>> So kann man schön den Preis erhöhen und als Gewinn verbuchen anstatt einen Haufen Kohle in Qualitätsmanagment zu stecken. <<

Das ist natürlich keine Entschuldigung, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß am Defender viel verdient wird. Im Gegenteil, ich bin absolut platt, wie ein (in Westeuropa!!!) quasi handgebautes Auto im Jahr 2005 überhaupt um diesen Preis herstellbar ist - für mich ist das nur über eine Mischkalkulation (Imagegewinn bzw. -Erhalt) erklärbar und (wie die div. Symptome schlampiger Arbeitsweise) auch dadurch, daß den Arbeitern die Daumenschrauben bzgl. ihrer Zeitvorgaben angezogen wurden (der "BMW- bzw. Ford-Effekt").

Das Ding ist so meilenweit von heutigen (kostengünstigen, automatisierbaren, "prüfbaren", usw.) Fertigungsmethoden entfernt wie kaum ein anderes. Heute gängige Verfahren von "Qualitätsmanagment" sind nur in Teilbereichen anwendbar (z.B. dem Td5-Motor und anderen erst in den letzten paar Jahren konstruierten Komponenten) - was willst Du z.B. mit einem Meßroboter auf einer von Hand zurechtgebogenen, gepunkteten und genieteten Karosserie ausrichten?

Manuelle Arbeitsschritte narrensicher bzw. "motivationsmangelsicher" zu halten und, wo das nicht geht, zu automatisieren - das muß schon bei der Konstruktion vorgesehen sein, das kommt beim Defender ein halbes Jahrhundert zu spät. Die einzige Chance, einen "Qualitätsdefender" zu erzielen, bestünde darin, auch im "Qualitätsmanagment" wieder 50 Jahre zurückzugehen und auf motivierte Mitarbeiter, Handwerksstolz und -Können zu setzen - wie unrealistisch das unter den heutigen Bedingungen ist, kann sich jeder selbst ausmalen.

Das soll jetzt natürlich nicht die "richtig dämlichen" Fehler (wie die berühmten trocken montierten Radlager :-) entschuldigen - und obwohl ich kleinere Sachen auch in der Garantiezeit selbst mache, schon weil das schneller geht als zur Werkstatt zu tuckern, scheu ich mich nicht, für wirklichen Murks die mir bei einem Neuwagen zustehende Gewährleistung in Anspruch zu nehmen - wie das undichte Lenkgetriebe oder den defekten Turbolader, interessanterweise alles Teile, für die nach den heute üblichen Vertragsbedingungen nicht LR, sondern die jeweiligen Zulieferer die vollen Kosten auch für den Werkstattaufwand plus einen "Strafzuschlag" zu tragen haben :-)