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dare2go Offline OP
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...und Wünsche für die Zukunft.

Ich denke, daß das meiste schon mehrmals erwähnt worden ist (ich beanspruche keine Originalität), aber vermutlich immer vermischt mit Themen über generellen Kabinenbau oder komplette Inneneinrichtung.

Hier möchte ich mal auflisten, was sich bei uns, einem Paar, während einer 3 Jahres-Reise bewährt hat, oder als fehlend aufgefallen ist.
Dies sind alles praktische Ideen, einige davon machen einfach das Zusammenleben auf engstem Raum erträglicher, andere das ewige Losfahren und Ankommen stressfreier.
Bitte ergänzt die Liste mit Euern eigenen Erfahrungen, laßt aber mal Grundrissüberlegungen u.ä. aus dieser Diskussion heraus! Wäre toll wenn aus diesem Post so'ne Art Checkliste entstehen könnte...

Anforderungen an einen Camper für Langzeitreise:

- komplett sicher abschliessbarer Wohnraum (z.B. feste Tür zwischen Kabine und Fahrerhaus), nicht nur für RoRo-Verschiffung, auch für tägliches Parken und gelegentlichen Werkstattaufenthalt (der passiert bestimmt).
- relativ grosser Duschraum im Eingang. Da Doppelnutzen kann dieser ruhig 25-40 cm grösser sein als andernfalls.
- Duschraum dient auch als Dreckschleuse und Trockenraum, vor allem für nasse Schuhe und Regenjacken.
- Duschabfluss mit Schiebeverschlussventil, sonst schwappt Wasser vom Abwassertank in die Dusche während der Fahrt.
- Dusche mit schnell verschliessbarem Wasserventil, ggf. im Duschschlauch (hat sich bei uns bewährt zum Wassersparen).
- alle Wasserentnahmestellen so nah wie möglich zum Wasserboiler - das spart Wasser!
- Doppelspüle (ja, die ist groß) mit passender Plastikschüssel, so kann Gemüsewaschwasser, usw, gleich zur Tür raus... Zweites Becken oft nützlich zum Abtropfen von gewaschenem Gemüse, Geschirr, Handwäsche, u.v.m.
- keine Spülen-/Kocherkombination, da Gebrauch von Spüle eingeschränkt/gefährlich wenn Flamme neben Becken in Gebrauch.
- Arbeitsfläche der Küche sollte nah zum Tisch sein, da oft eine extra Ablage benötigt wird (abgetrocknetes Geschirr, extra Töpfe oder Essenszutaten = eigentlich immer).
- Tisch sollte groß genug sein, daß eine/r in Küche werkelt und halben Tisch mitbenutzt, andere/r aber noch einen Laptop oder so auf dem Tisch benutzen kann.
- Zugang zur Toilette sollte nicht total blockiert sein wenn jemand in der Küche hantiert.
- gepolsterte Besteckschublade mit Deckel, sonst gehen die Gabeln die Löffel besuchen, und die Messer verkannten sich in der Laufschiene. Scharfe Küchenmesser müssen einzeln weggepackt werden (schon eine Papphülse reicht), sonst werden die stumpf vom ewigen Rappeln. Ich habe irgendwann unser Küchenschneidbrett (aus Plastik) passend geschnitten und als Deckel eingepasst.
- Hochschränke brauchen irgendeine Rückhaltekonstruktion, so dass beim ersten Öffnen nach der Fahrt keine schweren Teile vom Inhalt herausfallen.
- festes Bett, das "andere Zimmer" (welches einem etwas Raum zum Rückzug bietet), also mit angenehmer Sitzhöhe. Kopffreiheit über Bett sollte eigentlich genug sein für mehr als nur die Missionarsstellung, sonst "klemmt bald die Beziehung".
- bequemes ZWEITES Bett, falls eine Person krank wird, und für andere "Aktivitäten". Schneller Umbau der Dinette-Sitzgruppe (hat sich mehrere Male bewährt).
- Sitzgruppe so geräumig, so daß man/frau auch mal lümmeln kann mit Beine ausstrecken und Füsse hoch legen (ggf. ausklappbar). Tut gut nach 'ner Wanderung!!
- Kleinigkeit, aber wert zu bedenken: wir haben normalerweise über Nacht unsere Kleidung auf den Dinettesitzen abgelegt; wenn aber beide Betten in Gebrauch waren (weil eine/r krank war), dann wussten wir nie wohin mit unseren Hosen und Pullovern oder Tshirts. Getragene Kleidung in der Küche abzulegen erschien uns auch nicht richtig...
- 2 getrennte Wassersysteme: Trinken und Brauchwasser, da in vielen Gegenden gutes Wasser schwer zu finden, und Flüsse oft voll sind mit Chemikalien und Fäkalien, usw. Wasserfilter-Katuschen für mehrere Jahre kann man auch nicht mitschleppen, also sollte man wohl eher das Filtern sofort reduzieren auf's notwendige (Küche + Zähneputzen).
- frostgeschützte Wassertanks, innen tief liegend (Schwerpunkt). Das selbe gilt für Bordbatterien (Außenfach finde ich da nicht so ideal, da Batterien unter großen Temperaturschwankungen mehr leiden, und wenn tief angebracht eventuell "Baden" gehen)...
- sollte Diesel für Wohnkabine benutzt werden (Kochen oder Heizen), dann ggf. kleinen Bootstank in der Kabine. Ich habe eine ideale Lösung gesehen, wo dieser vom Rücklauf des Motorfilters gefüllt wurde, und einen Überlauf in den Hauptdieseltank hatte, also immer voll war mit unverflocktem Diesel...
- minimales Abwassersystem mit grossem Einschubkanister, flach liegend, als Tank unter Fz.-Boden. Einfach zu entleeren, wenn sein muss in Toiletten an Tankstelle, oder auch mal Kanalisationsdeckel in der Strasse. Falls eingefroren kann dieser in der Dusche aufgetaut werden. Sowas habe ich bei Holländern gesehen, die nun über 8 Jahre unterwegs sind; fand ich sehr simpel und ausreichend.
- Standard-Wasserhahn außen, oder gar zwei: einmal vom Abwasser (reicht um Werkzeug oder schmutzigen Reifen abzuwaschen), einmal zum sich selbst waschen, z.B. nach Schlammschaufeln (dann wird der Dreck nicht reingetragen). Sollten hinter Klappe o.ä. sein, sonst leerem einem spielende Kinder den Tank...
