich vollendet in der Schei**. Aufgeben möchte ich ungern, deshalb der HILFERUF in die Runde. Gibt es jemanden, der mit einem 40.13WM von +/- BJ 2005 in Deutschland unterwegs ist? Hat jemand Datenblätter zum Sofim 8142.43S (ja, in der Iveco Datenbank steht fälschlicherweise 8142.23!!), zu einem ähnlichen Fahrzeug zu ZCFD4098009033916 (3200mm Radstand) oder kann mir einen versierteren TÜV empfehlen, der nicht für jedes leere Feld im Datenblatt gleich nen neuen Bypass braucht? Gerne teile ich auch mehr Informationen, dafür muss ich allerdings schauen wie, denn 97Kb große Datenblätter sind eher hinderlich.
Also ich bin für jede Info dankbar und hoffe, dass wir dieses tolle Fahrzeug endlich her bekommen
zur Sache kann ich leider nichts beitragen, aber wenn Du größere Dateien hoch laden willst, kannst Du das bei picr.de tun und hier verlinken.
Die mögliche Dateigröße für's Forum hast Du aber gerade mal je zur Hälfte genutzt, größer geht schon. Dazu nicht einfach die Auflösung verringern, sondern die Dateigröße (Kompression), aber irgendwie hat heutzutage ja niemand mehr Lust, sich mit sowas zu beschäftigen...
Grüße DaPo
Fußball war doof, Fußball ist doof, Fußball bleibt doof.
Zum 8140 gibt's abgastechnisch an Gutachten alles; wenn Iveco die 8142er nur an Militärs und Behörden verkauft hat, wird das aber möglicherweise heikel, da kann schon was an Zertifizierungsdokumentation weggespart worden sein - und nationale Ausnahmegenehmigungen müssen in anderen EU-Staaten nicht akzeptiert werden. Die COC für Nfz sind viel später gekommen, zu den litauischen Behördenfahrzeugen gibt es einen Parallelthread, den Du mit der FGSt-Nummer (gekürzt auf den Typcode) findest.. viel glück, aber mir ist unwohl
das oben genannte Fahrzeug ist nicht für die Zulassung außerhalb Litauens und den zivilen Verkehr vorgesehen und erfüllt auch nicht die entsprechenden Voraussetzungen
Dann wird es wirklich sehr aufwändig dies trotzdem irgendwie durch zu prügeln. Ich bin da "besorgt" und rate zur Rückabwicklung.
danke für den Tipp, das nutze ich für den nächsten Beitrag. Die Bilder habe ich jetzt nur mit Paint skaliert und somit auf die Standardkompression gezogen - ungewohnt ist es ehrlich gesagt schon in der heutigen Zeit Bilder zu verkleinern
vielen Dank für deine Tipps - das ist doch eine heiße Spur! Ich bin bei den Iveco Motoren und die damit verbundenen Schlüsselnummern echt aufgeschmissen; sprich was ist denn der Unterschied zwischen den 8140.xx und den 8142.xx er Motoren? Ließe sich hier eine Äquivalenz Bilden, wenn bspw. nur die Aufhängung oder der Flansch mechanisch unterschiedlich sind?
Leider scheint in Litauen alles unter Euro5 in eine Schublade zu rutschen, womit auch keine weiteren Papiere angefordert werden müssen. Wie auch immer das mit den EU Regulierungen einhergeht, kann ich mir nicht erklären. Den anderen Thread habe ich bereits schon durchstöbert (ich weiß dadurch, dass der Motor ein Common Rail hat) - soweit ich mich entsinne wurde das Vorhaben dann nicht umgesetzt. Im aller schlimmsten Fall kann ich das Fahrzeug in DE zulassen mit der schlechtest anzunehmenden Einstufung in EURO3; leider wartet dann ein latenter Showstopper auf mich. Sobald ich die Klasse ändere, ändern sich auch die Anforderungen an die Emissionsklasse, da Nutzfahrzeuge auf dem Motorprüfstand und Wohnmobile auf der Rolle geprüft werden. Irreführend trifft es in meinen Augen nur unzureichend, da mir auch niemand traut zu verraten, ab wann die Abgasklasse nicht mehr reicht. Ich bin für Fachwissen offen, vielleicht hast du ja noch eine Idee?
noch glaube ich an das Fahrzeug und hoffe, nichts rückabwickeln zu müssen (Stand heute sind damit durchaus erhebliche Kosten verbunden). Zur Not kann ich ein aufbereitetes Fahrgestell wieder verkaufen in ein Land, das nicht Deutschland heißt - doch deutlich lieber würde ich die Welt bereisen
Wenn es aber schon eine konkrete Auflistung an zu erfüllenden Vorgaben gibt (das sind jetzt ja gar nicht soviele) , würde ich versuchen das mal abzuarbeiten (ohne eine Gewähr das dann nicht doch ein anderes Problem auftauchen könnte):
z.B. Geräusche - die kann dein Prüfer doch selber messen. Zumindest hat das der TÜV-Prüfer bei meiner Einzelabnahme damals gemacht. Das könnte, falls die Dekra vor Ort keinen Schallpegelmessgerät hat, doch eine andere Prüfstelle bescheinigen ?
