Hmmm ..

also ich kann mir schon denken, daß der UAZ simpel genug ist und dabei dann robust.
Gerüchte sind mir aber im Hinterkopf, nach denen manches russisches Werkzeug - nehmen wir mal Schraubenschlüssel - in minderer Härte hergestellt ist und daher mit mehr Material was wett gemacht werden muß. Nun, das Auto ist irgendwo auch das Resultat der Maschinen, mit denen es aufgebaut wird. Maßhaltigkeit etc. ist da das Thema. GM hatte sich vor vielen Jahrzehnten einen so guten Ruf erworben, weil angefangen wurde, die Teile mit damals hochpräzisen (schwedischen?) Meßinstrumenten zu fertigen. Generell war das auch ein Thema in irgendwelchen deutschen Motorrädern, die nach dem Krieg durch Firmentrennung/Mauerbau im Osten und Westen weitergebaut wurden. Im Westen hat die Metallurgie schnellere Fortschritte gemacht und stabilere Bauteile bei geringerem Gewicht ermöglicht. Das alles paßt mir ins Bild, so wie es oben auch mal geschildert wurde und wie es von der Oldtimer Markt mal verfasst wurde - bzw.: eine neue Dnjepr (oder wie die buchstabiert wird) wurde demontiert und vermessen. Es waren Grausigkeiten, die sich auftaten. Zylinderbohrung die nicht maßhaltig oder sogar schräg ausgeführt war, unebene Dichtflächen etc., ach ich erinnere das nicht mehr alles.
Nun kann man sagen, ein UAZ ist eben einfach gefertigt und daher einfach zu reparieren. Bei der Dnjepr jedenfalls waren das solche Fehler, da hilft auch das Bordwerkzeug nicht. Im Grunde dasselbe Problem wie bei Rover - sehr gute Entwicklung und Konzept, aber mies ausgeführt.
Ich vermute also, daß die russischen Fahrzeuge, die hier angesprochen werden, einige faustdicke Nachteile mit vom Fließband auf den Weg bekommen haben, die sich im Betrieb irgendwie nachteilig bemerkbar machen.

Zum Fahrzeugkonzept. Wie war denn das bei den GAZ ? Angefangen haben die doch auch mit PKW-Achsen, die unter die PKW-Federn gepackt wurden, oder? Wie bei LandRover eben auch - die Diffs sind ja immer noch von der Größe her dieselben wie bei den Vorkriegs-PKWs! Beim UAZ weiß ich das nicht. Auch nicht, ob ich pauschal eine bessere Haltbarkeit ableiten würde. Geholfen hat sicher auch, daß die Dinger nicht mit übermäßig kräftigen Motoren laufen.
Und Blattfedern hin und her. Der RangeRover hat trotz kleinerer Reifen nach seinem Erscheinen allen LandRovern erstmal die Meßlatte höher gehängt. Die Federwege haben bei den ungesperrten Fahrzeugen natürlich den Unterschied gemacht. Ich meine, daß Blattfedern eher mal "durchschlagen" und die Achse auf die Anschlagpuffer knallen lassen - natürlich Auslegungssache. Die Achsführung zumindest ist bei Blattfedern schlechter und ja nun gerade beim schraubengefederten Rover-Fahrwerk nicht übel (denke besonders an die Hinterachse).
Nein, schraubenfederfahrwerke sind prinzipiell Blattfedern überlegen. Meine ich. Ein aufwendig ausgeklügeltes Blattfederfahrwerk kann vielleicht einem "dahingeworfenen" schraubenfederfahrwerk standhalten. Der UAZ mag ein haltbares Fahrwerk haben, doch das muß dann eigentlich durch Härte erkauft sein, anderenfalls schlügen die Achse zu oft auf die Anschläge und das ist nun mal schädlich. Das aber dann geht erstmal der Geländegängigkeit entgegen.

Aber da erinnere ich mich auch an einen Geländefahrvergleich eines SJ413 mit einem 90" (oder war es ein 110"??). Der Suzuki war besser. Da haben ganz klar Gewicht und Fahrzeugdimensionen den Unterschied gemacht. Wenn man dann aber Zulademöglichkeit gegenrechnet, und das wird man in einem reellen Betrieb müssen, dann sieht´s wieder anders aus).

Nu, viele Worte, jedenfalls glaube ich nicht an Mythen. Und das mit dem Panzer und hinterherfahren klingt dammich genau danach.


Geld vor Inflation in Sicherheit bringen? Gleichzeitig das Handwerk unterstützen? Fahr' Land Rover!