- Duschraum mit verschiedenen Haltevorrichtungen für o.g. Abwasserkanister, Einstiegsleiter, Regenkleidung während Fahrt, usw.
- eine sogenannte Scherentreppe (wie unsere US-Version) hat sich absolut bewährt! Steht stabil, auch auf unebenem Grund (auf Schotter ggf. mit dünnen Brettern/Keilen), und passt sich variablen Höhen an. (Nachts Treppe rein in unsicheren Gefilden - dann muss Platz dafür da sein!)
- ausklappbarer Haltegriff (WoMo-Zubehör) neben Eingangstür (mehr als einmal gebraucht, wenn Treppe nass und/oder gefroren war).
- Außensteckdosen für alles: Gas (Grill, Kocher), 220 Volt, 12 Volt (auf beiden Seiten f. Reifenkompressor)
- schmales Fach für hängende Kleidung, aber 20-25cm breit ist mehr als genug. Manchmal braucht man/frau mal was ordentliches zum Anziehen (wir sind z.B. einmal zu einer hochoffiziellen Party eingeladen worden).
- irgendeine sinnvolle Idee, dass Kleiderbügel während Fahrt nicht von der Stange fallen, und Kleidung nicht vom Bügel (ist uns ewig auf Rüttelstrecken passiert).
- 2x kleine bis mittelgroße Kühl-/Eisboxen, weit vorne gelagert wegen a) Gewicht, b)vieles vom Inhalt geht kaputt von zu vielen Stössen (Gläser, aber auch Kopfsalat und Gemüse). Vibrationen und Schläge sind hinten stärker als vor der Hinterachse.
- zweimal, da dann Energie gespart werden kann, wenn a) kaltes Wetter, b) wenig Vorräte c) einer kann kälter als der andere eingestellt werden. Ausserdem gleich ein Back-Up an Bord.
- auswaschbares und wasserdichtes Fach (oder Plastikkisten) für einige Lebensmittel. Bei uns haben sich mal auf Piste 4 Tetra-Saftkartons kaputtgerüttelt = eine klebrige Schweinerei...
- mindestens zwei gut getarnte Versteckfächer, eins groß genug für Computerkram (Laptops, externe Festplatte, Kameras, CDs, Kabel, usw.). Dieses sollte nicht weit hinten im Fahrzeug sein, wg. Erschütterungen; event. mit Schaumgummi polstern. Zweites für Reserve-ATM/Kreditkarten, Personalausweis und Notgroschen in bar.
- eventuell extra Versteckfach für Wein (z.B.f. arabische Länder - gut ist um den Wassertank, da stabilere Umgebungstemperaturen), und eins für Ersatzteile und anderen technischen Klimbim der nicht verzollt werden soll.
- klappbarer "Schreibtisch" vor Beifahrersitz - kann auch mit Laptop benutzt werden wenn geparkt (zweites Extrazimmer, siehe Festbett)
- Außenfach unter Kabine, mit Abfluss, für Ausgleichkeile, Unterlegbretter, Außenfussmatte (wichtig!), Wasserschlauch, usw. All diese Dinge werden regelmässig nass und schmutzig.
- zweites Außenfach unter Kabine, für Wagenheber, Bergegurt, Wasserpumpe (zum Füllen aus Bach oder See), Versorgungskabel + Verlängerung, und was sonst noch ab-und-an etwas Wasser verträgt, aber nicht ewig nass sein sollte...
- Stabiler Eimer mit Deckel - die Waschmaschine, und oft nützlich für alle möglichen andere Dinge, sogar Ersatzhocker oder Stufe. Wir hatten unseren immer in der Dusche, und während Standzeiten vorm Beifahrersitz (war kein Problem).
- Möglichkeit schnell eine Außenküche in Betrieb zu nehmen; ideal ein Kocher für drinnen und draußen. Klappe von Staufach als Kochtisch, darf aber nicht unter einem oft geöffnetem Fenster sein, sollte jedoch auf Türseite der Kabine sein, da sonst zu weite Wege... Gut in heißem Wetter oder wenn Fisch gebraten wird.
- gute Querlüftung der Kabine, wichtig in heissen Gebieten! Man weiss auch nie woher die Brise weht, und z.B. in Costa Rica drehte sich die Windrichtung jede Nacht - da will man Fenster auf allen Seiten.
- Fantastic Fan - sind teuer, wir haben aber exzellente Erfahrungen damit (außer dem Saubermachen): in heissem Klima alle Fenster zumachen außer links und rechts vom Bett, Ventilator an und es schafft einen schönen Luftzug. Ist leise und verbraucht sehr wenig, kann also die ganze Nacht laufen.
- Regenhaube über dem Fantastic Fan - ein Muss! Oft in den Tropen ist es stickig und regnet gleichzeitig. Einige kommerzielle Abdeckungen (USA) sind aus Weichplastik und haben bei uns viele Äste überlebt...
- Solar Ventilator (Bootszubehör) = die billigste und leiseste Art die Kabinenluft auszutauschen.
- kleine Computer-Ventilatoren sind super: leise, verbrauchen wenig, klein, leicht, können sogar mit Kabelverbindern oder Draht aufgehängt werden... Gut hinter dem Kühlaggregat, aber auch am Bett.
- Keine Schiebefenster! Gründe: maximal 40% Lüftungsöffnung und es regnet schon bei leichten Schauern rein.
- Kleines Fenster (oder Türspion) in der Eingangstür: man/frau will u.U. wissen wer denn da an der Tür klopft. Außenlampe mit Innenschalter ist hier auch nützlich.
- Schnell einsetztbare Gitter für große Kabinenfenster, brauchen nicht viel zu halten, sollen eher abschrecken, und man kann beim Campieren mal Fenster offen lassen und beruhigt Baden gehen. Wer wirklich reinkommen will schlägt ein Fahrerhausfenster ein, die darf man nicht vergittern. Daher die feste Tür zwischen Wohnen und Fahrerhaus (s.o.). (Ewig will ich nicht vergittert leben...)
- keine Holzrahmen o.ä. um Kabinenfenster, alles im Umkreis von 40-50 cm sollte zumindest wasserdicht sein für einen kleinen Regenschauer. Auch 2K-Bootslack verwittert unter starker Sonneneinstrahlung (Fensterunterkante hinter Glas) zu schnell.
- irgendwo kann ein schwer zugänglicher Stauraum sein (mit etwas Belüftung), wo die "Out-of-Season"-Kleidung gelagert wird (Winterklamotten in heißem Wetter, und umgekehrt).