Das Datenblatt vom Motor sollte doch auch in Litauen vorhanden sein, dort nochmal nachfragen. Die Geschwindigkeit liesse sich über die Übersetzungen berechnen, und das dem Prüfer plausibel erklären Die Nenndrehzahl 3600 bei 87kW wäre im Datenblatt und lässt sich auf den wenigen Seiten zum Motor auch im Internet finden, z. B. http://www.diesel-engine.cn/IVECO/814243.htm (sorry, fhatte falschen Link)
Vielleicht kannst du dem Prüfer auch den Umstand nahebringen das der Motor ja nur die Version mit 24V und Kettensteuerung des 8140.43S ist (davon gibt es ja die Datenblätter). Anhänge- und Stützlast ? Benötigst du überhaupt eine Anhängerkupplung ? Darf der Prüfer diese Angaben von dir aus auf die sichere Seite Null setzen ?
Zulassungsrechtlich bist du auf Goodwill angewiesen.
da haben wir uns echt in eine etwas verzwickte Lage gebracht; wir wachsen (hoffentlich) an unseren Herausforderungen. Die Liste irgendwie zu organisieren ist auch mein bester Plan, dann wäre das Datenblatt durchaus einigermaßen vollständig und der nächste mit der verrückten Idee hat a gmahte Wiesn.
Nach Rücksprache mit dem Prüfer habe ich ihm nun alles zum 8140.43S gesendet, was ich irgendwie in die Finger bekommen konnte. Das einzige was fehlt, ist eine verifizierte Nummernaufschlüsselung von Sofim, was die einzelnen Ziffern zu bedeuten haben (das hatte ich dich hier gefragt: https://www.viermalvier.de/ubbthreads.php?ubb=showflat&Number=707848Post707848) - wenn du dazu ein Dokument hättest, wäre das fantastisch! Ich kann google bemühen wie ich will, zu einem brauchbaren Dokument komme ich leider nicht. Hat denn die Kettensteuerung einen Einfluss auf die Emission und ist die wirklich unterschiedlich? (wir haben aktuell einen 8140.23 auch mit Kette meines Wissens)
Wenn die Äquivalenz festgestellt werden kann, würde ich mit den Daten aus dem Reparaturhandbuch argumentieren: Repair Manuel 8140 (-> auf der Dokumentenseite 31/32 ist der Motor sogar auf der Rolle und dem Motorprüfstand gemessen, was noch einmal spannend wird, wenn wir den Fahrzeugtyp ändern).
Für die Schallmessung kann ich zur Dekra nach Augsburg fahren, die haben wohl eine eingemessene Strecke und können mir das ausstellen zur Not. Und ja, Anhängelast brauchen wir nicht; ebenso ist der VM abgeregelt bei 87km/h - wodurch auch diese Diskussion im Keim erstickt werden kann.
Vielen Dank erst einmal für die Impulse, auch in dem anderen Thread
Hat denn die Kettensteuerung einen Einfluss auf die Emission und ist die wirklich unterschiedlich? (wir haben aktuell einen 8140.23 auch mit Kette meines Wissens)
Das Problem dabei ist dass du weder das eine noch das andere Belegen kannst.
Die Motornummer an sich sagt wenig aus welche Emissionklasse der exakte Motor in deinem Auto hat, das ist alles eine Frage der Programmierung des ECM. Solange dir IVECO die Daten für dein exaktes Fahrzeug nicht rausrücken kann oder will sehe ich da ziemlich schwarz.
Und wenn ich PeterM richtig verstanden habe in der Vergangenheit dann ist IVECO Zivil und IVECO Militär/Behörde erst noch zwei getrennt Einheiten im Konzern auch wenn sie bisweilen dieselben Fahrzeuge verkaufen. Das könnte mit ein Grund sein warum dein Kontakt zu IVECO Deutschland erloschen ist.
Quote
Da der Iveco ja in einem Land des EWR läuft, muss er EURO3 sein.
Genau hier irrst du gewaltig denn es gab und gibt immer nationale Ausnahmeregeln bei der Zulassung. Bei PKW sind es wohl recht wenige aber bei den Nutzfahrzeugen macht jeder was er will. Du bist bei weitem nicht der erste der in dieses Problem läuft, das hatten wir hier auch schon.