Dies sind alles Ideen die aus unserer eigenen Erfahrung stammen. Ich bin oft überrascht, wie viel von der obigen Liste selbst in superteuren "Expeditions-Mobilen" fehlt. Liegt das daran, daß die unerfahrenen Kunden zuviel Einfluss in die Planung nehmen, oder daß die Firmeninhaber selbst keine Zeit haben Reise-Erfahrungen zu sammeln?

Anmerkung: wir sind absolut keine Sicherheitsfanatiker! Da haben wir viele Reisende getroffen, die mit viel mehr Panik 'rumgereist sind und eigentlich Ihre Reise nicht mehr genossen haben... Aber etwas Umsicht und gesunder Menschenverstand sind hilfreich, und einige der obigen Lösungen tragen einfach zur eigenen Beruhigung bei; wir haben z.B. nie viel Geld und nur eine Kreditkarte mit uns rumgetragen - der Rest lag immer im Geheimfach im Fahrzeug (unsere einzige Sorge: daß der Camper abbrennen könnte, denn wir hatten einen Kühlschrank mit zweifelhaftem Ruf diesbezüglich). Und ich kann mich nicht mehr erinnern wie oft wir nachts durch Klopfen an der Tür aufgeweckt worden sind - sicher mehr als ein dutzend mal in 3 Jahren (Polizei, Grundstücksbesitzer, betrunkene Einheimische, usw.)

Genug für heute...
weg



03/2006-05/2009 von Alaska bis Ushaia/Südamerika.
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Entschuldigt meine manchmal doofen Fragen; ich lebe in AUS,
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Howie Munson Double mit Stuhlproblem
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Puh, eine sehr gute Liste!

Da wird nicht nur an das technische gedacht sondern besonders an das Zwischenmenschliche!

Reisepraxis ist halt durch nix zu ersetzen...


Ein Hund kommt wenn er gerufen wird. Ein Dackel nimmt es zur Kenntnis und kommt gelegentlich darauf zurück.
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Motze, festhalten, so gehts in Kenia zum Brötchenholen
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Yepp, supergut.
Ich hatte zu meinen Motorradreisezeiten so eine Checkliste. Aufschreiben ist gut, weil der Mensch vergisst...
Cooler Beitrag!


An und ist das Leben für sich schön.
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geiler beitrag !


whipple-scrumtious fudgemallow delight

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